22. Mai 2018 / 00:01 Uhr

Bruno Labbadia und die Rettung des VfL Wolfsburg: "Mein schwierigster Job"

Bruno Labbadia und die Rettung des VfL Wolfsburg: "Mein schwierigster Job"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bruno Labbadia schaffte mit dem VfL Wolfsburg den Klassenerhalt
Bruno Labbadia schaffte mit dem VfL Wolfsburg den Klassenerhalt © dpa
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Nach dem 1:0-Sieg des VfL Wolfsburg Relegations-Rückspiel gegen Kiel: Retter Bruno Labbadia ist leer, Kiels Dominic Peitz ledert los.

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Update

Ecke, Kopfball, Tor! So einfach kann Fußball sein, so schön die Erlösung! Der VfL Wolfsburg bleibt erstklassig, setzte sich nach dem 3:1 im Hinspiel auch gestern bei Zweitligist Holstein Kiel mit 1:0 durch. Torheld Robin Knoche hatte die letzten Zweifel weggeköpft. Und damit den Ruf seines Trainers Bruno Labbadia als Retter untermauert.

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Tränen und Stolz bei Kiel, pure Erleichterung bei Wolfsburg. „Es war der schwierigste Job, den ich bisher gehabt habe“, atmete Labbadia nach der Rettung durch. Lob gab’s vom ehemaligen Torjäger für den gestrigen Torschützen. „Da ist er super rangegangen, hatte eine gute Bewegung.“ Den Ablauf dieser Ecke hatte der VfL einstudiert, verriet Labbadia, der gestern seinen Trainerstab und die Mannschaft lobte: „Das Team hat es schon gegen Köln super gemacht, jetzt auch in den schweren Spielen gegen Kiel.“ Der Coach gestand: „Heute bin ich erst einmal leer.“ Denn die ersten Monate beim VfL haben seine Zeit beim „HSV noch mal getoppt. Es war wichtig, hier die Ruhe zu bewahren. Da hat mir meine Erfahrung geholfen.“

Die Wölfe in Noten: Die Einzelkritik zum Spiel gegen Holstein Kiel

<b>Koen Casteels:</b> Im ersten Durchgang bis auf ein, zwei Kieler Versuche kaum ernsthaft gefordert. Musste dann, zu Beginn der zweiten Hälfte (47. Minute), aber gleich mal richtig eingreifen, als er gegen Seydel aus kurzer Distanz das 0:0 mit einem starken Reflex rettete. Sonst wie immer: Wolfsburger Ruhepol. Note: 2 Zur Galerie
Koen Casteels: Im ersten Durchgang bis auf ein, zwei Kieler Versuche kaum ernsthaft gefordert. Musste dann, zu Beginn der zweiten Hälfte (47. Minute), aber gleich mal richtig eingreifen, als er gegen Seydel aus kurzer Distanz das 0:0 mit einem starken Reflex rettete. Sonst wie immer: Wolfsburger Ruhepol. Note: 2 ©

Wie im Umgang mit den Fans in der Anfangszeit in Wolfsburg. Der Fangesang „Wir steigen ab, wir kommen nie wieder, wir haben Bruno Labbadia“, hat ihn „sehr getroffen. Aber ich habe das mit den Fans geklärt. Habe gesagt, wenn das einer kann, dann ich.“ Der Gesang sei ein dummer Scherz gewesen, mehr nicht. Labbadia hat verziehen, sieht sich längst nicht am Ende seines Wolfsburger Wegs: „Wir werden ein, zwei Tage runterfahren, dann legen wir los.“

Auch VfL-Kapitän Maximilian Arnold wirkte erleichtert, mahnte aber: „Zweimal in Folge Relegation – da muss sich der ganze Verein Gedanken machen. Stellschrauben müssen gedreht werden.“ Denn: „Diese Scheißspiele hat keiner gebraucht. Jetzt mussten wir nachsitzen, haben uns verdient durchgesetzt.“ Übrigens: Auch gestern hatte der Videoschiedsrichter gut zu tun. Erster Aufreger nach einer guten Viertelstunde: Das Wolfsburger Führungstor durch Yunus Malli, das Schiri Daniel Siebert (Berlin) nach Videobeweis zurücknahm. Divock Origi hatte im Abseits stehend Holstein-Keeper Kenneth Kronholm in der Sicht behindert. Eurosport-Experte Matthias Sammer: „Die Wolfsburger werden sich ärgern. Es war aber korrekt und gut entschieden.“ So blieb’s zunächst beim 0:0, das den Kielern, denen in der Schlussphase auch ein Tor  korrekterweise per Videobeweis aberkannt wurde, die Hoffnung aufs Wunder erhielt.

Die Bilder zum Relegations-Rückspiel zwischen Holstein Kiel und dem VfL Wolfsburg

Bei Sonnenschein und bester Stimmung im Holstein Stadion betreten die Kieler das Feld. Zur Galerie
Bei Sonnenschein und bester Stimmung im Holstein Stadion betreten die Kieler das Feld. ©
Mehr zur Relegation

Bis Knoche kam und köpfte.  Er tat das, was Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther in der Halbzeitpause von den Kielern gefordert hatte: „Sie müssen ihre Chancen reindonnern.“
Die Holstein-Spieler hatten derweil Probleme, sich mit der Niederlage abzufinden. Mittelfeldspieler Dominic Peitz lederte jedenfalls nach Abpfiff ziemlich unkontrolliert los: „Wolfsburg wurde der Rettungsring zugeworfen und uns die Chance genommen, ein Märchen im deutschen Fußball zu schreiben. Die Spieler des VfL Wolfsburg bringen einmal im Jahr Leistung, ansonsten zählen sie ihr Geld.“
Eurosport-Experte Sammer brachte dann wieder etwas Niveau in die Sache. Sein Fazit: „Das war in meinen Augen total verdient. Wolfsburg hat die Kurve gekriegt. Mental und spielerisch.“ Der Ex-Europameister weiter: „Die VfLer wirkten stabil. Kiel hat sich am Holz der Wolfsburger die Zähne ausgebissen.“