11. September 2021 / 10:26 Uhr

BSG Chemie will bei Spitzenreiter BFC Dynamo mit „Wagenburgmentalität“ punkten

BSG Chemie will bei Spitzenreiter BFC Dynamo mit „Wagenburgmentalität“ punkten

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
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Die Fußballfans dürfen spannende Zweikämpfe zwischen den Weinrot-Weißen und den grün-weißen Leutzschern erwarten. © Christian Donner
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Die BSG Chemie muss am Sonntag (13 Uhr) beim Berliner FC Dynamo auf mehrere Leistungsträger verzichten. „Da müssen wir durch!“ weiß Coach Miro Jagatic. Der Trainer fordert von seinen Männern einen enormen Einsatzwillen und eine brutale Effizienz ein. Immerhin haben die Leutzscher in der laufenden Saison noch kein Auswärtsspiel verloren.

Leipzig. Die BSG Chemie geht den schweren Gang zum Spitzenreiter der Regionalliga Nordost und tritt am Sonntag (13 Uhr) beim BFC Dynamo an. Die Bilanz gegen die Weinrot-Weißen mutet seltsam an, denn trotz der vierten Regionalligasaison der Leutzscher spielen sie erst zum fünften Mal gegen die Berliner – und zum zweiten Mal überhaupt erst auswärts. Denn Corona verhinderte zwei Spiele. Das einzige Aufeinandertreffen in Berlin ging für Chemie 2017 mit 0:3 verloren. Allerdings hätte eine 2:0-Führung niemanden überrascht, doch der heutige Teammanager Daniel Heinze verschoss einen Elfmeter und Philipp Wendt scheiterte frei vor dem Torwart.

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BSG Chemie ist klarer Außenseiter

Die Vorzeichen sind auch dieses Mal recht eindeutig: Der BFC Dynamo führt die Tabelle mit 24 Punkten an (Chemie 14) und kann vor allem in der Offensive einiges bieten. Nicht weniger als 25 Treffer erzielten die Berliner und verfügen damit über die stärkste Offensive der Liga. Auch, wenn die wenigsten aller Teams bisher die volle Anzahl von neun Spielen absolviert haben, sagt das einiges aus.

DURCHKLICKEN: Im August 2020 schlug Chemie den BFC Dynamo 3:1

Toller Erfolg zum Saisonauftakt: Die BSG Chemie Leipzig gewann gegen den BFC Dynamo hochverdient mit 3:1. Zur Galerie
Toller Erfolg zum Saisonauftakt: Die BSG Chemie Leipzig gewann gegen den BFC Dynamo hochverdient mit 3:1. ©

Die BSG Chemie hat die zweitbeste Defensive aller Teams, die alle neun Spiele bisher bestreiten konnten. Acht Gegentreffer zeigen die Stabilität an, auch wenn zuletzt einige Gegentore zu leicht fielen. Chemie-Trainer Miro Jagatic geht ganz realistisch an die Sache heran: „Wir haben uns natürlich Gedanken gemacht, auch wenn der BFC die klare Favoritenrolle innehat. Wir haben nichts zu verlieren und werden mit Freude auftreten und uns gegenseitig puschen, damit jeder das Optimale herausholen kann“. Vor allem gelte es, die gefährlichen Standards des Gegners zu vermeiden und damit die Lufthoheit vor allem von Stürmerstar Christian Beck (9 Treffer bisher) zu verhindern. Aber auch Bolyki (4) und Siebeck (3) wissen, wo das Tor steht.

Die englischen Wochen rächen sich

Vor allem hadert Jagatic mit der Verletztenmisere seines Teams. Die zuletzt genesenen Spieler fallen erneut aus. So muss Andy Wendschuch erneut sieben bis zehn Tage aussetzen, während bei Lucas Surek eine (wahrscheinliche) Herzmuskelentzündung diagnostiziert wurde. Eine ernstzunehmende Sache, Dauer ungewiss. Max Keßler und Alex Bury sind langzeitverletzt und Stephané Mvibudulu laboriert noch immer an einer Achillessehnenreizung: „Es geht mir schon besser, aber ich bin noch nicht über den Berg“, sagte der bisher neben Denis Jäpel erfolgreichste Stürmer der BSG Chemie (3 Treffer).

Die Doppelbelastung durch Arbeit und die vielen Spiele in den englischen Wochen rächt sich jetzt. Das ist nicht schön, aber da müssen wir durch“, weiß Jagatic. Trotz der klaren Rollenverteilung hat er natürlich einen Matchplan, der aber nur bei „brutaler Effizienz unsererseits“ funktionieren kann. Heißt auf deutsch: die wenigen Chancen, die Chemie bekommen wird, müssen rein.

Wie das funktioniert, wissen aus dem aktuell zur Verfügung stehendem Kader nur noch sieben Spieler. Benjamin Bellot, Stefan Karau, Manuel Wajer, Florian Kirstein, Benjamin Luis, Tarik Reinhard und Benjamin Boltze standen vor etwas über 13 Monaten auf dem Platz, als der BFC mit 3:1 in Leutzsch bezwungen wurde. Vielleicht gelingt es ihnen, ihren Mitspielern zu vermitteln, wie ein Erfolg auch in Berlin gelingen kann.


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Trainer Jagatic jedenfalls beschwört eine „Wagenburg-Mentalität“: „Wir müssen zusammenhalten und ohne Angst an die Aufgabe herangehen. Wir müssen uns vor keinem verstecken!“ Recht hat er, und am Ende wird auch die interessante Frage stehen, welche Serie hält: Der BFC hat noch keine einzige Heimniederlage hinnehmen müssen, während Chemie auf fremden Plätzen ungeschlagen ist. Das gab es so auch lange nicht mehr für die Leutzscher.