20. November 2016 / 19:19 Uhr

Bruma: Wolfsburgs Klartext-Holländer

Bruma: Wolfsburgs Klartext-Holländer

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Zweikampf: Jeffrey Bruma und Eric Maxim Choupo Moting ringen um den Ball.
Zweikampf: Jeffrey Bruma und Eric Maxim Choupo Moting ringen um den Ball. © imago sportfotodienst
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Wieder eine Pleite, wieder Frust - da wäre es wünschenswert gewesen, wenn nach dem 0:1 gegen Schalke noch mehr Wolfsburger Profis die Lage so kritisch analysiert hätten wie Jeffrey Bruma. Der Abwehrchef des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten wird zum Klartext-Holländer.

Damit setzt Bruma eine Tradition fort, in der schon Bas Dost (jetzt Sporting Lissabon) und Kevin Hofland (war von 2004 bis 2007 in Wolfsburg) standen.

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Auch sie hatten die Dinge offen angesprochen, wenn es sein musste. Bruma machte es auch. „Wir sagen immer, dass wir Spiele gewinnen und Sachen verändern wollen, aber wir müssen das auch mal auf dem Platz zeigen. Momentan machen wir das nicht“, legte der holländische Nationalspieler den Finger in die Wunde. Und Bruma war noch lange nicht fertig: „Normalerweise müssen wir 0:0 spielen. Das haben wir uns in der Halbzeit noch gesagt. Wenn nichts geht, müssen wir aufs 0:0 gehen. Aber wir verlieren zu einfach auf diesem Niveau“, fügte der knallharte Innenverteidiger hinzu.

In der vergangenen Saison hatte der 25-Jährige mit seinem Ex-Klub PSV Eindhoven in den Niederlanden noch den Titel geholt, Champions League gespielt, jetzt muss er sich in Wolfsburg mit Abstiegskampf begnügen. Dabei wollte er mit dem VfL zurück ins internationale Geschäft. Bruma: „Alle Spiele sind wichtig. Auch Schalke hätten wir gewinnen müssen, wenn man unsere Mannschaften vergleicht und die erste Hälfte sieht. Man muss einfach gewinnen. Aber wir machen die Tore nicht, und die machen das Ding in den letzten zehn Minuten.“

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Ratlos sei er trotz der Katastrophen-Saison nicht, betonte der Abräumer, aber die Mannschaft müsse anfangen, mehr Chancen zu kreieren, die Qualität habe das Team zweifelsohne. Doch warum läuft‘s dann so schlecht? Ist das alles nur Kopfsache? Brumas Kopf senkt sich kurz nach unten, dann sagt er: „Es kann sein, dass das bei einigen Spielern so ist. Ich weiß nicht, was in ihren Köpfen los ist. Bei mir ist es ganz okay. Ich war mit dem 0:0 okay. Das Spiel muss 0:0 enden.“

Übrigens: Dass der Abwehrmann auch mal über die Grenze des Erlaubten geht, demonstrierte er in der 38. Minute: Da checkte er wie ein Eishockeyspieler Schalkes Alessandro Schöpf weg. Bruma meinte schmunzelnd: „Ich wusste nicht, was hinter mir los war, ich konnte kein Risiko eingehen, daher musste ich ihn einfach weghauen...“