06. Mai 2020 / 23:07 Uhr

Bundesliga-Geisterspiele: Dietmar Hamann erwartet überraschende Ergebnisse - "Spannung fehlt"

Bundesliga-Geisterspiele: Dietmar Hamann erwartet überraschende Ergebnisse - "Spannung fehlt"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sky-Experte Dietmar Hamann glaubt, dass es beim Neustart der Liga zu kuriosen Ergebnissen kommen könnte.
"Sky"-Experte Dietmar Hamann glaubt, dass es beim Neustart der Liga zu kuriosen Ergebnissen kommen könnte. © imago images/Sven Simon (2)
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Jetzt, da klar ist, dass die Bundesliga ab Mitte Mai wieder starten darf, wandert der Blick wieder auf das Sportliche. Die Konstellation in der Liga ist spannend - und für "Sky"-Experte Dietmar Hamann könnte es wegen der Geisterspiele zu einigen Überraschungen kommen - weil ohne Fans die Spannung bei den Spielern fehle.

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Jetzt ist es offiziell: Die Bundesliga steht kurz vor dem Corona-Comeback. Schon ab dem 15. Mai kehrt die deutsche Profi-Liga laut DFL-Ansage aus der Zwangspause zurück. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten gaben am Mittwoch grünes Licht für Geisterspiele. Und Fußball-Fans dürfen sich auf ein spannendes Saison-Finish freuen - denn die Liga war vor Corona so ausgeglichen wie lange nicht mehr. So führt der FC Bayern München die Tabelle neun Spieltage vor Saisonende nur mit vier Punkten vor Borussia Dortmund an, Herbstmeister RB Leipzig (fünf Zähler hinter dem FCB) und Borussia Mönchengladbach (sechs) befinden sich ebenfalls in Lauerstellung.

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Wird der FC Bayern trotzdem wieder Meister? Wenn es nach Sky-Experte Dietmar Hamann geht, könnte der Fakt, dass die Saison ausschließlich mit Partien in leeren Stadien fortgesetzt werden darf, für kuriose Ergebnisse sorgen. "Ich glaube, wir könnten einige Überraschungen sehen, die wir vor Zuschauern nicht sehen würden", sagte der ehemalige Bayern-Spieler bei Sky Sport News. So werde es "mit Sicherheit" den einen oder anderen Spieler oder Verein geben, der mit der Geisterspiel-Situation besser umgehen könne.

Fortsetzung oder Abbruch: So ist der Stand in den internationalen Topligen

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Kuriose Ergebnisse in der Bundesliga? Bobic stimmt Hamann zu

Gerade die Top-Klubs seien gefährdet: "Die großen Mannschaften performen am besten, wenn der Druck da ist. Wenn keine Zuschauer da sind, fühlt es sich – so sagten einige Profis – wie ein Freundschaftsspiel an. Das wird einigen besser gelingen als anderen", ist sich Hamann sicher. Mit der richtigen Einstellung und Spannung könnten so selbst qualitativ schlechtere Mannschaften an Star-Teams heranrücken.

Ähnlich äußerte sich mit Fredi Bobic bereits der Sportvorstand des Tabellen-Zwölften Eintracht Frankfurt. "Ich habe mich bereits mit Kollegen ausgetauscht, und wir sind der Meinung, dass es relativ interessant werden könnte, weil keiner ein Gefühl dafür hat", sagte er in einem Interview über die Saison-Fortsetzung. So werde die Frage sein, "wer wann oder überhaupt seinen Rhythmus findet. Denn es gab weder Testspiele noch ein wirkliches Mannschaftstraining. Die Phase bis zu den Spielen ist kurz". Kuriose Ergebnisse könnten als Folge eintreten: "Zum Spaß haben wir gesagt, es könnte auch mal ein 5:5 geben", so Bobic weiter.

Hamann sicher: Liga-Niveau leidet nicht unter Geisterspielen

Sky-Experte Hamann sieht nun die Trainer besonders gefordert: "Man muss natürlich diese Spannung, dieses Adrenalin vor dem Spiel bekommen. Das hast du, wenn du zum Stadion kommst, wenn du die Fans vor dem Stadion siehst und dich warm machst", erklärte der Champions-League-Sieger von 2005. "Das löst Emotionen frei und gibt dir diese nötige Spannung, dass du da sein musst." Diese "Spannung" müsse deshalb nun intern erzeugt werden. "Die Trainer sind jetzt gefragt. Aber ich halte das nicht für sehr einfach."

Dass das Liga-Niveau ohne Zuschauer grundsätzlich schlechter werden könnte, glaubt Hamann dagegen nicht: So habe er sich das Geisterspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln kurz vor der Corona-Pause komplett angesehen und habe keinen Qualitäts-Abfall festgestellt: "Es ist schon ungewohnt, wenn keine Fangesänge da sind. Aber es war nicht schlechter."