25. März 2022 / 14:45 Uhr

Geschwisterduell: Scorpion Victor Knaub kann Riessersee rauswerfen – und seinen Bruder

Geschwisterduell: Scorpion Victor Knaub kann Riessersee rauswerfen – und seinen Bruder

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Geschwisterduell: Scorpions-Spieler Victor Knaub (Mitte, in rot) spielt heute wieder Riessersee - und seinen Bruder Michael.
Geschwisterduell: Scorpions-Spieler Victor Knaub (Mitte, in rot) spielt heute wieder Riessersee - und seinen Bruder Michael. © Debbie Jayne Kinsey
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Die Hannover Scorpions können mit einem Sieg beim SC Riessersee (heutiger Freitag, 20 Uhr) ins Play-off-Viertelfinale der Eishockey-Oberliga einziehen. Im Gesamtstand der Serie führen sie mit 2:1, einen Sieg benötigen sie noch. Sollte es klappen, und nur dann, gibt es auf dem Eis auch das übliche Abklatschen der Spieler – mit einem Brüderpaar im Mittelpunkt. Auch die Indians spielen - und haben eine Siegpflicht.

In der Serie gegen den SCR trifft Scorpions-Stürmer Victor Knaub auf seinen Bruder Michael. „Solch ein Bruderduell ist immer schön“, sagt Victor Knaub. „Als feststand, dass wir gegeneinander spielen, haben wir uns viel geschrieben, sind auch während der Serie in Kontakt.“ Kontakt auf dem Eis gab es ebenfalls schon.

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Gleich zum Serienauftakt, als der SCR am vergangenen Freitag mit 4:3 nach Verlängerung in Mellendorf gewann, rammte Michael seinen Bruder heftig in die Bande. Victor blieb für einige Sekunden auf dem Eis liegen, Michael musste für vier Minuten auf die Strafbank.

Beleidigungen? „Ist doch gleich viel lustiger"

Und dort wurde es dann, nachdem Victor Knaub seinerseits kurz danach eine eigene Strafzeit wegen Stockschlags erhalten hatte, kurios: Die beiden Brüder lieferten sich von ihren fünf Meter entfernten Plätzen aus über die Strafbankbetreuer und Zeitnehmer hinweg ein heftiges Wortgefecht.

Michael warf seinem Bruder Schauspielerei vor, Victor rief ihm nicht druckreife Worte zurück. Zwei Minuten später lächelte Michael jedoch zu seinem Bruder herüber: Als beide Spieler noch auf der Strafbank saßen, erzielte SCR-Kapitän Florian Vollmer den 1:1-Ausgleich, die Scorpions sollten in dieser Partie nicht mehr führen.

„Das gehört dazu und ist Teil der Play-offs. Ein paar deftige Worte gegen den eigenen Bruder zu sagen, ist doch gleich viel lustiger“, sagt Victor mit einem Augenzwinkern. Auf dem Eis kämpfe man für sein Team, die Checks werden zu Ende gefahren, erklärt Victor, der auch sonst auf dem Eis kein Kind von Traurigkeit ist. „Aber ansonsten halten wir uns an das, was die Klitschko-Brüder schon immer über sich gesagt haben: Wir würden niemals gegeneinander boxen.“

Victor ist knapp zwei Jahre jünger

Komplettes Neuland ist es für die Knaubs übrigens nicht, mit ihren eigenen Teams aufeinanderzutreffen. „Wir hatten das früher mal in Kanada“, erinnert sich Victor, der 26 Jahre alt und 21 Monate jünger als Michael ist. Nach der Partie heute wird er seinen Bruder, mit dem er gemeinsam in der Saison 2018/2019 für die Hannover Indians gespielt hat, bestimmt gern umarmen wollen – und mit den Scorpions ins Viertelfinale einziehen.


Hannover Indians müssen gewinnen

Auch die Indians sind am heutigen Freitag (20 Uhr) im vierten Spiel ihrer Achtelfinalserie gefordert. Sie liegen gegen den Deggendorfer SC mit 1:2 zurück und müssen beim DSC gewinnen, um nicht auszuscheiden und ein entscheidendes fünftes Spiel am Sonntag am Pferdeturm zu erzwingen.

Was dem ECH Mut machen sollte für einen Auswärtssieg: Er hat bereits am vergangenen Sonntag in Deggendorf gewonnen. Außerdem gibt es, trotz der oft so hochgehängten Bedeutung des Heimvorteils, auch Serien mit vielen Auswärtssiegen. In einem weiteren Achtelfinale führt aktuell Leipzig 2:1 gegen Regensburg, alle drei Partien entschied das jeweilige Auswärtsteam für sich. Im Oberliga-Finale 2019 behielt Landshut gegenüber Tilburg mit 3:2 die Oberhand – fünf Spiele, fünf Auswärtssiege.