12. März 2019 / 17:32 Uhr

Bruno Labbadia beim VfL Wolfsburg: Das hat er bewirkt

Bruno Labbadia beim VfL Wolfsburg: Das hat er bewirkt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Abschied: Trainer Bruno Labbadia wird den Klub zum Saisonende verlassen. 
Abschied: Trainer Bruno Labbadia wird den Klub zum Saisonende verlassen.  © dpa
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Seit 13 Monaten ist Bruno Labbadia Trainer des VfL: Er hat den Klub als Abstiegskandidaten übernommen, hat in dieser Saison einen Europapokal-Anwärter aus ihm gemacht – ehe er am Saisonende aufhören wird, wie er am Dienstag bestätigte. Ein Rückblick auf seine Zeit in Wolfsburg.

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Die erste Trainingseinheit am Dienstag war bereits beendet, als VfL-Coach Bruno Labbadia noch rund zehn Minuten auf dem Trainingsplatz angeregt mit Kapitän Josuha Guilavogui diskutierte. Es ging um die Zukunft des 53-Jährigen – die es nach dem Saisonende für ihn in Wolfsburg nicht mehr gibt. Labbadia erklärte seinen Spielern die Entscheidung, nach dieser Spielzeit beim VfL aufzuhören. Am 20. Februar 2018 hatte er das Amt beim damals stark abstiegsbedrohten Bundesligisten übernommen – und den Klub in dieser Saison wieder in die Spur geführt. Der Rückblick auf seine Zeit in Wolfsburg.

Bruno Labbadias Jahr beim VfL Wolfsburg in Bildern:

Am 20. Februar wird Bruno Labbadia als Cheftrainer des VfL Wolfsburg verpflichtet. Er übernimmt das Team im Absteigskampf: Wolfsburg hat seinerzeit 24 Punkte nach 23 Spieltagen und steht auf dem 14. Platz – nur einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt. Zur Galerie
Am 20. Februar wird Bruno Labbadia als Cheftrainer des VfL Wolfsburg verpflichtet. Er übernimmt das Team im Absteigskampf: Wolfsburg hat seinerzeit 24 Punkte nach 23 Spieltagen und steht auf dem 14. Platz – nur einen Punkt vom Relegationsplatz entfernt. ©
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Der Start für Bruno Labbadia beim VfL lief alles andere als gut: Sechs Spiele musste er auf seinen ersten Sieg (2:0 in Freiburg) warten. Schon bei seinem Dienstantritt war ihm klar, dass Wolfsburg bis zum Ende um den Klassenerhalt bangen müsste. "Ich persönlich war komplett darauf geeicht. Viele haben vermutlich lange geglaubt, dass man zu gut ist, um abzusteigen", sagte der 53-Jährige im SPORTBUZZER-Interview.

Labbadia richtete die Mannschaft wieder auf

Gegen Saisonende wurde es nicht unbedingt einfacher. Es setzte drei Klatschen in Folge gegen Gladbach (0:3), Hamburg (1:3) und Leipzig (1:4) – das Spiel in Sachsen am vorletzten Spieltag bezeichnete Labbadia im Nachgang als Tiefpunkt seiner Zeit in Wolfsburg. Selbst das Fan-Lager wirkte gespalten, viele machten ihrem Unmut lautstark Luft und sangen das sarkastisch-böse Lied: „Wir steigen ab, wir komm’n nie wieder, wir haben Bruno Labbadia.“

Auch am Wolfsburger Trainer ging diese Aktion nicht spurlos vorbei, zumal die Fans der Mannschaft bei der Rückkehr ans Trainingsgelände auflauerten. Um die Konfrontation mit den wütenden Anhängern zu vermeiden, wurden die Spieler an einem anderen Ort herausgelassen. Labbadia rückblickend: "Danach lautete die Frage: Bleibst du am Boden liegen oder stehst du noch mal auf?"

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Der Coach richtete die Seinen auf, durch ein 4:1 gegen den 1. FC Köln rettete sich der VfL in die beiden Relegationsspiele gegen Zweitligist Holstein Kiel. Mit zwei Siegen (3:1, 1:0) schaffte die Mannschaft den Klassenerhalt. "Es war eine wahnsinnige Zufriedenheit, es geschafft zu haben – und die konnte ich mir nur selber holen", so Labbadia, "viele können das gar nicht bewerten, weil sie nur sehen: Okay, Wolfsburg ist gegen Kiel in der Relegation – das müssen die ja hinbekommen. Aber nur wir wissen auch, was hinter diesen Wochen und Monaten steckte."

Die Karriere von Bruno Labbadia

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Bruno Labbadias Karriere in Bildern ©

Mit Jörg Schmadtke installierte der VfL zur neuen Saison einen neuen Manager. Früh legte der sich fest, mit Labbadia auch in die neue Saison zu gehen. „Die Trainerfrage ist doch entschieden: Bruno Labbadia ist da.“ Und bleibt das auch so? „Ja", sagte Schmadtke unmittelbar nach der Relegation. Dass sein Vertrag zum Saisonende ausläuft, damit ging der Trainer von vornherein entspannt um, es reiche, sich im April deswegen zusammenzusetzen. Schmadtke stützte dieses Vorgehen im Oktober erstmals öffentlich.

Wichtiger war Labbadia erst mal die Arbeit mit der Mannschaft. Er setzte in der Sommerpause auf eine harte Vorbereitung (mit den sogenannten Intensivwochen), studierte mit der Mannschaft mehrere Spielsysteme ein. Sein Mantra: So variabel spielen wie möglich. Der Plan ging und geht auf. Mit sieben Punkten aus den ersten drei Bundesligaspielen legte der VfL einen Traumstart hin. Und auf eine zwischenzeitliche Durststrecke mit sechs Spielen ohne Sieg folgte der Hinrunden-Endspurt mit fünf Siegen aus sechs Spielen. Zur Saison-Halbzeit stand der Klub auf Platz fünf – Europakurs also. Der Plan mit dem Trainer-Vertrag hatte allerdings komischerweise Bestand – trotz des Erfolgs.

Signale verdichten sich

Die Signale, dass die Zusammenarbeit zwischen Trainer und Manager nicht von Harmonie geprägt ist, verdichteten sich in der Rückrunde noch mal. Er müsse sich Gedanken um die zukünftige Ausrichtung des Klubs machen, ließ Schmadtke wissen. Dabei liegen die Vorstellungen der beiden weit auseinander. Labbadia hatte sich schon im Winter Neuzugänge gewünscht, die er nicht bekommen hat. Und er hat in diesem Zusammenhang davon gesprochen, dass er eine Idee davon hat, wie die nächsten Transferperioden aussehen sollen. Vor dem Spiel gegen Werder Bremen berichtete der Kicker erstmals, dass eine weitere Zusammenarbeit unwahrscheinlich sei.

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Die Vertragslaufzeiten der VfL-Profis ©

Es folgten weitere öffentliche Sticheleien, sowohl von Schmadtke ("Manchmal stimmt die Chemie einfach nicht. Das hat sich einfach nicht entwickelt") als auch Labbadia ("Man muss damit leben, dass Dinge reingetragen werden – teilweise haben wir das auch selbst gemacht...“). Beide verwiesen allerdings weiterhin auf den Gesprächstermin für eine Vertragsverlängerung im April. Den wird es, nachdem Labbadia der Mannschaft wohl seinen Abschied mitgeteilt hat, nicht mehr geben.

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