27. Juni 2021 / 15:37 Uhr

BSG Chemie Leipzig leiht Flutlicht-Anlage vom FC Liverpool

BSG Chemie Leipzig leiht Flutlicht-Anlage vom FC Liverpool

Uwe Köster
Leipziger Volkszeitung
Durch den AKS wird in der kommenden Spielzeit ein Hauch von Anfield wehen: Die Leutzscher erhalten vom Liverpooler Trainingsgelände eine mobile Flutlichtanlage. 
Durch den "AKS" wird in der kommenden Spielzeit ein Hauch von Anfield wehen: Die Leutzscher erhalten vom Liverpooler Trainingsgelände eine mobile Flutlichtanlage.  © Andre Kempner
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Ein Hauch von Anfield weht in der kommenden Saison durch das Leutzscher Holz: Die BSG Chemie wird bei der Umsetzung der Regionalliga-Zulassung vom englischen Premierligisten unterstützt und erhält für die Spielzeit 2021/22 eine mobile Flutlichtanlage vom dortigen Trainingszentrum.

Leipzig. Die Entscheidung des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV), der BSG Chemie Leipzig nur dann eine Zulassung für die Regionalligasaison 2021/22 zu erteilen, wenn bis 20. Juli eine taugliche Spielstätte mit Flutlicht nachgewiesen wird, traf den Verein nicht unvorbereitet. „Wir hatten einen Plan B, denn wir kennen ja den Verband“, sagt Chemies Vereinsvorsitzender Frank Kühne.

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Die Heimspielstätte der Chemiker, der Alfred-Kunze-Sportpark (AKS), besitzt kein Flutlicht. Bislang konnten die Leipziger ihre Regionalliga-Spiele dort nur mit einer Ausnahmegenehmigung austragen. Die Genehmigung wurde vom NOFV nicht verlängert.

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Kühne stellt klar, dass ein Umzug in ein anderes Stadion nicht in Frage kommt. Stattdessen wird nun eine mobile Flutlichtanlage im AKS installiert. „Sie ist schon unterwegs nach Leutzsch“, sagt Kühne. Es handelt sich nicht um die Anlage, die Chemie für das DFB-Pokalspiel gegen den SC Paderborn am 30. Oktober 2018 gemietet hat. Die jetzige sei kompakter und kleiner. Sie kommt aus England von einem Trainingsplatz des FC Liverpool. Chemie kostet das mobile Flutlicht für ein Jahr knapp 100 000 Euro. Denn spätestens im Mai/Juni 2022 soll eine feste Flutlichatanlage im AKS installiert sein. Der Bauantrag soll in den nächsten zwei Wochen eingereicht werden, das Geld (knapp 500 000 Euro) liegt bereit.

Die Zulassung für die kommende Spielzeit scheint also nur noch Formsache, doch für Chemie ist die Sache damit noch nicht erledigt. Der Verein will gegen den Entscheid des NOFV vorgehen. „Es liegt doch nicht an uns, dass wir bisher kein Flutlicht haben. Das Geld ist da. Aber unser Stadion liegt in einem Landschaftsschutzgebiet und in einem Vogeleinzugsgebiet. Wir haben alle Gutachten und Genehmigungen eingeholt, aber Verwaltungsakte brauchen eben Zeit. Doch das hat man beim Verband nicht akzeptiert“, erklärt Frank Kühne.

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Der Vorstandschef ist noch aus anderen Gründen sauer auf den NOFV. „Es ist mir völlig unverständlich und ein absolutes Unding, dass in diesen pandemiebedingten Krisenzeiten keinerlei Verständnis für die Belange der Vereine gezeigt wird“, schimpft Kühne. „Wir hatten in der Pandemie keine Zuschauer, uns fehlen Einnahmen. Überall gab es Kompromisse, es ging um das Überleben der Vereine. Doch beim NOFV zählen alle diese Argumente nicht.“

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