12. Dezember 2021 / 16:14 Uhr

Bremerhaven bleibt Wolfsburgs Angstgegner: Grizzlys verlieren 0:4

Bremerhaven bleibt Wolfsburgs Angstgegner: Grizzlys verlieren 0:4

Jürgen Braun und Sven Grosche
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Zweite Niederlage in Folge: Die Grizzlys Wolfsburg (r., Phil Hungerecker) lieferten gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven (in Blau) einen ganz schwachen Auftritt ab.
Zweite Niederlage in Folge: Die Grizzlys Wolfsburg (r., Phil Hungerecker) lieferten gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven (in Blau) einen ganz schwachen Auftritt ab. © Britta Schulze
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Das war ein gebrauchtes Wochenende für die Grizzlys Wolfsburg. Der Eishockey-Erstligist unterlag den Fischtown Pinguins Bremerhaven am Sonntag mit 0:4 - die zweite Pleite binnen drei Tagen.

Die Grizzlys Wolfsburg sind von der Rolle. Nicht, weil sie zwei Spiele in Folge verloren haben, sondern die Art und Weise stimmt bedenklich. Gegen Angstgegner Fischtown Pinguins Bremerhaven setzte es am Sonntag die fünfte Niederlage in den vergangenen sechs Hauptrunden-Duellen der beiden Teams. Und die fiel mit 0:4 (0:1, 0:3, 0:0) vor 1490 Zuschauenden, darunter über 100 Fans der Pinguins, deftig aus und war in der Höhe auch verdient.

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Das Personal

Ins Tor ging bei Wolfsburg Dustin Strahlmeier, nachdem in Straubing Chet Pickard zwischen den Pfosten gestanden hatte. In der Abwehr war der in Straubing pausierende Ryan Button wieder dabei, Armin Wurm blieb statt seiner überzählig draußen. Jubilar Sebastian Furchner rückte in die erste Sturmformation, tauschte den Platz mit Jonas Enlund. Für die Gäste kehrte Phillip Bruggisser (zu Saisonbeginn aus dem laufenden Vertrag nach Klagenfurt, dann nach Bremerhaven) erstmals auf das Eis seines Ex-Klubs zurück.

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Furchner erhält besonderes Trikot

Vor dem ersten Bully gab es eine Ehrung. Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf überreichte Kapitän Sebastian Furchner ein Trikot mit der Nummer 1100. Der Zahl der DEL-Spiele, die der 39-jährige Angreifer inzwischen absolviert hat. Er ist damit der erst zweite DEL-Akteur (nach Ur-Hai Mirko Lüdemann) der 1100 erreicht. "Das ist schon eine ganze Menge, am Ende auch nur eine Zahl, auch wenn es eine große ist", meinte Furchner. "Wir haben eine sehr gute Mannschaft und haben noch Luft nach oben", fügte er hinzu. Ersteres war diesmal wie schon im ersten Drittel beim 2:5 in Straubing nicht zu sehen. Und Letzteres stimmt. Die Vorstellung am Sonntagnachmittag lässt allerdings sehr, sehr viel Luft nach oben.

Das erste Drittel war schon keine Augenweide. Die Gäste setzten im Nordderby den Ton, Alex Friesen zerrte Gerrit Fauser in einen Faustkampf (offenbar eine Revanche für das erste Spiel, in dem Friesen nach einem Check von Fauser eine Gehirnerschütterung erlitten hatte). Danach gab es einen intensiven Schlagabtausch mit starkem Forecheck auf beiden Seiten, mit viel Härte und insgesamt sieben Zwei-Minuten-Strafen. Bremerhaven, das gleich sein erstes Powerplay zum 1:0 nutzte, wirkte strukturierter hatte mehr und klarere Chancen. Wolfsburg hingegen ließ vor dem 0:1 eineinhalb Minuten 5:3-Überzahl ungenutzt.

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Im zweiten Drittel wird es schlimm

Am Grund-Tenor änderte sich nichts. Wolfsburg wirkte bemüht, Bremerhaven zielstrebig. Das 2:0 wurde durch einen Steilpass von Bremerhavens Keeper Brandon Maxwell eingeleitet, was die Gastgeber überrumpelte. Das 3:0 tackerte dann Bruggisser im Powerplay in die Maschen. Der Verteidiger liegt nun bei fünf Toren und zwölf Vorlagen in 16 Partien. Auch das 4:0 machten die Gäste im Powerplay in der weiter nicklig geführten Partie. Da wirkten die Grizzlys längst schon frustriert gegen von Beginn an selbstbewusst auftrumpfende Gäste. Erstaunlich: Bremerhaven ist in Über- und Unterzahl statistisch eher schwach, Wolfsburg in beiden Disziplinen eher gut. Am Sonntag war Wolfsburgs Powerplay war viel zu statisch, zu langsam, zu ideenlos, ähnlich wie schon am Freitag in Straubing.

Wolfsburg raffte sich noch einmal auf, machte Druck, Furchner traf den Pfosten und noch das Außennetz. Bremerhaven begann danach, das Ergebnis zu verwalten, die Grizzlys hatten mehr Platz. Und sie bekamen noch zwei Überzahlspiele. Doch zum ersten Mal in dieser Saison blieben die Grizzlys daheim ohne Treffer und zum erst zweiten Mal in dieser Spielzeit verloren sie zwei Partien in Folge. Nach dem Schlusspfiff hauten sich Fauser und Friesen noch einmal ein wenig. Umgekehrt gab es aber auch viel Schulterklopfen von Bremerhavener Seite für Jubilar Furchner.

Wolfsburgs Coach Mike Stewart kritisch: "Es war nicht unser Abend, es war zu wenig." Insbesondere haderte er mit seinen Special Teams: "Schon wieder, zwei Spiele" seien sie "nicht gut genug" gewesen.

Eishockey: Grizzlys Wolfsburg gegen Bremerhaven

Szene vom Eishockeyspiel der Grizzlys Wolfsburg gegen Bremerhaven Zur Galerie
Szene vom Eishockeyspiel der Grizzlys Wolfsburg gegen Bremerhaven © Grizzlys Wolfsburg / City-Press GmbH, Britta Schulze

Statistik

  • Grizzlys: Strahlmeier - Bittner, Melchiori; Krupp, Murray; Button, Möser - Furchner, DeSousa, Archibald; Machacek, Fauser, Mingoia; Enlund, Hungerecker, Reichel; Nijenhuis, Festerling, Rech; Schinko.
  • Fischtown: Maxwell - Eminger, Trska; Alber, Dietz; Bruggisser, Moore; Stowasser - Verlic, Jeglic, Urbas; McGinn, Friesen, Uher; Mauermann, Wejse, Andersen; Kinder, Vikingstad, Reisnecker.
  • Schiedsrichter: Rohatsch/Bruggeman.
  • Zuschauende: 1490. - Strafminuten: Grizzlys 12 + 5 Fauser (Faustkampf) + 5 + 20 (übertriebene Härte) / Pinguins 14 + 5 Friesen (Faustkampf) + 5 + 20 (übertriebene Härte).
  • Tore: 0:1 (5:47) McGinn (Bruggisser/Andersen - 5:4), 0:2 (28:52) Jeglic (Mauermann/Verlic), 0:3 (35:28) Bruggisser (McGinn - 5:4), 0:4 (37:08) Verlic (Trska/Urbas - 5:4).

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