15. Juni 2020 / 08:30 Uhr

Brooks als Buhmann? Wolfsburg-Manager Schmadtke: "Das ist nicht richtig"

Brooks als Buhmann? Wolfsburg-Manager Schmadtke: "Das ist nicht richtig"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Brooks Schmadtke
Nahm John Anthony Brooks in Schutz: Jörg Schmadtke, der Manager des VfL Wolfsburg.
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Der VfL Wolfsburg führte gegen den SC Freiburg, aber am Ende reichte es nicht zum Sieg. Es gab im Kampf um die Europa League ein 2:2 - im Blickpunkt: John Anthony Brooks, der Innenverteidiger des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten.

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Nach 3:0-Führung noch 2:2 zu spielen, ist eine ziemliche Kunst – der VfL Wolfsburg hat’s am Samstag geschafft. Erst wurde das vermeintliche dritte Tor aberkannt, dann schlug der SC Freiburg doppelt zu. Und so verpasste die Elf von VfL-Trainer Oliver Glasner den vielleicht schon entscheidenden Schritt im Kampf um Platz sechs. Allerdings: Weil Freiburg nicht näherkam, Hoffenheim am Freitag schon verloren hatte und Hertha nach dem 1:4 gegen Frankfurt aus dem Rennen ist, ist die Wolfsburger Ausgangslage sogar ein wenig besser geworden. Wout Weghorst traf doppelt, aber im Blickpunkt stand eher John Anthony Brooks.

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Doppel-Ärger: Die eingewechselten Felix Klaus und Mike Frantz ©

Umkämpft war es über 90 Minuten, der Weghorst-Doppelpack (14./27. Minute) spielte den Gastgebern in die Karten. Doch als nach etwa einer halben Stunde das vermeintliche 3:0 von Daniel Ginczek aberkannt wurde, ging den Wolfsburgern etwas die Kontrolle verloren. Und dann gab’s den Freiburger Doppelschlag um den Seitenwechsel herum – zwei Gegentore zu psychologisch ungünstigen Zeitpunkten, die vermeidbar gewesen wären. „Beim 1:2 haben wir einen Ballverlust und verteidigen dann nicht gut. Das wollen wir eigentlich besser machen“, so VfL-Trainer Oliver Glasner, ohne Brooks zu nennen, der nicht zum ersten Mal im falschen Moment den Kopf einzog.

Beim zweiten SC-Treffer sprang der US-Verteidiger dann auf ganz merkwürdige Art vor Koen Casteels herum – und irritierte seinen Keeper nur, statt entweder wegzubleiben oder mit einem Schritt mehr eine echte Chance auf Rettung zu haben. „Ich habe mich gefragt: Wie kann der reingehen?! Da waren wir gedanklich noch in der Kabine“, so der Coach. Jörg Schmadtke sprach Brooks von jeglicher Schuld frei. „Er hat keine Chance, diese Bogenlampe zu bekommen“, so der Manager. „Man kam im ersten Moment auch denken, dass sich der Koen da anders verhalten muss, aber auch er hat keine Chance.“



Vielmehr machte der 56-Jährige den Gegentreffer an Marin Pongracic fest, weil der Brooks-Nebenmann in der Entstehung des Gegentores eine Ansage des US-Boys missachtet hatte und unmittelbar vor dem Tor habe der Neuzugang ein Zuspiel von Luca Waldschmidt auf Lucas Höler „unterm Fuß durchgehen lassen“. Hölers Versuch klärte Casteels glänzend. Vom Wolfsburger Torhüter landete die Kugel bei Roland Sallai, dessen Kopfball zur „Bogenlampe wurde, die Jay Brooks nicht gerettet bekommt – jetzt ist er der Buhmann. Aber das ist nicht richtig“, so Schmadtke.

Glasner ärgerten die Gegentreffer („Es ist nach dem Re-Start selten passiert, dass wir dem Gegner solche leichten Chancen gegeben haben“) enorm. „Wenn sich der Gegner schon Chancen erspielt, dann möchte ich, dass wir ihm die nicht auf dem Silbertablett servieren“, kritisiert er. „Wir waren nicht auf dem Niveau, auf dem wir nach dem Re-Start oft waren.“

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Trotzdem reichte es zum ersten Heimpunkt nach dem Re-Start. Das Remis tue nicht mehr weh als die Heim-Niederlagen (gegen Dortmund und gegen Frankfurt) zuletzt, so Glasner, „weil wir diesmal einen Punkt haben. Wer weiß, wofür der am Ende noch gut ist“. Drei Punkte beträgt der Vorsprung des VfL nun auf den Siebten Hoffenheim, vier sind’s weiterhin auf den Achten Freiburg. Schmadtke: „Wir hatten zwei Punkte Vorsprung vor dem Spiel und habe diesen Vorsprung jetzt um einen weiteren Punkt ausgebaut.“

Aber: „Ich bin nicht total happy mit diesem Spiel. Es ist schade, dass es uns nicht gelungen ist, die Führung durchzubringen und unser Heimspiel noch positiver zu gestalten“. Denn Schmadtke weiß, dass es ein noch größerer Schritt Richtung Europa League hätte sein können. Glasner dazu: „Wenn du 2:0, gefühlt 3:0 führst, denkst du, es ist angerichtet. Man sieht aber jeden Spieltag, dass es sehr umkämpfte Spiele sind.“

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