03. Dezember 2019 / 19:00 Uhr

BSV Gleidingen hat ein Maulwurf-Problem: Nun wird die Maulwurfsperre getestet

BSV Gleidingen hat ein Maulwurf-Problem: Nun wird die Maulwurfsperre getestet

Sportredaktion Hannover
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Pilotprojekt Maulwurfsperre beim BSV Gleidingen
Pilotprojekt Maulwurfsperre beim BSV Gleidingen © Astrid Köhler
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Auf Laatzens Fußballplätzen gibt es ein Maulwurf Problem. Besonders der BSV Gleidingen leidet darunter. Bevor das Training starten konnte, mussten immer erst die Hügel beseitigt werden. Helfen soll nun die Maulwurfsperre. 

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Wühlmäuse und Maulwürfe setzen den Fußballplätzen in Laatzen immer wieder arg zu. In diesem Jahr hatte besonders der BSV Gleidingen mit den Tieren zu kämpfen. Vor jeder Trainingseinheit und jedem Spiel mussten die neu in die Rasenplätze am Jahnweg gegrabenen Gänge verfüllt und die Maulwurfshügel breit getreten werden, um zu verhindern, dass Sportler versehentlich hineintreten und sich verletzen. Besonders schlimm war die Lage zuletzt auf dem A-Platz. Da es sehr zeitaufwendig und unter Umständen auch teuer ist, gegen die Tiere vorzugehen, und um dauerhaft zu verhindern, dass sie überhaupt den Platz erreichen, testet die Stadt in einem Pilotprojekt sogenannte Maulwurfsperren. Im Fall eines Erfolges könnten diese auch auf anderen Sportplätzen verbaut werden.

"Furchtbare Situation auf dem Platz"

„Wir hatten eine furchtbare Situation auf dem Platz in Gleidingen“, sagt der für Laatzens Sportplätze zuständige Verwaltungsmitarbeiter Stefan Sandmann. Daher sei dieser auch als Testort ausgewählt worden. Wurden noch bis vor einigen Jahren tödliche Methoden der Schädlingsbekämpfung angewandt, weshalb die betroffenen Plätze einige Zeit gesperrt werden mussten, sei dies inzwischen nur noch mit Sondergenehmigung der Region möglich. Der Stadt liege zwar eine Genehmigung vor, betonte ihr Sprecher Matthias Brinkmann, sie nutze diese aber nicht – auch aus Kostengründen.

Der Kampf gegen Maulwürfe und Wühlmäuse kann für die Stadt schnell teuer werden. Eine einzelne „Behandlung“ koste etwa 2000 bis 2500 Euro, wobei in der Regel mehr als drei Durchgänge nötig seien, so Sandmann. Pro Jahr und Platz können so schnell 10 000 Euro zusammenkommen – und eine Garantie, dass die Tiere den Rasen in der Folgezeit in Ruhe lassen, gibt es nicht.

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Die Maulwurfsperre

Alternativ probiert die Stadt nun bauliche Mittel aus: die Maulwurfsperre. Wer danach im Internet sucht, sieht Angebote für engmaschige Gitternetzrollen aus Kunststoff in verschiedenen Breiten und zumeist 50 Metern Länge – etwas mehr also, als ein durchschnittlicher Sportplatz breit ist. Üblicherweise werden die Bahnen bei Neuanlagen horizontal und nebeneinander verlegt, eh der Mutterboden und die eigentliche Rasenschicht aufgebracht werden. Dieses Verfahren kam für Gleidingen, wo der Sportplatz durchgehend zu nutzen sein soll, aber aus Kosten- und Zeitgründen nicht infrage.

Auf dem A-Platz des BSV wurde das enge Gitternetz daher im November – auch für den Hersteller laut Stadt neu – senkrecht in die Erde gesetzt: in einen schmalen bis zu 90 Zentimeter tiefen Graben. „Maulwürfe können bis zu 80 Zentimeter tiefe Gänge graben“, weiß Sandmann inzwischen. Sicherheitshalber sei der Zaun daher noch etwas tiefer verlegt worden – an drei Seiten um den Platz herum. Lediglich im Norden sei wegen der Tribüne und des Untergrundes darauf verzichtet worden.

Tiere sollen dauerhaft abgehalten werden

Da die Spuren der Wühlmäuse und Maulwürfe bisher von der Feld- und Wiesenseite im Süden aus auf den Platz führten, ist die Hoffnung groß, dass die Tiere dauerhaft vom A-Platz abgehalten werden. Um zu verhindern, dass diese oberirdisch auf den Rasen gelangen, ragt der Gitterzaun noch 20 bis 30 Zentimeter aus dem Boden heraus. An den schmalen Seiten des Sportplatzes wurde er direkt am Ballfangzaun verlegt und befestigt, an der Südseite wiederum an extra verlegten hohen Gartenschwellen aus Holz.

„Wir brauchen dringend einen funktionierenden A-Platz, um den Fußballbetrieb aufrechterhalten zu können“, sagt die BSV-Vorsitzende Heike Heisig. Dass die Sperre nun verbaut sei, stimme sie „glücklich und zufrieden“ – auch wenn der Maulwurf aufgrund seiner ökologischen Funktion von der Deutschen Wildtierstiftung gerade zum Tier des Jahres 2020 ernannt wurde.

Ursprünglich habe die Maulwurfsperre schon im Sommer eingesetzt werden sollen, so Sandmann, doch es gab Verzögerungen. Nun müsse sich zeigen, wie erfolgreich der Pilotversuch ist. Die Kosten dafür schätzt die Stadt auf rund 25 000 Euro.

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