11. Juni 2021 / 16:21 Uhr

Bringt GWD Minden den Meister in die Bredouille?

Bringt GWD Minden den Meister in die Bredouille?

Uwe Kläfker
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
01.11.2020, Schleswig-Holstein, Kiel: Handball: Bundesliga, THW Kiel - GWD Minden, 6. Spieltag. Kiels Hendrik Pekeler (l) beobachtet, wie Kiels Niclas Ekberg (r) den Ball durch die Beine von Mindens Torwart Malte Semisch wirft. Foto: Frank Molter/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Niclas Ekberg (rechts) wird dem THW Kiel im Duell bei GWD MInden um Keeper Malte Semisch fehlen. © dpa
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Bundesliga-Handballer erwarten den THW Kiel und benötigen dringend Punkte für den Klassenerhalt. Aber GWD hat personelle Probleme und auch der Tabellenzweite von der Förde muss auf einen Torgaranten verzichten.

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MINDEN. Vor der durch das Final Four bedingten Spielpause hatte GWD Minden den Klassenerhalt schon fast sicher in der Tasche. Wenige Tage später hat sich Lage im Kampf um den Klassenerhalt durch die Punktgewinne der Konkurrenz HBW Balingen-Weilstetten und Eulen Ludwigshafen drastisch zugespitzt. Zu allem Überfluss kommt am Samstag ab 20.30 Uhr der Deutsche Meister THW Kiel in die Lübbecker Kreissporthalle.

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Gegen die Kieler planen die Mindener Bundesliga-Handballer keine Punkte ein, der mit Weltklassespielern wie Sander Sagosen, Niklas Landin oder Domaoja Duvnjak gespickte Rekordmeister ist einfach zu stark. So irrwitzig das klingen mag, aber GWD braucht dennoch etwas Zählbares – dringend.

Noch haben die Ostwestfalen den Kopf über dem Strich. Die Balinger sind durch Remis beim Absteiger HSC 2000 Coburg jetzt punktgleich und durch den besseren direkten Vergleich in der Tabelle aber schon vorbeigezogen. Auch die Eulen Ludwigshafen haben gegen den SC DHfK Leipzig einen Punkt geholt, der aber nicht reichte, um GWD einzuholen. Am vorletzten Spieltag (24. Juni) kommt es in Lübbecke zum wohl alles entscheidenden direkten Duell. „Die Lage hat sich verschärft. Uns war immer klar, dass der Kampf bis zum Schluss gehen wird“, sagte GWD-Coach Frank Carstens. Die Ergebnisse der Konkurrenz haben den Druck mächtig erhöht.



Vier Spiele sind noch zu absolvieren, auf positive Ergebnisse aus den anderen Hallen kann GWD allenfalls hoffen, aber verlässlich ist in dieser für alle Teams sehr anstrengenden Saison nichts. „Es gibt auch nicht viele Statistiken, die gegen den THW für uns sprechen. Aber glücklicherweise ist das nicht immer entscheidend“, sagt Carstens, verweist dabei auf das Halbfinale im DHB-Pokal, als der TBV Lemgo die großen Favoriten aus dem Wettbewerb warf. „Der Glaube an die eigenen Fähigkeiten kann viel bewirken.“ Ein paar Tage später verloren die Norddeutschen mit 33:34 beim SC Magdeburg – und im Duell mit der SG Flensburg-Handewitt vielleicht sogar schon den Titel.

Die „Zebras“ sind mental angeschlagen, „zeigen eine menschliche Seite“ – und haben Verletzungsprobleme. Am Samstag wird Rechtsaußen Niklas Ekberg passen müssen. „Vielleicht können wir sie in die Bredouille bringen, aber sie werden auch mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch auftreten“, erklärt der Coach. Der THW dürfe sich keine weiteren Fehler mehr erlauben. „Das ist auch eine Chance, wenn wir zusätzlichen Stress erzeugen können.“

Personell haben die Mindener Sorgen, Miro Schluroff ist umgeknickt, musste die letzten Tage mit dem Training aussetzen. Mit Doruk Pehlivan hat auch der zweite linke Rückraumspieler weiter Probleme (Knie). „Es ist noch nicht ganz klar, wie wir auf dieser Position auftreten werden. Ich sehe bei Doruk aber kleine Chancen.“ Auch Rechtsaußen Max Staar ist weiterhin angeschlagen.

Vielleicht werden die erstmals wieder zugelassenen Fans zum wichtigen Faktor. Tickets gibt es auf gwd-minden.de. Um die Spiele von GWD Minden besuchen zu können, benötigen Sie: einen amtlichen negativen Corona-Test, der nicht älter als 48 Std. sein darf oder vollständigen Impfschutz inklusive 14-tägiger Karenzzeit
odereinen Genesenennachweis vom Gesundheitsamt. Ohne diesen Nachweis besteht kein Anspruch auf Zugang zur Halle.