30. Oktober 2020 / 09:36 Uhr

BSG Chemie Leipzig vor Corona-Pause: Im Stimmungstief gegen den Chemnitzer FC

BSG Chemie Leipzig vor Corona-Pause: Im Stimmungstief gegen den Chemnitzer FC

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
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Nach dem Spiel gegen Chemnitz ist erstmal Schluss: Die BSG Chemie Leipzig und alle anderen Amateurmannschaften müssen vorerst pausieren, dürfen weder spielen noch trainieren. Aber selbst in den vierten Ligen sind einige Spieler hauptberuflich Fußballer. © Christian Donner Photography
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Die Chemie Leipzig wappnet sich für die Zeit des neuerlichen Lockdowns, muss sich zuvor aber noch gegen Drittligaabsteiger Chemnitzer FC bewähren.

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Leipzig. Katerstimmung statt euphorische Vorfreude – für das Gastspiel des Chemnitzer FC in Leutzsch bei der BSG Chemie am Sonntag (13.30 Uhr) ist der optimale Stimmungskiller auf den Plan getreten. Abhängig vom Inzidenzwert sind zwischen 250 und 1000 Zuschauer möglich – zum letzten Mal für unbestimmte Zeit. Denn ab kommenden Montag greifen die Regelungen der Bundesregierung, nach der Amateursport zunächst für vier Wochen verboten wird.

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Die Regionalliga gilt nicht als Profiliga und fällt unter diese Regelung fallen. „Nichtsdestotrotz weiß jeder, dass es de facto viele Vereine gibt, bei der kein Spieler arbeiten geht. So ganz Amateure sind hier also die wenigsten Vereine“, weiß Chemie-Schatzmeister Florian Berger. Die Meinung der Regionalliga-Vereine ist deshalb einhellig: Ohne Fans braucht man nicht zu spielen. Zu sehr ist man auf die Zuschauereinnahmen angewiesen. Der zuständige Nordostdeutsche Fußballverband reagierte denn auch prompt, verfügte am Donnerstag die Unterbrechung des Spielbetriebs ab 2. November. Doch dabei bleibt es nicht: Denn die neue Regelung bedeutet auch, dass nicht einmal trainiert werden darf.

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Ein Desaster, findet Chemie-Vorstandsvorsitzender Frank Kühne: „Man will sich das gar nicht vorstellen. Das ist alles so unsagbar traurig.“ Vom NOFV, dem zuständigen Verband, erhoffe man sich eine klare Positionierung diesbezüglich. Die Erfolgsaussichten mag Kühne nicht beurteilen: „Wir alle wissen, wie Verbände arbeiten. Und wir sind natürlich auch nicht der Nabel der Welt.“

Andererseits hätten er und seine Mitstreiter bei Chemie die Verantwortung für den Verein und würden deshalb selbstverständlich kämpfen. Scharfe Waffen aber habe man nicht, zumal die Gesundheit selbstredend im Mittelpunkt stehe. Trotzdem verstehe er nicht, so Kühne, warum flächendeckend alle betroffen seien, sogar die, die nachgewiesen hätten, dass sie die Hygienekonzepte umsetzen würden: „Es ist mir kein einziger Fall bekannt, bei dem sich jemand im Stadion mit Corona infiziert hätte.“

„Warum nicht gewinnen?“

Für das vor der Tür stehende Spiel gegen den CFC, normalerweise ein Fußballfest, auf das tausende Fans hingefiebert hätten, sind dank einer Sondergenehmigung – Stand Donnertag-Nachmittag – 1000 Zuschauer zugelassen.  Das kann sich freilich stündlich ändern.

Der sportliche Teil gerät so zwangsläufig in den Hintergrund. „Ein Trauerspiel, das tut mir so leid für die Jungs, die sich einen so tollen Stand erarbeitet hatten“, sagt Frank Kühne. Fakt ist: Trotz der Niederlage in Halberstadt ist Chemie in der Lage, auch die Chemnitzer (4 Punkte hinter der BSG) zu ärgern. „Warum nicht gewinnen?“, fragt Philipp Wendt, der noch verletzt zuschauen muss. Es stehen fast alle Spieler zur Verfügung, man hat trotz des 1:2 auch in Halberstadt klar das Spiel dominiert, dieses Mal nur nicht zwingend genug agiert. „Das passiert keine zwei Mal nacheinander“, verspricht Mittelfeld-Motor Alex Bury.