28. April 2020 / 18:38 Uhr

Bundesliga-Chef Seifert über Demut im Fußball, Gehaltsobergrenze und Kritik an der Liga

Bundesliga-Chef Seifert über Demut im Fußball, Gehaltsobergrenze und Kritik an der Liga

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DFL-Boss Christian Seifert ist zurzeit als Krisenmanager gefragt.
DFL-Boss Christian Seifert ist zurzeit als Krisenmanager gefragt. © imago images/Revierfoto
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Die Deutsche Fußball-Liga will bald wieder ein besseres Bild nach Außen abgeben. Derzeit hagelt es von vielen Seiten massive Kritik, weil die Liga und der Fußball deutlich an Bodenhaftung verloren hätten. Dem will Liga-Boss Christian Seifert nun entgegentreten.

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Die Coronakrise nagt auch am Fußball. Aus diesem Grund soll sich in Zukunft etwas ändern - zumindest wenn es nach Christian Seifert geht. "In jeder Präsidiumssitzung war zuletzt das Thema: Was lernen wir aus dieser Krise, worüber müssen wir nachdenken? Die Liste wird mit jeder Sitzung länger“, sagte der DFL-Chef in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Wir wollen nicht einfach nur irgendwie durch die Krise kommen und dann weitermachen wie bisher.“

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Dafür will die DFL eine Taskforce "Zukunft Profifußball" einrichten, um weniger zu protzen und mehr Demut walten zu lassen. "Die am stärksten wahrnehmbare Kritik findet sich derzeit an der Schnittstelle Sport und Wirtschaft. Da geht es um Spielergehälter, schamlos zur Schau gestellten Reichtum, Ablösesummen sowie Berater, die Millionen kassieren für einen Musterarbeitsvertrag, den sie bei uns aus dem Internet herunterladen können“, sagte Seifert. „Und das einfach nur deshalb, weil sie den richtigen 23-Jährigen kennen.“

Wenn man jetzt den Mut und die Ausdauer habe, Veränderungen im Profifußball zu denken und auch über eine lange Strecke vorzunehmen, „dann kann aus dieser Krise auch etwas Positives entstehen“, sagte Seifert und räumte ein: „Offensichtlich hat die Bundesliga durch Spielergehälter, Ablösesummen und auch einige Bilder, die sie selbst produziert hat, Stichwort „goldene Steaks“, damit teilweise ein Bild von sich erzeugt, das ein Teil der Menschen nicht akzeptieren kann.“ Auch er habe in der Bundesliga genügend Dinge gesehen, erlebt und gehört, „die mich nicht unbedingt begeistern“.

Seifert will Gehaltsobergrenze

Deshalb sei es nun an der Zeit, zu reagieren. "Das Gute an dieser schlechten Zeit ist, dass offensichtlich jetzt der richtige Moment gekommen ist, auf Signale von außen zukunftsweisend zu reagieren", sagte der Geschäftsführer der DFL. Dieses Bild vom Fußball soll nun schnellstmöglich revidiert werden.

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Er muss während der Corona-Krise einen der größten Tiefpunkte der Bundesliga-Geschichte meistern: Der SPORTBUZZER stellt DFL-Boss Christian Seifert vor. ©

Seifert sprach im Interview mit der FAZ, dass er eine tiefe Abneigung gegenüber dem Fußball spüren würde. Deshalb hofft Seifert auch auf die Möglichkeit, dass eine Gehaltsobergrenze eingeführt wird. „Doch Tatsache ist, dass ein Salary Cap gegen europäisches Recht verstößt“, sagte er. „Sollten neue Signale seitens der Politik gesendet werden, gebe ich Ihnen Brief und Siegel, dass UEFA-Präsident Aleksander Ceferin zur EU fährt und dort sagt: Lasst uns über Salary Caps, über die Begrenzungen von Ablösesummen und Beraterhonoraren sprechen. Und ich bin der Erste, der ihn begleitet.“