10. Januar 2021 / 21:07 Uhr

"Brutaler Rückschritt": Hertha-Trainer Labbadia kritisiert Spieler für mutlosen Auftritt in Bielefeld

"Brutaler Rückschritt": Hertha-Trainer Labbadia kritisiert Spieler für mutlosen Auftritt in Bielefeld

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bruno Labbadia hat sein Team nach der Pleite bei Arminia Bielefeld kritisiert.
Bruno Labbadia hat sein Team nach der Pleite bei Arminia Bielefeld kritisiert. © imago images/Eibner/Getty/Montage
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Hertha BSC steckt nach der 0:1-Niederlage bei Arminia Bielefeld wieder mehr im Abstiegskampf als im Rennen um die angepeilten Europacup-Plätze. Nach der Pleite findet Trainer Bruno Labbadia klare Worte. Auch die Spieler erkannten, dass sie den Kampf beim Aufsteiger nicht angenommen hatten.

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Bruno Labbadia hatte die Hände tief in den Taschen seines hellbraunen Mantels vergraben und stand für eine ganze Weile wie versteinert am Spielfeldrand. Wieder einmal war er von seiner Hertha enttäuscht worden, von den einstigen Zielen ist spätestens nach der 0:1 (0:0)-Niederlage bei Arminia Bielefeld am Sonntag nicht mehr viel übrig geblieben. Abstiegskampf statt Europacup-Träume heißt es für die Berliner, die in der Bundesliga einfach nicht vom Fleck kommen und den Blick weiter nach unten richten müssen. Nach der Niederlage zum Abschluss des 15. Spieltags ist für den Hauptstadtklub der nun vom 1. FC Köln belegte Relegationsplatz nur fünf Punkte entfernt, die angestrebten Europacup-Plätze dagegen neun Zähler weit weg. Hertha-Trainer Labbadia zeigte sich bei Sky von seiner Mannschaft enttäuscht.

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Labbadia deutlich: "Wir haben zu viele Spieler auf dem Platz gehabt, die nicht ihre Normalform gehabt haben", kritisierte der 54-Jährige, der die Berliner nach dem Investment der Windhorst-Gruppe eigentlich in den Europacup führen sollte. Vor allem bemängelte der Coach die Kampfbereitschaft seiner Spieler. "Wir haben immer die entscheidenden Zweikämpfe verloren. Das ist das Entscheidende." Seine Spieler gaben ihrem Trainer überraschend deutlich recht: "Bielefeld hat in den entscheidenden Situationen den Kampf mehr angenommen. Wir waren da einen Tick nicht so wach. Daraus müssen wir lernen und die Schlüsse ziehen“, sagte Hertha-Kapitän Niklas Stark.

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Hertha-Kapitän Stark sieht Einstellungsproblem: "Spiele richtig angehen"

Die Hertha war zu Beginn das dominante Team und hätte auch früh in Führung gehen können. Stürmer Jhon Cordoba wurde gleich zweimal gut in Szene gesetzt (7./10.), traf aber beide Male den Ball nicht richtig. Danach erlahmte die Partie – und auch die Berliner, die in der 64. Minute den entscheidenden Treffer durch Reinhold Yabo kassierten. Hertha gelang offensiv so gut wie nichts mehr. "Wir dachten, dass wir in der zweiten Halbzeit den nächsten Schritten gehen können, aber leider ist es schlechter geworden", so der enttäusche Labbadia. Kapitän Stark sah darin sogar ein Problem mit der Einstellung: "Wir müssen solche Spiele richtig angehen. Wenn man Gegenwehr bekommt, auch körperlich, müssen wir das besser annehmen."

Ähnlich sah es auch Hertha-Profi Maximilian Mittelstädt: "Wir haben einfach den Kampf nicht richtig angenommen", monierte der 23-Jährige - und fügte an: "Ich glaube, dass Arminia den Sieg mehr gewollt hatte als wir. Warum, das kann ich nicht erklären. Wir dürfen solche Spiele nicht verlieren." Auch Labbadia sprach von einer "schwer erklärbaren" Niederlage.

Hertha BSC in Noten: Die Einzelkritik zum 0:1 gegen Arminia Bielefeld

<b>Tor:</b> Alexander Schwolow (1) Zur Galerie
Tor: Alexander Schwolow (1) ©

Hertha startete mit einem überzeugenden 3:0-Heimsieg gegen Schalke 04 eigentlich gut ins neue Jahr und richtete den Blick in der Tabelle bereits nach oben. Nun der erneute Richtungswechsel: "Wir wissen, dass wir in einer Situation sind, wo wir mehr nach hinten gucken müssen als nach vorn", stellte Labbadia klar und kündigte ein Gespräch mit der Mannschaft an: "Wir werden darüber reden. Klar ist, dass es für uns total ärgerlich ist und für uns wieder ein brutaler Rückschritt war."