29. August 2021 / 11:55 Uhr

BSG Chemie Leipzig in Feierlaune nach dem Remis gegen Chemnitz

BSG Chemie Leipzig in Feierlaune nach dem Remis gegen Chemnitz

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Leipzig, 27.08.2021, Alfred-Kunze-Sportpark, Fußball, Männer, Regionalliga Nordost, Saison 2021/2022, 8. Spieltag , 
BSG Chemie Leipzig - Chemnitzer FC ,   
Im Bild: Fans Chemie Leipzig , 
Foto: PICTURE POINT / Gabor Krieg , 
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Frenetisch unterstützen die Fans der BSG Chemie Leipzig ihre Lieblinge beim 1:1-Unentschieden gegen den Chemnitzer FC. © Picture Point
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Spiele bei Chemie sind immer stimmungsvoll. Flutlichtspiele im "AKS" sind jedoch absolute Höhepunkte. Das 1:1 gegen den Chemnitzer FC war wieder so ein Match, an dem sich die grün-weiße Seele kräftig erwärmen konnte. Die Fans feierten über fast die gesamten 90 Minuten, sorgten für eine tollen Stimmung und feierten nach Abpfiff die wieder einmal aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft. 

Leipzig. Leutzsch mit Zuschauerboom: 4099 Fans bevölkerten die Traversen des Alfred-Kunze-Sportparks am Freitagabend trotz Dauerregen und kriechender Kälte. Die favorisierten Gäste mit der Vollprofitruppe hatten mehr Ballbesitz und die feinere Klinge, Chemie hielt von Anfang an voll dagegen. Als Kirstein per Kopf (7.) und Surek mit dem rechten Fuß (8.) die ersten Chancen verpassten, war die Kulisse voll da. Als die Himmelblauen gefährlicher wurden und Chemie einige bange Momente wie beim Schuss von Kircicek (15.) oder beim Pfostenkopfball von Pagliuca (28.) zu überstehen hatte, hallten die Wechselgesänge durchs Leutzscher Holz.

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Die Fans haben ein feines Gespür dafür entwickelt, wann ihre Jungs auf dem Rasen Unterstützung brauchen. Tosender Jubel natürlich nach der Führung von Jäpel (31.), die viele erst gar nicht glauben wollten, weil der Ball eher überraschend ins Netz holperte. Der Kopfball des Neuzugangs aus Probstheida war nicht scharf, aber als Aufsetzer eben sehr unberechenbar.

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Die BSG Chemie Leipzig ergattert im Heimspiel gegen den Chemnitzer FC ein 1:1-Unentschieden. Zur Galerie
Die BSG Chemie Leipzig ergattert im Heimspiel gegen den Chemnitzer FC ein 1:1-Unentschieden. ©

Nach der Halbzeitpyroshow im Fanblock nebelte es noch einige Minuten, dann übernahm Chemnitz die Initiative und glich durch Pagliuca aus (51.). Chemie nahm den Kampf voll an, brach nicht zusammen und hielt dagegen. Nur einmal stockte den Zuschauern der Atem, als Caciel allein durchgebrochen war und Bellot mit einem Lupfer bereits überwunden hatte, Surek den Ball aber vor der Linie wegschlagen konnte (59.). In der Schlussphase drängten die Grün-Weißen sogar auf den Siegtreffer, hatten einige vielversprechende Szenen durch Wendt und Luis (87., 90.), unterstützt vom Dauergesang des gesamten (!) Stadions. Das „Grün und Weiß ein Leben lang, kämpfen, Chemie!“ wird seit Jahren immer zum Ende der Spiele gesungen. Nach dem Spiel ist das gemeinsame Abfeiern von Fans und Mannschaft zum Ritual geworden, und das völlig unabhängig vom Spielergebnis. Nach der Heimniederlage gegen Lichtenberg genauso wie am Freitag gegen Chemnitz. Natürlich fiel der wilde Jubeltanz der Spieler nach dem Lichtenberg-Spiel aus, wurde dafür gegen Chemnitz umso euphorischer nachgeholt. Allein diese Show ist schon das Eintrittsgeld wert…

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Alex Bury, der sich am Dienstag unter so dramatischen Umständen verletzt hatte, stand mit vor der Kurve und wurde mit Sprechchören gefeiert. „Das tut echt gut und berührt mich. Der Spruch von der großen Familie ist kein leeres Gerede, das wird hier wirklich gelebt“, sagte Bury. Das Schultereckgelenk soll ohne Operation heilen, mindestens vier Wochen wird es dauern: „Sonst ist aber alles OK, die Sache ist glimpflich abgegangen, es gibt keine Nachwirkungen“. Bury war nach einem Zusammenprall kurz bewusstlos.

Nur eines war nach dem Abpfiff dieses Mal anders. Während sich die Trainer von Tasmania und Lichtenberg geradezu euphorisch über den AKS und die Stimmung geäußert hatten („Wer den Fußball liebt, der muss auch dieses Stadion lieben“), hielt sich Chemnitz-Coach Berlinski zurück. Er hatte vollauf damit zu tun, die Leistung seiner Mannschaft und das Unentschieden aus Favoritensicht zu erklären. Dass Chemie-Trainer Jagatic zufrieden war, kann man sich denken: „Wir können stolz sein auf unsere Leistung und wie wir dagegengehalten haben.“