06. März 2020 / 18:44 Uhr

Vor Bundesliga-Wochenende: DFB erklärt den Drei-Stufen-Plan nach Hopp-Eskalation

Vor Bundesliga-Wochenende: DFB erklärt den Drei-Stufen-Plan nach Hopp-Eskalation

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die BVB-Fans hielten beim Heimspiel gegen Freiburg ein Banner hoch, das sich auf das Fadenkreuz-Plakat der Anhänger von Borussia Mönchengladbach aus der Vorwoche bezieht. Das Spiel des FCB wurde zwischenzeitlich mehrfach unterbrochen.
Was ist erlaubt - was nicht: Der Drei-Stufen-Plan klärt das nun deutlicher. © imago images/Laci Perenyi
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Nach den Spielunterbrechungen am vergangenen Wochenende aufgrund der Fan-Kampagne gegen den DFB mit Dietmar Hopp als Symbolfigur, hat der DFB nun den viel diskutierten Drei-Stufen-Plan genauer erklärt.

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Wann wird ein Spiel unterbrochen - und wann nicht? Diese Frage stellten sich am vergangenen Wochenende viele Bundesliga-Beobachter. Während beim Spiel der TSG Hoffenheim gegen den FC Bayern Plakate gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp für zwei Spielunterbrechungen sorgten, waren bei der Partie des SV Meppen gegen den MSV Duisburg eher harmlose Plakate zu sehen. Dennoch unterbrach der Schiedsrichter die Partie.

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Das soll am nächsten Spieltag nicht passieren. Der Verband zeigte sich einsichtig, dass die Kommunikation unglücklich verlaufen sei. "Selbstkritisch muss gesagt werden, dass aufgrund der kurzen zeitlichen Spanne, der Komplexität der Themen und der oft schwerlich voneinander abzugrenzenden Begrifflichkeiten Unsicherheiten durch unklare Kommunikation entstanden sind. In der Folge wurde nachvollziehbarerweise bei einzelnen Partien zu sensibel reagiert", heißt es in einer Mitteilung. Nach Gesprächen mit der AG Fankultur hat das DFB-Präsidium am Freitag noch einmal deutlich gemacht, wie der Drei-Stufen-Plan, der die Spielunterbrechungen regelt, angewandt werden soll.

Spielunterbrechung bei Fadenkreuzen

"Die Meinungsfreiheit, zu der selbstverständlich auch Protest gehört, steht dabei nicht zur Disposition", heißt es in einer Mitteilung des DFB. So findet der Drei-Stufen-Plan vor allem dann Anwendung, "um bei diskriminierenden Vorfällen jeglicher Form einschreiten zu können. Dies beinhaltet Diskriminierungen aufgrund von Alter, Behinderung, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, ethnischer Herkunft oder sexueller Identität", heißt es in der Mitteilung.

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Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp ist über die Jahre zur Hassfigur der aktiven Fanszenen geworden. Im Februar 2020 kam es zum Eklat. Doch was ist die Ursache für die Anfeindungen? Der SPORTBUZZER zeigt die Chronologie des Hasses gegen Hopp! ©

Klar definiert ist nun, dass der Plan auch bei personifizierten Gewaltandrohungen genutzt wird - also auch bei Fadenkreuzen. Dies wurde bis zum vergangenen Wochenende in der Öffentlichkeit nicht klar kommuniziert, weshalb es auch zu Irritationen ob der Unterbrechungen in diversen Stadien kam.

Zudem stellte der DFB klar, dass Kritik am Verband und anderen Institutionen - auch im beleidigenden oder grob unsportlichen Bereich - nicht vom Drei-Stufen-Plan betroffen ist. Stattdessen soll es nachwievor sportgerichtliche Verfahren geben. Allerdings entscheidet immer der Schiedsrichter, wann und wie er ein Spiel unterbrechen will.