03. Juli 2022 / 10:42 Uhr

Britisches Generationenduell bei Mercedes: Wie George Russell gegen Lewis Hamilton glänzt

Britisches Generationenduell bei Mercedes: Wie George Russell gegen Lewis Hamilton glänzt

Karin Sturm
RedaktionsNetzwerk Deutschland
George Russell (links) hat bereits einige Achtungserfolge gegen Lewis Hamilton eingefahren.
George Russell (links) hat bereits einige Achtungserfolge gegen Lewis Hamilton eingefahren. © IMAGO/Motorsport Images
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Beim Formel-1-Grand-Prix in Silverstone steht das Mercedes-Team um Lewis Hamilton und George Russell besonders im Fokus. Dem in dieser Saison schwächelnden Rennstall werden in England Siegchancen eingeräumt - und beide Fahrer kommen für den Erfolg infrage.

Für Mercedes ist der britische Grand Prix (Sonntag, 16 Uhr, RTL und Sky) ein echtes Heimspiel – nur gut 20 Kilometer ist das Werk in Brackley von der Strecke in Silverstone entfernt. Und dann hat der Rennstall in diesem Jahr auch noch zwei britische Fahrer, in einer Konstellation, die für viel Aufmerksamkeit sorgt. Denn das interne Duell zwischen dem Mercedes-Newcomer George Russell und dem absoluten Weltstar Lewis Hamilton, dem siebenmaligen Weltmeister, ist auch ein innerbritisches Duell der Generationen, ein Kampf zwischen Gegenwart und Zukunft.

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Wobei das Duell aus der Sicht Hamiltons bisher eher unbefriedigend verlief. Der 37-Jährige hatte in den ersten neun Saisonrennen ge­gen seinen jungen Teamkollegen Russell häufiger das Nachsehen, als ihm lieb sein konnte. Wobei da sicher hin und wieder auch eine größere Portion Pech mitspielte: bei Hamiltons Strategien, unglücklichen Safetycar-Momenten und nicht wirklich selbst verschuldeten Fremdberührungen in Startphasen. Der Wille, dem um den Anschluss an die Spitze kämpfenden Mercedes-Team dadurch weiterzuhelfen, dass er sich zuweilen für sehr experimentelle Abstimmungslösungen entschied, war ebenfalls nicht hilfreich. Dies führte zu noch größeren Pro­ble­men mit dem berühmt-berüchtigten "Bouncing", dem Hüpfen der Silberpfeile. Bei Russell, der eher konventionell unterwegs war, lief es besser.

Russell ist der Gegenpol

Einige Formel-1-Experten fragten sich insbesondere zu Saisonbeginn, ob bei einem siebenmaligen Weltmeister, der über Jahre hinweg nur Siege gewohnt war, wohl noch dieselbe Motivation vorhanden sei, höchste Risiken und Belastungen einzugehen, nur um um ein paar Punkte zu kämpfen. Den Gegenpol dazu bildet Russell, der mit seinen 24 Jahren jede noch so kleine ­Chance nutzt, um sich zu profilieren – am besten eben gegen den Superstar im eigenen Team.

Beim Grand Prix in Kanada landete Lewis Hamilton kürzlich als Dritter wieder einmal vor Russell. In Silverstone, wo dem Mercedes-Team dank der Streckencharakteristik und einiger Updates sogar Chancen eingeräumt werden, erstmals in diesem Jahr Red Bull und Ferrari herausfordern zu können, dürfte die Frage nach der Motivation keine mehr sein. Der Heim-Grand-Prix war für Hamilton schon immer etwas Besonderes – und der Ärger um die rassistischen Äußerungen von Nelson Piquet in seine Richtung "haben ihn garantiert noch einmal besonders motiviert", glaubt Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

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Russell macht Mut für die Zukunft

Wolff ist sich sicher, dass Hamilton seinen neunten Sieg vor heimischer Kulisse holen kann – auch ohne den schnellsten Wagen: "Ich denke, wenn wir ihm ein Auto geben, das nur ein paar Zehntel hinter der Spitze liegt, wird er das Rennen gewinnen. Er ist der vollkommenste Fahrer aller Zeiten, und jeder hat seine Lieblingsstrecke. Bei Lewis war das schon immer Silverstone – neben Montreal und Ungarn. Ich denke, wenn man 150 000 Menschen auf den Tribünen hat, die einem zujubeln, hat man einen Heimvorteil." Der Mercedes-Teamchef stellte jedoch auch klar, dass er Russell einen Heimsieg ebenso gönnen würde.

Der Jungstar gibt sich unterdessen betont optimistisch, seine bisher eindrucksvolle Bilanz 2022 weiter verbessern zu können. Bislang hatte er nicht nur Hamilton zumeist im Griff – er ist auch der einzige Fahrer im gesamten Feld, der in allen bisherigen Saisonrennen nie schlechter als auf Platz fünf ins Ziel kam. Und das macht Mut für die Zukunft.

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