31. März 2020 / 17:16 Uhr

Pause, Geisterspiele, Transfers, Termine: Die wichtigsten Bundesliga-Beschlüsse im Überblick

Pause, Geisterspiele, Transfers, Termine: Die wichtigsten Bundesliga-Beschlüsse im Überblick

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Welche Beschüsse die DFL getroffen hat und wie es im deutschen Fußball weitergeht, erklärt der SPORTBUZZER in einem Überblick.
Welche Beschüsse die DFL getroffen hat und wie es im deutschen Fußball weitergeht, erklärt der SPORTBUZZER in einem Überblick. © imago images/Sven Simon/Montage
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Die Bundesliga pausiert weiter: Mindestens bis zum 30. April rollt in keinem Stadion der Ball. Welche weiteren Beschüsse die DFL am Dienstag traf und wie es im deutschen Fußball weitergeht, erklärt der SPORTBUZZER in einem Überblick.

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Am Mittwoch kamen die 36 deutschen Profi-Klubs per Video-Konferenz zusammen, um ein gemeinsames Vorgehen für die derzeit unterbrochene Spielzeiten der Bundesliga und der 2. Liga festzulegen. Wichtigste Entscheidung: Der Spielbetrieb wird mindestens bis zum 30. April weiter ausgesetzt. Danach könnte es zu einer Saison-Fortsetzung mit Geisterspielen kommen. Wovon dies abhängt, wie es den Vereinen in der Corona-Krise finanziell geht und welche weiteren Schritte beschlossen wurden - der SPORTBUZZER gibt einen Überblick über die wichtigsten Punkte.

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Bundesliga-Pause: Die Bundesliga und die 2. Liga werden ihren Spielbetrieb vorerst bis zum 30. April weiter aussetzen. 36 deutschen Profi-Klubs folgten damit dem Vorschlag des DFL-Präsidiums aus der vergangenen Woche. Wie es danach weitergeht, ist offen. Sollten die beiden Ligen im Mai - wie von der DFL erhofft - wieder spielen können, würden die Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden. Ein Saisonabbruch steht weiterhin nicht zur Debatte. DFL-Boss Christian Seifert nahm einen Abschluss der Saison bis zum 30. Juni ins Visier. Dies würde die Situation entkomplizieren, da dann auch viele Spielerverträge auslaufen.

Welche Szenarien für eine Fortsetzung der Spielzeit in Frage kämen, wollte Seifert nicht kommentieren. Der DFL-Chef behauptete, dass die bereits öffentlich diskutierten Modelle "keine Pläne" seien, "mit denen ich mich bisher befasst habe." Er betonte: "Es gibt den einen Plan noch nicht, deshalb gibt es durchaus unterschiedliche Ansätze, mit der Situation umzugehen. Wir haben über Pläne und Denkmodelle nachgedacht." Nur unter bestimmten Bedingungen sei eine Verlängerung der Saison in den Juli denkbar. Nach Bild-Informationen gibt es zwei Szenarion für die Aufnahme des Spielbetriebs. Demnach wird über das erste oder zweite Mai-Wochenende für die ersten Spiele nach der Unterbrechung nachgedacht.

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Voraussetzungen für Geisterspiele und Trainingsbetrieb: Die DFL erklärte zwar, dass am Dienstag "mögliche Szenarien und denkbare Handlungsoptionen für die kommenden Wochen und Monate vorgestellt" worden seien. Sie betonte aber auch ,"dass externe Faktoren wie die Verbreitung des Virus und die Bewertung durch die Politik für die Entwicklung in den kommenden Wochen maßgeblich sind". Man habe allerdings eine medizinische Task Force gegründet, um ein Konzept zur "medizinisch vertretbaren Fortführung des Spiel- und Trainingsbetriebes" zu erstellen. Ein Punkt dabei: Man wolle sicherstellen, dass ein Vorgehen erarbeitet wird, welches "eine engmaschige, unabhängige Testung von Spielern und weiterem Personal unter anderem unmittelbar vor den Spieltagen" durchführen kann."

