15. April 2020 / 07:40 Uhr

"Es ist ein herber Verlust": Chemie-Rekordspieler Heinze hängt die Töppen an den Nagel

"Es ist ein herber Verlust": Chemie-Rekordspieler Heinze hängt die Töppen an den Nagel

Britt Schlehahn
Leipziger Volkszeitung
So lieben ihn die Fans: Chemies Daniel Heinze beim Torjubel.
So lieben ihn die Fans: Chemies Daniel Heinze beim Torjubel. © Christian Modla
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Mit dieser Nachricht hatten wohl nur die wenigsten Fans der BSG Chemie Leipzig gerechnet. Daniel Heinze wird seinen Vertrag beim Regionalligisten nicht verlängern. Er will statt dessen Platz für Jüngere machen und beendet seine Karriere.

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Leipzig. Paukenschlag im Leutzscher Holz: Am Dienstagabend gab die BSG Chemie bekannt, dass Mittelfeldakteur Daniel Heinze seinen Vertrag nicht verlängern wird. Eine mehr als überraschende Nachricht, denn der 32-Jährige schoss nicht nur die aktuell letzten zwei Tore dieser Saison (im Heimspiel gegen die VSG Altglienicke). Vor allem sein Treffer zum 2:0-Sieg im Derby gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig in der Hinrunde geht in die neuere grün-weiße Geschichte ein. Nach dem Treffer rannte Heinze mit der Hand an Herz und BSG-Emblem zum Norddamm und feuerte die Fans an. Gemeinsam mit dem anderen Torschützen Florian Schmidt wurde er zum gefeierten Derby-Held.

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DURCHKLICKEN: Bilder aus der Karriere von Daniel Heinze

22.10.2006: Im Spitzenspiel der Oberliga kommt der FC Sachsen zu Hause gegen den FC Eilenburg nicht über ein 2:2 hinaus. Im Foto das Duell zwischen Christian Haufe (vorn) und Daniel Heinze. Zur Galerie
22.10.2006: Im Spitzenspiel der Oberliga kommt der FC Sachsen zu Hause gegen den FC Eilenburg nicht über ein 2:2 hinaus. Im Foto das Duell zwischen Christian Haufe (vorn) und Daniel Heinze. ©

1987 in Halle geboren, spielte Heinze seit 2004 in den Nachwuchsmannschaften vom FC Sachsen, ging 2011 zu RB Leipzig und kehrte 2015 für die BSG in den Alfred-Kunze-Sportpark zurück. In der Summe stehen 280 Spiele für den FC Sachsen und die BSG mit 66 Toren auf dem Tableau.

"Es geht um Chemie Leipzig"

Sportdirektor Andy Müller-Papra, der vorige Woche gut gelaunt die Vertragsverlängerung mit Kapitän Stefan Karau verkündete, hatte im SPORTBUZZER-Interview erklärt: "Es ist wichtig eine gesunde Mischung zwischen älteren und jüngeren Spielern zu haben, die haben wir." Weshalb einer Vertragsverlängerung seitens des Vereins mit dem 32-Jährigen nichts im Wege stand, so Müller-Papra. Bereits vor Ostern, habe man dem Mittelfeldspieler deshalb "vermittelt, dass wir gerne mit ihm weitermachen wollen, da er immer einer ist, der Verantwortung auf dem Platz übernimmt und sich für Chemie zerreißt."

Nach einem "emotionalen Gespräch" am Dienstag erklärte Heinze nun allerdings, dass er seine Karriere zum Saisonschluss beendet. Für Müller-Papra, der in seiner aktiven Zeit selbst noch mit der chemischen Nummer 10 auf dem Platz gestanden hatte, wie für den ganzen Verein "ein herber Verlust". Daniel Heinze selbst ist die Entscheidung "wahnsinnig schwer" gefallen. Aber so der Kicker weiter: "Es geht um Chemie Leipzig, nicht im Daniel Heinze. Chemie kann sich nur weiterentwickeln, wenn junge, talentierte Spieler aufgebaut werden können - und das geht nur über Spielpraxis."