06. Februar 2020 / 19:12 Uhr

Chemie Leipzig empfängt Schlusslicht Bischofswerda: „Angst muss raus aus den Köpfen“

Chemie Leipzig empfängt Schlusslicht Bischofswerda: „Angst muss raus aus den Köpfen“

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
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Beim Hinspiel gab es für die Chemiker in der Lausitz beim 0:0 nur einen Punkt. Im heimischen Stadion sollen es drei werden. © Christian Donner
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Wenn der Tabellenletzte kommt, scheint ein Heimsieg beinahe selbstverständlich.

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Leipzig. Doch das solch lediglich papiergestützte Gedanken im Fußball nicht viel wert, ja geradezu gefährlich sind, weiß man natürlich bei Regionalligist Chemie Leipzig. Bedeutet: Auch das Schlusslicht Bischofswerdaer FV wird mit Respekt empfangen, die Punkte will man freilich im Alfred-Kunze-Sportpark behalten. Die Gäste um Trainer Erik Schmidt haben solche allerdings noch weit nötiger als die Leutzscher. Denn diese haben immerhin schon 21 Zähler auf dem Konto, der BFV dagegen erst zehn. Folglich sind die Erwartungen an den Tabellendreizehnten klar, ein Sieg muss her.

Dazu braucht es auch gegen den Letzten mehr Durchschlagskraft im Angriff als in den bisherigen Spielen, wie zuletzt beim etwas blutarmen 0:1 in Potsdam-Babelsberg für die Fans schmerzhaft zu besichtigen. Denn leider verbindet Chemie mit Bischofswerda die schwache Torausbeute. Die Grün-Weißen trafen erst 18, der BFV gar nur 16 mal. Die Gegentore sagen indes etwas darüber aus, was beide Teams unterscheidet. Miroslav Jagatics Mannen ließen lediglich 22 Tore zu, stehen meist stabil in der Defensive, während die Oberlausitzer den Ball schon 51 mal aus dem eigenen Netz pflücken mussten – im Schnitt fast dreimal pro Spiel.

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Bischofswerdaer FV - BSG Chemie Leipzig (0:0) Zur Galerie
Bischofswerdaer FV - BSG Chemie Leipzig (0:0) ©

„Eigenes Spiel mehr durchdrücken“

Schmidt weiß also: „Chemie ist da wie auch nach Punkten deutlich besser gestellt.“ Das ändert nichts an seinem Wunsch, eine Überraschung zu schaffen. Der wieselflinke Frank Zille ist mit sieben Treffern aktuell bester BFV-Torjäger. Das Testspiel gegen Inter Leipzig gewann sein Team allerdings ohne ihn 2:0. Auffällig war Luca Shubitidze, der auch im letzten Test am Dienstag, einem 6:1-Sieg bei Sachsenligist VfL Pirna-Copitz, mit zwei Treffern glänzte.

Für Jagatics Truppe ist bislang Tommy Kind mit sechs Treffern am torgefährlichsten. Nach dem unbefriedigenden Auftritt in Babelsberg habe er viele Gespräche mit den Spielern geführt, berichtet der Chemie-Coach. „Wir müssen zielstrebiger und mutiger spielen, die Angst, zu versagen, muss raus aus den Köpfen.“ Deshalb sei er derzeit als Psychologe gefragt. „Damit wir das abrufen, was wir eigentlich können. Wir müssen unser eigenes Spiel mehr durchdrücken.“

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Ob Tomas Petracek, Marc Böttger und Björn Nikolajewski dabei „mitdrücken“ können, war am Donnerstag noch offen, das Trio ist leicht angeschlagen. Auch auf Bischofswerdaer Seite konnten in dieser Woche einige Akteure nicht wie gewünscht mittrainieren, darunter der einzige Winterzugang Nicholas Prasad. Der Nationalspieler der Fidschi-Inseln ist verletzt. „Aber wir werden schon genug Leute zusammenkriegen, auch wenn unser Kader in der Winterpause reduziert wurde“, kündigt Schmidt leicht sarkastisch an. Vier verließen den Verein.

Im Hintergrund ist es bei den Oberlausitzern noch immer unruhig. Nach Schmidts Rückkehr auf den Trainerposten für den etwas glücklosen Fred Wonneberger legte am Donnerstag überraschend Sportchef Steffen Schmidt sein Amt nieder. Er bleibt jedoch Sponsor des BFV.

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