05. Oktober 2019 / 08:02 Uhr

BSG Chemie gegen Lok Leipzig: Klaus Lisiewicz führt 1:0 im Familienduell gegen Rainer

BSG Chemie gegen Lok Leipzig: Klaus Lisiewicz führt 1:0 im Familienduell gegen Rainer

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Auch heute noch meinungsstark und engagiert: Klaus Lisiewicz bei einer Buchvorstellung.
Auch heute noch meinungsstark und engagiert: Klaus Lisiewicz bei einer Buchvorstellung. © Westend-Presseangentur
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Wenn am Sonntag die BSG Chemie und der 1. FC Lok Leipzig aufeinandertreffen, ist das für Klaus und Rainer Lisiewicz ein ganz besonderes Spiel. Onkel und Neffe trugen das Duell in früheren Zeiten auf dem Rasen aus.

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Leipzig. „Die meisten Derbys habe ich gewonnen“. Die Aussage steht, indes haben die Jahre die Erinnerung etwas eingetrübt. Ex-Chemiker Klaus Lisiewicz (76) ist ein selbstbewusster Mensch, als Spieler impfte ihm Trainerfuchs Alfred Kunze Widerstandsgeist ein, den er einzusetzen wusste. DDR-Meister 1964, Pokalsieger 1966, Olympiateilnehmer 1964 – der einstige pfeilschnelle Außenstürmer legte eine beeindruckende Karriere hin.

"Sehr sympathischer Mensch"

Doch mit den Derbys liegt er schief. Von seinen zehn Spielen gegen SC Leipzig/FC Lok gewann er vier und verlor fünf, einen Treffer erzielte er. Sein Neffe Rainer absolvierte insgesamt sechs Derbys als Spieler von Lok, gewann zwei und verlor zwei. Das einzige Aufeinandertreffen von Klaus mit dem Sohn seines ältesten Bruders Bruno liegt fast auf den Tag genau 47 Jahre zurück. Am 14. Oktober 1972 besiegte Chemie den Ortsrivalen durch zwei Tore von Müller und Trunzer mit 2:0. 40 .000 Zuschauer sahen auf jeder Seite einen Lisiewicz auflaufen. Klaus erinnert sich: „Wir haben natürlich ohne Zurückhaltung gespielt, haben uns auch im Mittelfeld beharkt, aber auch nie vergessen, dass wir eine Familie sind.“

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01.12.1984: Oberligaderby zwischen dem 1. FC Lok Leipzig und der BSG Chemie Leipzig. Endstand 4:0. Im Bild: P. Schöne. Zur Galerie
01.12.1984: Oberligaderby zwischen dem 1. FC Lok Leipzig und der BSG Chemie Leipzig. Endstand 4:0. Im Bild: P. Schöne. © LVZ
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Seinen Neffen empfindet er als „sehr sympathischen Menschen“. Auf dem Rasen sah er sich selbst als „etwas giftiger, aggressiver“ als Rainer. Dessen Karriere betrachtet er indes mit Wohlwollen. Auch, dass er als Trainer noch immer aktiv im Fußball tätig ist, nötigt dem Älteren Respekt ab.

Chemie-Lieder als Geburtstagsständchen?

Vor dem Aufeinandertreffen der alten Rivalen kann er eine gewisse Aufgeregtheit nicht verhehlen: „Das ist, weil Lok in guter Verfassung ist und sich Chemie etwas schwer tut mit dem Tore schießen. Hinten muss man sicher stehen. Aber wir spielen zu Hause. Ich bin regelrecht in Spannung“. Am Geschehen um „seine“ BSG Chemie nimmt Klaus Lisiewicz regen Anteil, so wie viele seiner ehemaligen Mannschaftskameraden. So dürften am Wochenende auch Manfred Walter, Heinz Herrmann, Hans-Georg Sannert, Dieter Scherbarth und Horst Slaby wieder gemeinsam die Daumen drücken.

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Am Abend zuvor kommt es bereits zu einem besonderen Zusammentreffen. Da nämlich feiert sein Neffe Rainer in seinen 70. Geburtstag hinein. Doch das Spiel am nächsten Tag wird da wohl weitgehend ausgeblendet: „Die ganze Familie weiß natürlich Bescheid, aber nach 30, 40 Jahren lassen wir da nichts mehr gucken“, ist sich Klaus sicher. Eine kleine Spitze aber lässt er sich nicht nehmen: „Vielleicht greife ich zur Gitarre und spiele ein paar Chemie-Lieder, wer weiß?“ Rainer könnte kontern, denn auch er beherrscht das Instrument – beide studierten Pädagogik – für die angehenden Lehrer war das Erlernen des Instrumentes inbegriffen.

Hechtsprung gegen den BFC Dynamo 1970 – Klaus Lisiewicz gehörte zum Typ einsatzstarker und schneller Außenstürmer.
Hechtsprung gegen den BFC Dynamo 1970 – Klaus Lisiewicz gehörte zum Typ einsatzstarker und schneller Außenstürmer. © Westend-Presseagentur

Wo werden beide Vereine am Ende der Saison stehen? „Lok könnte einen Spitzenplatz belegen, sie sind sicher einer der Aufstiegskandidaten. Chemie wird sich im unteren Drittel behaupten und die Klasse halten“. Für den Sonntag wagt er einen Tipp, der für seine Chemiker einen Erfolg darstellen würde: „Chemie wird wohl nicht so viele Chancen zulassen und wird durch einen Konter in Führung gehen. Das Spiel geht 1:1 aus“. Und falls es nicht klappt, und Chemie verliert – wird er dem Neffen dann gratulieren? „Selbstverständlich, aber nicht am gleichen Tag. Ich würde mich erst einmal zurückziehen. Aber am nächsten Tag würde ich ihn anrufen“.

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