24. Mai 2021 / 14:39 Uhr

"Erschütterndes Resümee" – Randale und Corona-Verstöße überschatten Fan-Rückkehr in Bundesliga und Co.

"Erschütterndes Resümee" – Randale und Corona-Verstöße überschatten Fan-Rückkehr in Bundesliga und Co.

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Fan-Rückkehr verlief zum emotionalen Saison-Finale vielerorts nicht ohne Komplikationen.
Die Fan-Rückkehr verlief zum emotionalen Saison-Finale vielerorts nicht ohne Komplikationen. © IMAGO/RHR-Foto/Fotostand/Kirchner-Media (Montage)
Anzeige

Am letzten Spieltag drängten die Fans in Bundesliga und Co. zurück in den Fokus. In den ersten Stadien waren wieder Zuschauer zugelassen, im Kampf um Aufstieg und Klassenerhalt kochten vor manchen Arenen allerdings die Emotionen über. Ein Überblick.

Anzeige

Die ersten zarten Schritte zur Rückkehr der Fans in die Stadien sind von einer Reihe von Corona-Verstößen und Randale überschattet worden. Zwischen Aufstiegslust und Abstiegsfrust gab es am letzten Spieltag der Profiligen zahlreiche Verletzte durch Pyrotechnik, Flaschenwürfe und fliegende Steine. An den Brennpunkten von Bremen bis Bochum und Köln bis Rostock missachteten Tausende die Regeln für Abstand und Masken, Union Berlin musste sich harter Kritik für eine organisierte Fanparty erwehren.

Anzeige

Dicht gedrängt hatten rund 2000 Anhänger auf einem Parkplatz das Union-Team gefeiert, das von einem Stadion-Balkon beseelt in die Menge winkte. Der Berliner Senat kündigte prompt Ermittlungen an. Landessportbundchef Thomas Härtel twitterte, so sei Union "in der Pandemie kein Vorbild". Vereinschef Dirk Zingler verteidigte das Vorgehen des Klubs damit, dass man die Freude der pandemie-müden Fans habe "kanalisieren" müssen. Mögliche Folgen werde man tragen.

Zuvor hatte Zingler noch die Erlaubnis für 2000 Zuschauer beim Saisonfinale gegen RB Leipzig im Rahmen eines Pilotprojekts als Signal der Hoffnung bezeichnet. "Es ist wichtig für die Politik, wieder ein Gefühl zu bekommen, da helfen wir gern", sagte der Union-Präsident auch mit Blick auf weitere Öffnungsmaßnahmen für Kultur und Sport. Die Szenen nach dem Spiel dürften aber eher wenig förderlich für die weiteren Diskussionen gewesen sein.



Verletzte bei Fan-Ausschreitungen in Bochum, Rostock und Köln

In Bochum zog die Polizei nach den Aufstiegspartys von bis zu 7000 Fans am Stadion ein "erschütterndes Resümee", weil es trotz aller Aufrufe der Behörden und des VfL zu großen Menschenansammlungen und auch Ausschreitungen kam. Ähnliche Szenen spielten sich in Rostock und Köln ab. Tausende Fans zogen eng beieinander durch die Straßen, bei Auseinandersetzungen wurden Fans und Sicherheitskräfte verletzt.

Rund 1500 Fans hatten sich auch am Weserstadion versammelt, um das Team von Werder Bremen auf die entscheidende Partie gegen Borussia Mönchengladbach einzuschwören. Nach der 2:4-Pleite entlud sich bei einigen der Frust in Aggressionen. Die "unheimliche Verbundenheit" der Anhänger, die Werder-Interimstrainer Thomas Schaaf verspürte, half im Kampf gegen den ersten Abstieg seit 41 Jahren vorerst nichts. Aber immerhin gehen die Bremer mit der Gewissheit in die 2. Liga, dass die Treue ihrer Fans auch nach 15 Pandemie-Monaten intakt ist.

Auf diese ungebrochene Zuneigung hofft auch der Rest der Klubs, wenn bald wieder mehr Zuschauer in die Arenen dürfen. 7500 waren es am Samstag bereits beim Aufstiegsspiel des FC Hansa Rostock. Meister FC Bayern durfte erstmals seit März 2020 zumindest wieder 250 Zuschauer in die Allianz Arena lassen. Münchens scheidender Coach Hansi Flick sagte: "Das hat gut getan." Ein erster Testlauf war das womöglich auch für die EM-Spiele in München, wenn im Juni die deutsche Mannschaft vor zumindest 14.500 Zuschauern auflaufen könnte.

Hellmann erwartet Fan-Rückkehr in der Bundesliga "im 15.000er-Bereich"

Für die kommende Saison stellen sich die Verantwortlichen wieder auf gefüllte Ränge ein. "Es wird mutmaßlich Zuschauer geben und nicht nur in homöopathischen Dosen von 2000 oder 5000 Zuschauern", sagte Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann. "Ich denke, dass es plus oder minus im 15.000-er Bereich liegen wird."

Allerdings seien dazu klare Voraussetzungen notwendig. "Da werden der digitale Impfpass, der digitale Nachweis von Testergebnissen und die üblichen Abstandsregeln eine Rolle spielen", erklärte Hellmann. Nach den Bildern vom Pfingstwochenende gibt es bei Klubs und Fans aber wohl noch einiges nachzuarbeiten.