26. Oktober 2020 / 11:31 Uhr

Martin Harnik über mentale Belastung im Profi-Fußball: "Schweißausbrüche mit kaltem Schweiß"

Martin Harnik über mentale Belastung im Profi-Fußball: "Schweißausbrüche mit kaltem Schweiß"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Martin harnik, früher u.a. Profi bei Werder Bremen, kickt jetzt in der Oberliga Hamburg für die TuS Dassendorf.
Martin harnik, früher u.a. Profi bei Werder Bremen, kickt jetzt in der Oberliga Hamburg für die TuS Dassendorf. © imago images/Nordphoto/Montage
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Österreichischer Nationalspieler und lange Jahre Bundesliga-Profi – Martin Harnik hat eine ansehnliche Profikarriere hinter sich, die er im Sommer 2020 beendete. Der 33-Jährige spricht nun über die mentalen Belastungen während seiner Laufbahn.

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Wenige Wochen nach dem Ende seiner Bundesliga-Karriere hat Ex-Profi Martin Harnik sehr offen und kritisch über die "mentale Belastung des Profi-Fußballs" gesprochen. "Jede Entwicklung wirkte sich auf meine körperliche Verfassung aus. Vor Spielen habe ich manchmal Schweißausbrüche mit kaltem Schweiß bekommen", sagte der 33-Jährige in einem Interview von Spox. "Erfolglose Phasen raubten mir viel Energie. Wenn ich morgens aufgewacht bin, habe ich mich oft ausgelaugt gefühlt." In erfolgreichen Phasen habe er "das exakte Gegenteil erlebt: Da war ich auch nach zwei Stunden Schlaf super drauf und voller Energie. Diese Achterbahnfahrt der Gefühle war brutal für mich."

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Harnik spielte als Profi in der Bundesliga und 2. Liga für Werder Bremen, Fortuna Düsseldorf, den VfB Stuttgart, Hannover 96 und in der vergangenen Saison auf Leihbasis für den Hamburger SV. Anfang des Monats löste der 68-malige Nationalspieler Österreichs seinen Vertrag mit Werder auf und schloss sich in Hamburg dem Oberligisten TuS Dassendorf an.

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"Wenn ich für Dassendorf ein katastrophales Spiel mache und wir verlieren, wird sich das nicht auf mein Privatleben auswirken. Das ist eine große Erleichterung für mich", sagte Harnik. Im Profifußball habe er sich dagegen "mit jedem meiner Vereine stark identifiziert und immer den direkten Kontakt mit den Mitarbeitern gesucht. Es baut einen enormen Druck auf, wenn man von ihnen hört: 'Wenn ihr nicht aufsteigt, weiß ich nicht, ob ich nächstes Jahr noch einen Job habe.' Dazu kommen die Einschränkungen im privaten Bereich. Nach Niederlagen habe ich mich ungern in der Öffentlichkeit blicken lassen."