16. Juli 2020 / 10:30 Uhr

Bruchweg-Boy, Weltmeister, Absteiger: So verlief die Karriere von Ex-BVB-Profi André Schürrle

Bruchweg-Boy, Weltmeister, Absteiger: So verlief die Karriere von Ex-BVB-Profi André Schürrle

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gefeierter Bruchweg Boy in Mainz, Weltmeister 2014, Premier-League-Absteiger mit Fulham - der SPORTBUZZER blickt auf die Karriere von André Schürrle.
Gefeierter "Bruchweg Boy" in Mainz, Weltmeister 2014, Premier-League-Absteiger mit Fulham - der SPORTBUZZER blickt auf die Karriere von André Schürrle. © imago images (Montage)
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Bei Mainz 05 war André Schürrle ein gefeierter Youngster, seinen Höhepunkt erlebte der Offensivspieler bei der WM 2014 mit dem Titel-Gewinn. Beim BVB angekommen, lief es nicht mehr rund. Mit 29 Jahren hat er seine Karriere beendet. Der SPORTBUZZER zeichnet die Laufbahn von Schürrle nach.

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Es war eine Szene im Sommer 2010, die das Trio aus André Schürrle, Lewis Holtby und Adam Szalai zu den Bruchweg-Boys machte. Beim 4:2-Sieg des FSV Mainz 05 gegen die TSG Hoffenheim jubelten die drei Profis des Teams um den damaligen Trainer Thomas Tuchel an der Eckfahne, ahmten dabei eine Musikband nach und hatten sichtlich Spaß dabei. Die 05er ritten in jenem Sommer auf einer Welle der Begeisterung, feierten mit acht Siegen einen Startrekord - und das vor allem dank der Offensiv-Kombinationen der drei jungen Wilden.

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Schürrle, der "Luftgitarrist" der Mainzer Boyband, erlebte in der Frühphase seiner Karriere unter Förderer Tuchel, der ihn schon in der Mainzer U19 gecoacht hatte, ein schnelles Hoch. In der Jugendmannschaft des rheinland-pfälzischen Bundesligisten erkannte man direkt das Potenzial des schnellen Außenspielers. In der Saison 2008/09 erzielte der gebürtige Ludwigshafener 16 Tore in 22 Spielen für die U19, sodass er im Sommer 2009 zu den Profis beordert wurde. Dort überzeugte er direkt als Stammspieler - auch, weil Tuchel ab dem zweiten Spieltag als Nachfolger von Jörn Andersen auf der Trainerbank saß.

Schürrle wechselte 2011 von Mainz nach Leverkusen

Nach zwei erfolgreichen Spielzeiten in Mainz wechselte Schürrle 2011 zunächst zu Bayer Leverkusen, dann zwei Jahre später zum FC Chelsea in die Premier League. Dort fand er sich zunächst gut zurecht (30 Spiele, acht Tore, zwei Vorlagen) und fuhr als Ergänzungsspieler der deutschen Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien. Seinen größten Moment hatte Schürrle dort im Finale in Rio de Janeiro, als er in der 31. Minute für den verletzten Christoph Kramer in die Partie kam - und in der Verlängerung das Tor zum WM-Titel von Mario Götze vorbereitete.

Die Karriere von André Schürrle in Bildern

Gefeierter Bruchweg Boy in Mainz, Weltmeister 2014, Premier-League-Absteiger mit Fulham - der SPORTBUZZER blickt auf die Karriere von André Schürrle. Zur Galerie
Gefeierter "Bruchweg Boy" in Mainz, Weltmeister 2014, Premier-League-Absteiger mit Fulham - der SPORTBUZZER blickt auf die Karriere von André Schürrle. © imago

Sein zweites Jahr in London lief durchwachsen, es reichte in der Hinrunde nur noch zu 14 meist kurzen Liga-Einsätzen (drei Treffer). Dennoch holte ihn der damals noch hoch ambitionierte VfL Wolfsburg im Januar 2015 für rund 30 Millionen Euro. Vor allem in der Saison 2015/16 überzeugte Schürrle bei den Wölfen, sodass der BVB sich seine Dienste im Sommer 2016 sicherte. Als Treiber des Transfers galt Tuchel, der mittlerweile auf der Dortmunder Trainerbank saß. Auch aufgrund einiger Verletzungen verliefen Schürrles erste Jahre bei den Schwarz-Gelben durchwachsen. Dann flüchtete er zunächst zurück in die Premier League - doch mit dem FC Fulham stieg er im Sommer 2019 ab. Sein Leih-Vertrag endete, der Weltmeister zog zu Spartak Moskau nach Russland weiter.

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Beim russischen Erstligisten, der aktuell von Ex-Schalke-Coach Domenico Tedesco trainiert wird, absolvierte Schürrle bis zur Corona-Pause insgesamt 18 Pflichtspiele. Am 30. Juni endete die Leihe und Spartak verzichtete darauf, die Kaufoption zu ziehen. Deshalb kehrte der 29-Jährige zum BVB zurück.

Schürrle gibt nach BVB-Aus Karriereende bekannt

Dort wurde sein Vertrag nun ein Jahr vor dem ursprünglichen Ende aufgelöst wurde - der bisher schwerste Bruch in der Laufbahn des "Bruchweg-Boys", der ohne Verein dastand, aber immerhin noch 2,5 Millionen Euro Abfindung erhalten haben soll. Am Freitag gab Schürrle sein Karriereende bekannt. "Ich brauche keinen Beifall mehr", sagte er gegenüber dem Spiegel. Das Profi-Geschäft habe ihn sehr belastet.