19. März 2020 / 23:04 Uhr

Ex-Werder-Manager Lemke: Meister-Titel für den FC Bayern bei Saison-Abbruch wäre "Etikettenschwindel"

Ex-Werder-Manager Lemke: Meister-Titel für den FC Bayern bei Saison-Abbruch wäre "Etikettenschwindel"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ex-Werder-Boss Willi Lemke (r.) rät der DFL zu einer Fortsetzung der Bundesliga-Saison.
Ex-Werder-Boss Willi Lemke (r.) rät der DFL zu einer Fortsetzung der Bundesliga-Saison. © Getty
Anzeige

Der frühere Werder-Manager Willi Lemke warnt Bundesliga und Klubs in der Corona-Krise vor voreiligen Entscheidung und setzt auf Geduld. Von einem Abbruch der Saison und der Kür des FC Bayern zum Meister hält er nichts.

Anzeige
Anzeige

Willi Lemke rät der Deutschen Fußball Liga und den Profiklubs in der Corona-Krise zu Geduld und warnt vor voreiligen Entscheidungen. "Ich würde jetzt mal cool bleiben und einfach abwarten. Das Wichtigste ist, dass wir die Krise schnellstmöglich in den Griff kriegen und die Zahl der Todesopfer so gering wie nur möglich halten. Auf keinen Fall sollte man jetzt sagen: 'Wir spielen die Saison im Juni zu Ende.' Das wäre total unseriös", sagte der langjährige Manager von Werder Bremen, der noch bis 2016 dem Aufsichtsrat der Hanseaten angehörte, in einem Bild-Interview.

Mehr vom SPORTBUZZER

Von einem vorschnellen Abbruch der Spielzeit, in der der FC Bayern derzeit mit vier Punkten vor Borussia Dortmund Tabellenführer ist, hält der 73-Jährige nichts: "Selbst wenn wir den Meister im Herbst oder zwei Wochen vor Weihnachten küren, müssen wir doch nicht in Panik verfallen. Jetzt abbrechen und sagen, Bayern München ist Deutscher Meister, das wäre Etikettenschwindel. Wir sollten die Saison zu Ende spielen. Aber erst dann, wenn keinerlei Risiko mehr besteht. Weder für die Spieler noch für die Zuschauer." Dabei hofft Lemke, dass es in dieser Saison trotz der gegenteiligen Erwartungshaltung der DFL noch Spiele mit Fans auf den Rängen geben wird.

Lemke würde Geisterspiele in der Bundesliga bedauern

"Die Saison nur noch mit Geisterspielen zu Ende zu spielen, fände ich auch nicht richtig. Lieber mit Zuschauern und ohne Risiko und gern dann nur mit englischen Wochen die Saison fertig spielen. Der internationale Fußballkalender sollte entsprechend flexibel gestaltet werden. Die Gesundheit der Weltbevölkerung hat absolute Priorität und da muss die Freizeitbeschäftigung Fußball zurückstehen – auch wenn es ein bisschen wehtut", meinte der SPD-Politiker.

Geisterspiele: Diese Partien wurden bereits ohne Zuschauer ausgetragen

Wegen Fan-Ausschreitungen und dem Coronavirus wurden bereits Geisterspiele in Europa ausgetragen. Der SPORTBUZZER zeigt eine Auswahl.  Zur Galerie
Wegen Fan-Ausschreitungen und dem Coronavirus wurden bereits Geisterspiele in Europa ausgetragen. Der SPORTBUZZER zeigt eine Auswahl.  ©

Nach SPORTBUZZER-Informationen werden bei Liga und Klubs derzeit drei Modelle für eine mögliche Fortsetzung der Spielzeit diskutiert. So wird unter anderem über eine an den EM-Modus angelehnte Austragung nachgedacht. Soll heißen: Die DFL legt fixe Austragungsorte in allen Regionen fest, von Nord nach Süd, von West nach Ost. Beispielsweise München für den Süden oder Dortmund für den Westen. An diesen Spielorten soll der Rest der Saison dann in kürzester Zeit mit mehreren Partien täglich gespielt werden.

Bundesliga könnte in 16 Tagen zu Ende gespielt werden

Ein zweites Szenario ist das Eil-Modell: Jeden Tag würde es Spieltage in den ersten beiden Ligen an den jeweiligen Heimstandorten geben. Die Frequenz würde enorm erhöht, jeweils zwei Tage später stünde für die Vereine bereits die nächste Begegnung an. So könnte man die Saison in nur 16 Tagen zu Ende bringen. Das dritte Szenario wäre das „Englische Modell“: Der Rest der Bundesliga-Saison wird komplett in englischen Wochen gespielt. Damit wäre die Saison innerhalb von vier Wochen zu Ende.Alle Partien müssten nach derzeitigem Stand ohne Zuschauer stattfinden.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Sport aus aller Welt