22. Mai 2020 / 14:06 Uhr

Bricht der VfL den Pokal-Fluch gegen Dortmund? Naldo glaubt daran!

Bricht der VfL den Pokal-Fluch gegen Dortmund? Naldo glaubt daran!

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Naldo gewann mit dem VfL vor fünf Jahren das Pokalfinale, danach hat Wolfsburg den BVB nie wieder besiegt
Naldo gewann mit dem VfL vor fünf Jahren das Pokalfinale, danach hat Wolfsburg den BVB nie wieder besiegt
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Es ist der Pokal-Fluch des VfL Wolfsburg: Seit dem 3:1 im Finale 2015 haben die Niedersachsen nicht mehr gegen Borussia Dortmund gewonnen. Naldo, damals Abwehrchef, Führungsspieler und Publikumsliebling, glaubt daran, dass sich das am Samstag ändern kann - und drückt in Brasilien die Daumen. Seine eigene Karriere will der 37-Jährige fortsetzen.

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Erst in der vergangenen Woche hatte er dieses Highlight per Zufall im TV gesehen – und hat „wieder Gänsehaut“ bekommen. „Einfach unvergesslich“, sagt Naldo, wenn er an den Abend des 30. Mai 2015 denkt, als er mit dem VfL im DFB-Pokalfinale Borussia Dortmund mit 3:1 besiegte. Aber: Danach gewann der Wolfsburger Fußball-Bundesligist nie wieder gegen den BVB. Doch heute (15.30 Uhr) kann Wolfsburg diese Negativserie brechen, sagt der ehemalige VfL-Abwehrchef: „Natürlich hat der VfL eine Chance.“

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Saison 2014/15: Der Weg des VfL Wolfsburg zum DFB-Pokalsieg

Die erste Runde: Der VfL gewann bei Darmstadt 98 mit 5:4 nach Elfmeterschießen. Zur Galerie
Die erste Runde: Der VfL gewann bei Darmstadt 98 mit 5:4 nach Elfmeterschießen. ©

Erinnerungen ans Pokalfinale

Aus VfL-Sicht gab es zuletzt ein Unentschieden (ein 0:0 im Januar 2018) und acht Niederlagen gegen die Dortmunder - und das bei 3:24 Toren. Trainer Oliver Glasner: "Wir wollen nicht, dass das noch länger so weitergeht." Diese miese Bilanz dürfe in den Köpfen nun aber keine Rolle spielen. „Ich sehe beim VfL eine tolle Entwicklung“, lobt Naldo. „Das Spiel jetzt in Augsburg war nicht einfach, aber sie haben es gewonnen.“ Dortmund jedoch hat das erste Spiel nach dem Re-Start ebenfalls gewonnen, der Vizemeister kommt nach dem 4:0 im Derby gegen Schalke (Naldos Ex-Verein) mit breiter Brust – und doch glaubt Naldo an den VfL: „Es ist schade, dass die Fans nicht dabei sein können, aber das kann ein Vorteil sein für Wolfsburg. Der VfL hat eine gute Chance, ganz klar.“

Aber es brauche solch eine „konzentrierte Leistung“ wie damals in Berlin, als die Wolfsburger mit dem Gewinn des Pokals Geschichte schrieben. „Wir sind zwar in Rückstand geraten, doch wir haben geantwortet, haben in der ersten Halbzeit drei Tore geschossen.“ Luiz Gustavo (Fenerbahce Istanbul), Kevin De Bruyne (Manchester City) und Bas Dost (Eintracht Frankfurt) stellten die Weichen auf Sieg. Naldo, der mit dem VfL seinen letzten Titel in der Bundesliga gewann: „Wir hatten eine Traum-Mannschaft, haben den Pokal geholt und waren Vizemeister geworden. Wolfsburg bleibt immer in meinem Herzen. Die Fans schreiben mir, dass ich gern zurückkommen darf. So etwas freut mich natürlich.“

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Lob für Schmadtke und Schäfer

Dass der VfL in den Jahren danach zweimal in die Relegation musste, tat dem sympathischen Brasilianer, der im Sommer 2016 zu Schalke wechselte, weh. „Es war zwei, drei Jahre Chaos, aber dann kamen Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer. Beide machen einen Super-Job. Ich bin total überzeugt von beiden“, so der Innenverteidiger die sportliche Führung um Manager Schmadtke und Sportdirektor Schäfer, die im Sommer 2018 beim VfL übernahmen. Mit Schäfer hatte Naldo beim VfL noch zusammengespielt. „Ich freue mich, dass der Klub in der Liga nun wieder oben dabei ist und auch wieder international spielt. Ich hoffe natürlich, dass das so bleibt“, sagt Naldo, der zwar sein Haus in Wolfsburg im vergangenen Jahr verkauft, die Kontakte zum Klub jedoch nicht verloren hat. Neben Schäfer spricht er viel mit VfL-Brasilianer William (kämpft nach Kreuzbandriss um sein Comeback) und Kapitän Josuha Guilavogui.

Daumen drücken vorm TV

Sie sprechen in diesen Zeiten natürlich auch über die Corona-Pandemie. Naldo weilt gerade mit seiner Familie in seinem Haus im beliebten Ferienort Florianópolis. „Bei uns ist es nicht so schlimm, aber trotzdem macht man sich Sorgen und man hofft, dass es ganz schnell wieder vorbeigeht“, sagt der Brasilianer, der seinen Vertrag bei AS Monaco im Januar aufgelöst hatte. Danach gab‘s Anfragen von Klubs aus Brasilien und auch aus Europa, „es war schon ziemlich konkret, aber dann kam Corona.“ Aufhören will der 37-Jährige noch nicht: „Ich bin fit und möchte noch ein, zwei Jahre weiterspielen“, so der Ex-Wolfsburger, der am Samstag, wenn der VfL den BVB zu Gast hat, vorm TV sitzen „und die Daumen drücken wird“.