17. Oktober 2020 / 15:49 Uhr

BSG Chemie Leipzig feiert verdienten Auswärtssieg in Auerbach

BSG Chemie Leipzig feiert verdienten Auswärtssieg in Auerbach

Britt Schlehahn
Leipziger Volkszeitung
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Große Freude bei der BSG Chemie Leipzig: Die Jagatic-Elf gewann verdient mit 2:0 beim VfB Auerbach. © Christian Donner Photography
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Alexander Bury macht mit seinem Treffer zum 2:0 in der Schlussminute den Sieg im Vogtland perfekt. Zuvor hatte Stephane Mvibudulu getroffen. Die Jagatic-Elf war gegen zwar bemüht aber letztlich harmlos agierende Hausherren die deutlich bessere Mannschaft und verzeichnete ein klares Chancen-Plus. 

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Die Ausgangssituation

15 Punkte konnten die Leutzscher bisher aus neun Partien für das ausgerufene Saisonziel Klassenerhalt sammeln. Mit vier Siegen, drei Unentschieden und zwei Niederlagen stehen 15 Tore und 9 Gegentore zu Buche. Damit erzielte Chemie hinter Tabellenführer Viktoria Berlin mit acht und Drittligaabsteiger Jena mit sieben Gegentoren die drittbeste Leistung in der Defensive.

Am vergangenen Samstag gewann die Elf von Miroslav Jagatic gegen Reichenbach in der dritten Sachsenpokalrunde mit 4:0. Jeweils zwei Tore lieferten Florian Kirstein und Benjamin Luis. Jagatic wusste bereits unmittelbar nach dem Apfiff gegenüber dem SPORTBUZZER, dass das Spiel gegen Auerbach "megaschwer" wird. "Das ist eine gestandene Regionalligamannschaft, vor der man den Hut ziehen kann." Vor allem in Heimspielen zeige das Team von Sven Köhler "zielstrebigen Fußball", so Jagatic. Auf dem Zettel habe er vor allem die Auerbacher Marc-Philipp Zimmermann und Yannic Voigt.

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Die BSG Chemie Leipzig konnte sich mit 2:0 beim VfB Auerbach durchsetzen. Die Tore erzielten Stephane Mvibudulu und Alexander Bury. Zur Galerie
Die BSG Chemie Leipzig konnte sich mit 2:0 beim VfB Auerbach durchsetzen. Die Tore erzielten Stephane Mvibudulu und Alexander Bury. ©

Sven Köhler sprach im Vorfeld ebenfalls von einer "schweren Aufgabe", denn "Chemie hat eine gute Truppe zusammen. Sie bekommen wenig Gegentore, weil sie als Mannschaft geschlossen gut verteidigen". Auerbach muss vor allem seine Defensive beisammen halten, denn die Vogtländer blickten vor dem Anpfiff am Samstag zwar auf 17 Tore, aber auch auf 20 Gegentore.

Das Personal

Miroslav Jagatic veränderte seine Elf im Gegensatz zum Luckenwalde-Spiel auf zwei Positionen. Pokal-DoppeltorschützeFlorian Kirstein kam zu seinem Startelfdebüt und auch Alexander Bury lief gleich zu Beginn auf. Sven Köhler veränderte seine Mannschaft im Vergleich zum Pokalspiel mit Alexander Morozow auf einer Position.

Der Stadionsprecher betonte, dass Auerbachwetter herrsche – also schleichende Kälte bei Nieselregen. Beides kommt den Gastgebern für gewöhnlich entgegen. Auf Grund der aktuellen Corona-Situation wurde die Zuschauerzahl auf 999 reduziert, um überhaupt vor Publikum spielen zu können.

Die erste Halbzeit

In den ersten fünf Minuten tauchte der VfB zweimal gefährlich vor dem Tor von Benjamin Bellot auf. In der 9. Minute zeigte sich Kirstein erstmals gefährlich vor Auerbachs Keeper Schmidt. In der 13. Minute kam Chemie das Glück zu Hilfe. Nach turbulenter Strafraumsituation wollte Auerbach-Kapitän Schlosser seinem Torwart helfen, aber stattdessen ging der Ball ins Tor. Als Torschütze wurde Stephane Mvibudulu geführt.

Auerbach drückte weiter und prüfte Benjamin Bellot ein ums andere Mal erfolglos. In der 29. Minute traf Mvibudulu für die BSG nur den Pfosten. Nach einem Foul an Lucas Surek verzog Bury in der 33. Minute den Freistoß. Miroslav Jagatic wirbelte am Spielfeldrand umher, denn er sah wohl, wie Auerbach auf den Ausgleich drängte. Doch stattdessen tauchte Chemie im Auerbacher Strafraum auf. In der 39. Minute spielte Mvibudulu die Auerbacher Abwehr aus, brachte den Ball aber nicht im Tor unter.

Nikolajewski versuchte es mit einem Fernschuss, aber auch seine Aktion blieb ergebnislos. Nachdem Mvibudulu erneut die rechte Abwehr von Auerbach fast mühelos überwand und auf Bury flankte, traf der nur den Pfosten. Im Gegenzug musste Nikolajewski Bellot auf der Linie helfen, damit die Führung für Chemie auf der neuen LED-Anzeige auch nach 45 Minuten noch zu sehen war. Jagatic und Co-Trainer Christian Sobotka standen nach dem Halbzeitpfiff noch einige Minuten zusammen auf dem Platz und besprachen sich.

Die zweite Halbzeit

Zur zweiten Hälfte kam Benjamin Schmidt für Morgan Fassbender. Die Auerbacher Spieler betraten als erste Mannschaft den Platz. Die erste Chance aber hatte Chemie. Florian Kirstein vergab in der 49. Minute. Auerbach drückte zwar auf den Ausgleich, die besseren Chancen hatten die Gäste. Kirstein hob in der 56. Minute den Ball nach Flanke von Mvibudulu über das Auerbacher Tor. Der Flankengeber selbst traf in der 60. Minute lediglich das Außennetz.

In den folgenden Minuten konnte der VfB den Ball einfach nicht im Chemie-Tor unterbringen, obwohl Möglichkeiten dafür zur Genüge vorhanden waren. Aber die Abwehr um BSG-Kapitän Stefan Karau ließ nichts zu. Er war es auch, der den Ball in der 74. Minute förmlich von der Linie kratzte. Danach wechselte Jagatic Petracek für Kirstein ein. Der VfB kämpfte, aber selbst nach elf Ecken fand der Ball keinen Weg an Bellot vorbei.

Dann kam Chemie endlich wieder ins Spiel, dank Alexander Bury, der in der 89. Minute den Deckel drauf machte. Die BSG-Fans sangen folgerichtig: „Eieiei wir haben eine Mannschaft – Chemie ist wunderbar.“

Am nächsten Samstag kommt Bischofswerda nach Leutzsch.