31. März 2020 / 18:16 Uhr

Kommentar zur Verlängerung der Bundesliga-Pause: Die DFL spielt mit dem Feuer

Kommentar zur Verlängerung der Bundesliga-Pause: Die DFL spielt mit dem Feuer

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mit der Entscheidung, die Bundesliga-Pause zu verlängern, spielt die DFL aus Sicht von <b>SPORT</b>BUZZER-Sportchef Heiko Ostendorp mit dem Feuer. 
Mit der Entscheidung, die Bundesliga-Pause zu verlängern, spielt die DFL aus Sicht von SPORTBUZZER-Sportchef Heiko Ostendorp mit dem Feuer.  © imago images/Montage
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Die DFL und die Profis-Klubs haben sich auf eine Ausweitung der Liga-Pause bis Ende April geeinigt. Danach soll der Spielbetrieb mit Geisterspielen fortgesetzt werden. Die Bestrebungen der Liga klingen ehrenwert, doch es gibt große Risiken, meint unser Sportchef Heiko Ostendorp. 

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Natürlich würden sich sehr, sehr viele Menschen in Deutschland und Europa freuen, wenn in den Stadien endlich wieder der Ball rollt. Wenn der Fußball einen von den Sorgen des Alltags ablenkt. Wenn man mit seinem Verein mitfiebern kann. Es sieht so aus, als ob dies im Mai, spätestens im Juni wieder der Fall wäre – zumindest vermittelte die Deutsche Fußball Liga (DFL) diesen Eindruck bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung gegenüber den 36 Profiklubs. Bis Ende April ruht der Spielbetrieb definitiv, danach heißt es wohl schon bald: „The show must go on – die Show muss weitergehen“. Zur Not auf Teufel komm raus.

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Vermutlich wird es monatelang zwar nur Geisterspiele geben, doch durch die Fernsehübertragungen ist zumindest der wichtigste und größte Geldfluss gesichert. Das hält die Klubs am Leben und sichert Arbeitsplätze – doch um welchen Preis?

Die Profis sollen wie Gladiatoren funktionieren

Die Bestrebungen der Liga klingen ehrenwert, aber sie sind auch ein Spiel mit dem Feuer. Die Profis sollen und müssen wie Gladiatoren funktionieren, unter welchen Bedingungen auch immer. Wird jemand positiv getestet, wird er aussortiert – die anderen spielen weiter. Das Volk muss ja unterhalten werden, der Rubel muss rollen. Brot und Spiele, so das Motto.

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Es gibt Mannschaften, die aktuell schon wieder (unsanktioniert) trainieren – wenn auch in Kleingruppen. Andere halten sich an die Vorgaben und haben dadurch einen Nachteil, wenn es wieder losgeht. Kann so noch ein fairer Wettbewerb stattfinden? Oder ist auch das in diesen Zeiten plötzlich egal?

Spätestens, wenn am Ende Auf- und Absteiger aus der 1. und 2. Liga feststehen, wird es noch mal interessant – da ist Alarm vorprogrammiert. Vielleicht stellt man dann fest, dass es doch die fairste Entscheidung gewesen wäre, zumindest darauf in dieser Saison zu verzichten.