13. März 2020 / 18:01 Uhr

Bundesliga reagiert auf Sofort-Absage und diskutiert Wege aus der Krise – Bobic: "Kühlen Kopf bewahren"

Bundesliga reagiert auf Sofort-Absage und diskutiert Wege aus der Krise – Bobic: "Kühlen Kopf bewahren"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nach der Verlegung des Bundesliga-Spieltags haben sich unter anderem Frankfurt-Boss Fredi Bobic und Bayern-Verteidiger Jerome Boateng zu Wort gemeldet.
Nach der Verlegung des Bundesliga-Spieltags haben sich unter anderem Frankfurt-Boss Fredi Bobic und Bayern-Verteidiger Jerome Boateng zu Wort gemeldet. © imago images/Schüler
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Ab sofort rollt der Ball in der Bundesliga nicht mehr. Am Freitag zog die DFL die Reißleine, sagte auch den aktuellen Spieltag der Liga ab. Die Bundesligisten nahmen die Absage wegen der Coronavirus-Pandemie mit Erleichterung zur Kenntnis - und äußerten sich auch zu Zukunftsfragen.

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Die Entscheidung ist gefallen: Wegen der Coronavirus-Pandemie hat nach den anderen Topligen in Italien, Frankreich, Spanien und England auch die Bundesliga in nächster Zeit Spielpause. Kurzfristig sagte die DFL am Freitagnachmittag den anstehenden Spieltag der 1. und 2. Bundesliga ab und reagierte damit auf die zuletzt drastische Ausbreitung des Virus, der immer mehr auch den Fußball erreichte.

Zunächst hatte die DFL noch versucht, zumindest den aktuellen Spieltag in geordneten Bahnen über die Bühne zu bringen und hatte damit auch den Ärger von einigen Spielern und Ex-Profis auf sich gezogen, die den Verband scharf attackierten. Wenige Stunden vor dem geplanten Anpfiff des 26. Spieltags in beiden Ligen beschloss das Präsidium der DFL dann doch, sofort zu pausieren. Bis einschließlich 2. April soll der Ball zunächst ruhen.

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Nach der Entscheidung der DFL, die Geschäftsführer Christian Seifert am Nachmittag begründete, meldeten sich diverse Spieler und Verantwortliche der Bundesliga zu Wort. Der SPORTBUZZER hat einige Reaktionen zusammengetragen.

So reagiert die Bundesliga auf die Absage:

Jerome Boateng, Verteidiger beim FC Bayern München: "Wir alle lieben unser Spiel, aber am Ende gibt es viel wichtigere Dinge im Leben als Fußball. Es ist die richtige Entscheidung, bis auf Weiteres aufzuhören und alles zu tun, um die Verbreitung des Virus zu stoppen."

Werder-Geschäftsführer Frank Baumann: "Wir können jetzt nicht einfach den Betrieb komplett einstellen, weil wir davon ausgehen müssen und auch wollen, dass die Saison noch weitergespielt wird. Es ist eine komplett neue Situation, die noch niemand in der Bundesliga miterlebt hat. Die Mannschaft soll jetzt mal runterkommen, die Spieler sollen bei ihren Familien sein. In den nächsten Wochen muss dann eine neue Spannung aufgebaut werden. Wir haben die Spieler darum gebeten, in Deutschland zu bleiben. Es hat nicht jeder seine Familie in Bremen. Jeder soll sich kümmern können, aber sie haben Verhaltenstipps und Präventionsmaßnahmen bekommen."

Fredi Bobic, Sportvorstand von Eintracht Frankfurt: "Es ist die vernünftigste Lösung, in Anbetracht der rasanten und unübersichtlichen Entwicklung, auch den 26. Spieltag auszusetzen. Die Gesundheit aller steht an erster Stelle. Jetzt müssen wir alle einen kühlen Kopf bewahren und in der DFL-Sitzung am Montag gemeinschaftlich kluge und sinnvolle Entscheidungen im Sinne des Fußballs treffen.

Hoffenheim-Boss Görlich: Entscheidung "entspricht unserer Haltung"

Hoffenheim-Geschäftsführer Peter Görlich: "Wir begrüßen diese Entscheidung. Das ist im Sinne der Gesundheit aller und zeugt von einer Verantwortung, die unserer Haltung entspricht."

Hertha-Sportchef Michael Preetz: "Die Entscheidung ist nachvollziehbar, auch wenn die Meldung zur Verlegung kurzfristig kam. Vorausgesetzt, die Liga folgt am Montag der Empfehlung des Präsidiums, haben wir nun einige Wochen Zeit, die Entwicklungen bezüglich des Virus zu beobachten und dann die Situation neu zu bewerten."

HSV-Vorstandsvorsitzender Bernd Hoffmann: "Wir haben volles Verständnis für die Entscheidung der DFL, diesen Spieltag abzusagen und vorzuschlagen, den weiteren Spielbetrieb vorerst auszusetzen. Das Wohl der Gesellschaft steht über allem. Wir hoffen im Sinne der gesamten Bevölkerung, dass wir als Fußball mit dieser Maßnahme unseren Teil zur Eindämmung des Virus‘ beitragen können. Wir haben diesbezüglich volles Vertrauen in die Verantwortungsträger der Bundesrepublik und rufen als HSV zur maximalen Solidarität untereinander auf. Gleichzeitig unterstützen wir aus sportlicher und wirtschaftlicher Sicht die Zielsetzung der DFL, die Saison zu Ende spielen zu wollen. Auch diesbezüglich haben wir eine gesellschaftliche Verantwortung zu tragen, der wir weiterhin gerecht werden wollen."

Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald: "Eingeplante Einnahmen fallen für uns jetzt weg und das wird ohne Frage eine große Herausforderung für uns."

Aue-Geschäftsführer Michael Voigt: "In dieser Situation und Lage ist das die einzig richtige Entscheidung."

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