30. Mai 2022 / 09:35 Uhr

Britische Regierung erneuert Kritik: "Keine offensichtliche Rechtfertigung" für Fan-Chaos bei Champions-League-Finale

Britische Regierung erneuert Kritik: "Keine offensichtliche Rechtfertigung" für Fan-Chaos bei Champions-League-Finale

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die britische Regierung hat ihre Kritik an den französischen Sicherheitskräften erneuert.
Die britische Regierung hat ihre Kritik an den französischen Sicherheitskräften erneuert. © IMAGO/Sportimage
Anzeige

Das Einlass-Chaos beim Champions-League-Finale zwischen dem FC Liverpool und Real Madrid erhitzt weiter die Gemüter. Die britische Regierung hat nun ihre Kritik an den französischen Sicherheitskräften erneuert. Staatssekretär Chris Philp zeigt sich entsetzt.

Nach den chaotischen Szenen rund um das Champions-League-Finale in Paris hat die britische Regierung ihre Kritik an den französischen Sicherheitskräften erneuert. "Ich war von diesen Bildern entsetzt, dass die französische Polizei Pfefferspray gegen Fans einsetzte, darunter Kinder und Behinderte", sagte Staatssekretär Chris Philp am Montag dem Sender Sky News. "Und von den Bildern, die ich gesehen habe, gab es keine offensichtliche Rechtfertigung für diese Art von Verhalten." Die Europäische Fußball-Union UEFA müsse dieses Vorgehen dringend untersuchen, forderte Philp aus dem für Sport zuständigen Kulturministerium.

Anzeige

Auch Liverpools Bürgermeisterin Joanne Anderson hat das Vorgehen der französischen Polizei als "überaus widerlich" kritisiert. Die Polizei sei "wirklich brutal" vorgegangen, zudem sei die Organisation des Fußballspiels "chaotisch" gewesen, sagte Anderson, die selbst im Stadion war, am Montag der BBC. Die Liverpool-Anhänger müssten eine Entschuldigung erhalten. "Unsere Fans wurden in Bezug auf ihr Verhalten stereotypisiert. Ich werde immer wütender, je mehr Geschichten ich höre", sagte Anderson. "Fans müssen mit mehr Respekt behandelt werden."

Zuvor hatte die Bürgermeisterin (Labour-Partei) bereits angekündigt, sie werde bei der britischen Außenministerin Liz Truss Antworten der UEFA und beim französischen Präsidenten Emmanuel Macron eine Untersuchung der Vorfälle einfordern. "Es ist eine Schande, den Fans die Schuld zu geben", twitterte Anderson.

Die Polizei in Paris registrierte rund um das Finale zwischen dem FC Liverpool und Real Madrid (0:1) mehr als 100 Festnahmen und 230 Verletzte. Die UEFA erklärte das Chaos beim Einlass durch das hohe Aufkommen von Fans ohne gültige Tickets.

Anzeige

Die Drehkreuze am Eingang für Liverpool-Fans seien blockiert gewesen, weil Tausende Anhänger mit gefälschten Tickets diese nicht passieren konnten. Die Polizei setzte Tränengas ein. Die Anstoßzeit wurde um mehr als eine halbe Stunde verschoben. Fanvertreter kritisieren eine einseitige Darstellung der UEFA.

[Anzeige] Kein Bundesliga-Spiel verpassen: Checke hier die aktuellen Streaming-Angebote von WOW/Sky und DAZN.