Zudem solle ein einheitlicher Leitfaden erstellt werden, in dem oganisatorische Maßnahmen in den Stadien festgelegt werden, die ein Infektionsrisko minimieren. Etwaige Geisterspiele sollen – "unter Voraussetzung der rechtlichen Zulässigkeit und selbstverständlich medizinischen Vertretbarkeit" – mit möglichst geringem Personalaufwand durchgeführt werden. Seifert sagte: "Mindestens bis zum Ende der Saison ist es unrealistisch, davon auszugehen, dass wir nochmal vor vollen Stadien spielen." Und weiter: "Was nicht heißt, dass es realistisch ist, dass wir im August vor vollen Stadien wieder anfangen." Neben der Aussetzung des Spielbetriebes soll bis zum 5. April das Mannschaftstraining unterbleiben.

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Transfermarkt: Seifert kündigte an, dass man mit der FIFA über die Transferregularien sprechen wolle. Eine Aussetzung der Transferperiode - oder eine Verschiebung - könnte eine Möglichkeit werden. Zumindest dann, wenn die Liga nicht bis Ende Juni durchgespielt würde. Der DFL-Boss befindet sich zudem in engem Austausch mit seinen Kollegen aus den anderen europäischen Ligen. Schon am Dienstagabend waren weitere Gespräche geplant. Hierbei soll es aber nicht allein um eine mögliche Gestaltung des Transferfensters gehen. Es werden Denkmodelle diskutiert, wie man die Spielzeiten in einem einigermaßen geregelten Betrieb beenden kann.

Finanzen und Lizenzierung: Mit Blick auf etwaige Geisterspiele sagte Seifert: "Der Entfall von Zuschauereinnahmen muss deshalb einkalkuliert werden, möglicherweise auch nicht nur bis zum Ende der Saison, sondern auch noch in die nächste Saison hinein, vielleicht auch bis zum Ende des Jahres." Bei der von den Erst- und Zweitligisten eingeforderten Bestandsaufnahme der wirtschaftlichen Situation habe sich die Annahme bestätigt, dass "einige Klubs im Mai oder auch im Juni in eine existenzbedrohende Situation kommen könnten". Im Falle von Insolvenzen soll es in diesem Jahr daher keinen Abzug von neun Punkten geben. In der kommenden Saison werden nur drei statt neun Zähler abgezogen.

Die Überprüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit während der nächsten Spielzeit wird derweil von Ende Oktober auf Mitte September vorgezogen, "um möglichst zeitnah auf Basis der Jahresabschlüsse zum 30. Juni 2020 ein realistisches Bild der wirtschaftlichen Lage der einzelnen Klubs zu erhalten." Im Falle von nicht geschlossenen Liquiditätslücken wird dann ebenfalls kein Punktabzug erfolgen. Stattdessen werden Restriktionen bei den Transfer-Aktivitäten des betroffenen Vereins festgelegt. Das bisherige Lizenzierungsverfahren tritt dann zur Saison 2021/22 wieder in Kraft.

Über eine Verteilung der Gelder aus dem Hilfsfonds der vier Champions-League-Teilnehmer FC Bayern, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und RB Leipzig werde laut Statuten das DFL-Präsidium entscheiden, sagte Seifert. Nach SPORTBUZZER-Informationen werden diese Beratungen am Mittwoch stattfinden. Es stehen 20 Millionen Euro zur Verfügung. Der zumindest einigermaßen reguläre Saisonabschluss ist für viele Vereine von existenzieller Bedeutung - wird die Spielzeit 2019/20 abgebrochen, droht der Bundesliga ein finanzieller Verlust in Höhe von rund 750 Millionen Euro.

Nächste DFL-Mitgliederversammlung am 17. April

Die nächsten Termine und Zukunftspanungen: Die DFL wird die nächste außerordentliche Mitgleiderversammlung am 17. April einberufen. Dann werden die 36 deutschen Profi-Klubs über die kommenden Schritte entscheiden. Angesichts der massiven Einschränkungen durch die Coronavirus-Pandemie rechnet Seifert auch für die kommenden Saison mit erheblichen Spielplanänderungen und schließt auch Europapokalspiele am Wochenende offenbar nicht mehr aus.

Für die kommende Spielzeit sei unter den Ligen und internationalen Verbänden "große Flexibilität und Entgegenkommen" gefordert. Jeder müsse "die eine oder andere Kröte schlucken", antwortete der DFL-Boss auf die Frage, ob Champions-League-Partien an Samstagabenden im Anschluss an Bundesliga-Spiele zu erwarten seien. "Eine geregelte Saison wird es erst wieder 2021/22 geben", prophezeite der 50-Jährige.