29. Februar 2016 / 21:51 Uhr

Bremens U23 nach langer Zeit mal wieder Favorit

Bremens U23 nach langer Zeit mal wieder Favorit

Stefan Freye
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Es stehen Klausuren an für Alexander Nouri beim Fußballlehrer-Lehrgang in Köln. Am Montag und am Mittwoch fertigt der Trainer von Werders U23 die schriftlichen Arbeiten an. Sie können ihn jedoch nicht davon abhalten, an diesem Dienstag beim Heimspiel seiner Mannschaft gegen den VfB Stuttgart II (19 Uhr) auf der Bank vom Platz 11 zu sitzen. Der Trainer reist am Spieltag zurück nach Bremen und fährt nach dem Schlusspfiff wieder auf die Autobahn in Richtung Köln. „Alles andere ist für ihn keine Alternative“, sagt Florian Bruns lachend. „Das ist Wahnsinn, aber auch sensationell.“

Im Gegensatz zu den Spielen am Wochenende lag die Verantwortung für die Spielvorbereitung diesmal allerdings beim Co-Trainer. „Aufgrund der englischen Woche haben wir aber gar nicht so viel Zeit“, sagt Bruns. In erster Linie sei es um die Regeneration gegangen nach dem 1:0-Erfolg in Großbach am Sonnabend. Daneben wären ein paar taktische Dinge besprochen worden, die üblichen Feinheiten eben.

Wenn Florian Bruns die Spieler am Dienstagmorgen um 10 Uhr zu einer abschließenden Einheit bittet, werden allerdings auch die „Leihgaben“ aus dem Profikader dabei sein. Dann bleibt der Mannschaft eine knappe Stunde, um sich einzuspielen. Aber in erster Linie geht es wohl weniger um die fußballerische Seite als um die mentalen Anforderungen dieser Partie. Der Talentschuppen des VfB Stuttgart reist nämlich als Schlusslicht der 3. Liga an. Seit sechs Partien warten die Schwaben auf einen dreifachen Punktgewinn, gerade zwei Zähler gewannen sie in diesen Spielen. Die Bremer blicken auf die stolze Bilanz von elf Punkten aus den letzten sechs Duellen zurück. Sie könnten also leicht auf die Idee kommen, die Partie gegen den VfB ließe sich schon irgendwie über die Runden bringen.

„Wir waren vor nicht allzu langer Zeit aber selbst noch Tabellenletzter“, warnt Florian Bruns. Es gäbe deshalb überhaupt keinen Anlass, das Spiel anders anzugehen als zuletzt: „Die Jungs wissen, dass sie in der 3. Liga nur bestehen können, wenn sie immer 100 Prozent abrufen.“ Allerdings macht der Co-Trainer schon einen kleinen Unterschied aus vor dem Duell der Talente: „Wir sind seit langer Zeit mal wieder Favorit.“ Er wehrt sich nicht dagegen. Florian Bruns möchte diese Rolle vielmehr annehmen und mit „breiter Brust ins Spiel gehen“. Mit dem Anpfiff sollte die Papierform dann jedoch keine Rolle mehr spielen.