24. November 2020 / 16:08 Uhr

Brinja Weiglein will die Leute auch während des Lockdown-Lights zur Bewegung anspornen

Brinja Weiglein will die Leute auch während des Lockdown-Lights zur Bewegung anspornen

Daniel Kultau
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
Brinja Weiglein macht es vor: Der Slamball (links) oder auch das Bauchmuskelrad sind für den Sportbedarf zu Hause besonders gut geeignet. fotos: dak
Slamball für Squats (links) oder das Bauchmuskelrad sind laut Brinja Weiglein gute Möglichkeiten, um sich effektiv fit zu halten. © Daniel Kultau
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In einem aktuellen Werbespot der Bundesregierung wird dem süßen Nichtstun gefrönt. Dabei geht es um die Corona-Eindämmung, gesehen aus der Zukunft, angelehnt ist der Stil des Clips an Geschichts-Dokus.

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„Wir waren faul wie die Waschbären“, heißt es dort, während Leute mit Chipstüten auf dem Sofa liegen und Fernsehen schauen. Natürlich ist es wichtig, die Kontakte herunterzuschrauben, um sich und andere vor dem Virus zu schützen. Doch ein bisschen Sport, um fit und gesund zu bleiben, sollte drin sein. Das findet auch die Obernkirchener Personal-Trainerin Brinja Weiglein – gerade jetzt, da die Fitnessstudios geschlossen sind und der gesamte Amateursport stillgelegt ist. „Ich will nicht, dass die Leute in die Bewegungslosigkeit fallen“, so Weiglein. Im ersten Teil unserer zweiteiligen Serie gibt die Schaumburgerin Tipps, wie man sich auch im Lockdown fit halten kann.

Leute anspornen

Zum inzwischen zweiten Mal in diesem Jahr ruht der Amateurbetrieb still und starr. Handballer, Fußballer und Co. können sich nicht zum gemeinsamen Sporttreiben treffen, sondern sind noch mehr als sonst selbst dafür zuständig, in einer guten Form aus dem „Lockdown light“ zurückzukehren. „Es mag zwar notwendig sein, um die Infektionszahlen in den Griff zu bekommen“, findet Brinja Weiglein. „Aber viele benötigen einfach eine Gruppendynamik, um aktiv zu werden. Es ist auch schade, dass so wenig Hinweise darauf gegeben werden, dass man körperlich trotzdem aktiv bleiben sollte. Die Leute müssen zum Sporttreiben angespornt werden.“

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Für die dreifache Mutter kein Problem. Mehrmals die Woche trifft sie sich mit ihren Kunden für gemeinsame Läufe und hält in der aktuellen Situation ihre Fitnesskurse online ab. Doch nicht bei jedem ist dieser „natürliche Sporttrieb“ derart ausgeprägt und im Alltag fest verankert.

Was also tun? „Wichtig ist es vor allem, einfach in die Bewegung zu kommen“, erklärt Weiglein, denn „der Mensch ist von Natur aus ein Läufer.“ Zum Laufen selbst gibt es in und um Schaumburg unzählige schöne Strecken. „Ich bin ein großer Fan des Weserbergland-Weges“, erklärt die 44-Jährige. Aber auch der Hansa-Weg, die Drei-Burgen-Route um Schaumburg, Paschenburg und Osterburg, sowie der Bückeberg-Weg von Porta Westfalica nach Bad Nenndorf haben es ihr angetan. „Laufen oder wandern, beides ist da möglich. Es hat dann etwas Meditatives – und man kann den Alltagsstress gut abbauen. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, täglich 10000 Schritte zu gehen. So ist das kein Problem.“

Kraftausdauer

Eine weitere wichtige Säule sei die Kraftausdauer. Vor allem für die Schaumburger Sportler, die aktuell auf dem Trockenen säßen. „Krafttraining ist maßgeblich für das Immunsystem und verringert das Krankheitsrisiko.“

Ganz oben auf ihrer Liste steht das sogenannte Tabata. Eine Variante des Hochintensität-Intervalltrainings, bei dem sich Sport und Erholung abwechseln. Beispielsweise wird für 20 Sekunden Übung A ausgeführt, im Anschluss gibt es zehn Sekunden Pause, ehe es dann wieder für 20 Sekunden zu Übung B geht. Danach folgen wieder zehn Sekunden Pause – und so weiter und so fort. Die Vorteile sind der Personal-Trainerin zufolge klar. „Damit kann man jeden bis ins Rentenalter abholen. Der ganze Körper wird gefordert, und der Fettstoffwechsel wird ordentlich angekurbelt.“

Diese Geräte ergeben Sinn

Von Vorteil sei es jedoch, wenn entsprechende Geräte zu Hause vorhanden seien. „Zur Not macht es aber auch eine Kiste Wasser.“ Das Problem dabei ist, dass sich so viele für das Fitnesstraining in den heimischen vier Wänden eingerichtet haben, dass viel vergriffen oder inzwischen sehr teuer ist. Kettlebells (Kugelhanteln) seien zum Beispiel super, aber inzwischen nahezu überall ausverkauft. Geheimtipps seien Slamballs, die dem Großteil wahrscheinlich als der gute, alte Medizinball bekannt seien, sowie ein Bauchmuskelrad oder Physiobänder, um zum Beispiel die Arme zu trainieren.

„Diese Dinge kann man sich in den Geschäften noch günstig kaufen.“ Damit haben dann auch die Amateursportler, die aktuell auf dem Trockenen sitzen, die Möglichkeit, fit zum gemeinsamen Trainingsstart zurückzukehren.