16. April 2020 / 11:27 Uhr

Nach Corona-Konferenz: Termine, Bundesliga-Geisterspiele & Co. - So geht es bei der DFL weiter

Nach Corona-Konferenz: Termine, Bundesliga-Geisterspiele & Co. - So geht es bei der DFL weiter

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ob Geisterspiele in der Bundesliga stattfinden können, wurde auf der Corona-Konferenz noch nicht thematisiert.
Ob Geisterspiele in der Bundesliga stattfinden können, wurde auf der Corona-Konferenz noch nicht thematisiert. © Getty Images/imago images/photothek (Montage)
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Die Corona-Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten blieb für die Bundesliga zunächst ohne konkrete Folgen. Ein Überblick über den aktuellen Stand und das weitere Vorgehen der DFL.

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Welche unmittelbaren Folgen haben die Ergebnisse der Corona-Konferenz für die Bundeliga und die 2. Liga?

Zunächst einmal keine. Zwar beschlossen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer am Mittwoch, dass Großveranstaltungen bis mindestens zum 31. August nicht stattfinden werden - ob die von der DFL anvisierten Geisterspiele in diese Kategorie fallen, blieb jedoch offen.

Wurde auf der Konferenz explizit über das weitere Vorgehen im Profi-Fußball gesprochen?

Nach Angaben des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder war dies nicht der Fall. "Die Bundesliga war kein Thema", sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidenten-Konferenz und verwies auf die laufenden Gespräche bei der DFL. "Ob und in welcher Form Geisterspiele möglich sind", werde "sicherlich demnächst" zum Thema werden, meinte der CSU-Politiker. Konkrete Regelungen, etwa zur Größe von erlaubten und nicht erlaubten Veranstaltungen, sollen von den Länder getroffen werden, deren Regierungen nun tagen werden. Söder kündigte an, sein Bundesland werde die Lockerungen teils "vorsichtiger" und "zurückhaltender" angehen.

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Wie viele Personen wären bei einem Bundesliga-Geisterspiel im Stadion?

Zuletzt war bei diesem Thema von rund 240 Personen die Rede. Der MDR hatte zuletzt berichtet, dass sich die Profis im Falle einer Fortsetzung der Saison alle drei Tage einem Corona-Test unterziehen sollen. Um eine Ansteckungsgefahr wirklich auszuschließen, müsste dieses Modell jedoch eigentlich auf alle an den Partien beteiligten Personen ausgeweitet werden. Ein logistischer Kraftakt, der aufgrund einer etwaigen Bevorzung des Fußballs beim Testing bereits auf Protest und Widerstand stieß. DFL-Boss Christian Seifert betonte jedoch, dass der mögliche Neustart der Bundesliga im Mai nicht auf Kosten des Gesundheitssystems erfolgen werde. "Es wird nicht der Fall sein, dass auch nur eine Ärztin, ein Arzt, eine Krankenschwester oder ein Krankenpfleger, die für das System wirklich relevant sind, nicht getestet werden kann, weil Fußballspieler getestet werden müssen", sagte er der New York Times.

Welche Folgen hätte ein Abbruch der Saison?

Abgesehen von vielen offenen sportlichen Fragen wie Meisterentscheidung, Europapokal-Qualifikation, Auf- oder Abstieg wären die Konsequenzen für viele Vereine vor allem wirtschaftlich verheerend. "Im Moment kämpfen wir alle ums Überleben", sagte Seifert. Die Hälfte der Vereine in der 2. Liga wären im Falle eines Abbruchs in akuter Insolvenzgefahr. Auch in der Bundesliga würde sich mancherorts die finanzielle Situation zuspitzen. Besonders Schalke 04 gilt als wirtschaftlich angeschlagen. Zuletzt hieß es, die für den 2. Mai angesetzte Überweisung der letzten TV-Rate sei für den Klub existenziell. Aber nicht nur die Gelsenkirchener leiden erheblich unter den wirtschaftlichen Lasten. Ohne die TV-Zahlung an die DFL drohe nach Kicker-Informationen innerhalb der nächsten zwei Wochen 13 Vereinen, darunter vier Bundesligisten, im Mai und Juni die Insolvenz. Die Chancen auf eine zeitnahe Regelung mit den Medienpartnern und eine Zahlung in den kommenden Tagen seien jedoch gut.

Geisterspiele: Diese Partien wurden bereits ohne Zuschauer ausgetragen

Wegen Fan-Ausschreitungen und dem Coronavirus wurden bereits Geisterspiele in Europa ausgetragen. Der SPORTBUZZER zeigt eine Auswahl.  Zur Galerie
Wegen Fan-Ausschreitungen und dem Coronavirus wurden bereits Geisterspiele in Europa ausgetragen. Der SPORTBUZZER zeigt eine Auswahl.  ©

Wie geht es bei der DFL nun weiter?

Die eigentlich für Freitag geplante Versammlung der 36 Mitglieder wurde auf den 23. April verlegt. Als Grund für die Verschiebung der Veranstaltung hatte die DFL in einer Mitteilung angeführt, dass man sich und den Klubs zusätzliche Zeit "zur weiteren intensiven Vorbereitung bevorstehender Entscheidungen" geben wolle. Da Merkel am Mittwoch angekündigt hatte, dass sich die Politik erst am 30. April zu neuerlichen Beratungen treffen werde, könnte eine Beschlussfindung der DFL in der kommenden Woche schwierig werden - außer es ist bis dahin aus Landesebene eine exakte Definition von Großveranstaltungen erfolgt. Bei der Liga hofft man weiterhin, die Saison mit Geisterspielen bis zum 30. Juni zu beenden.