16. Mai 2020 / 17:54 Uhr

Bundesliga kompakt: BVB zerlegt Schalke im Geister-Derby – Labbadia gewinnt erstes Hertha-Spiel deutlich

Bundesliga kompakt: BVB zerlegt Schalke im Geister-Derby – Labbadia gewinnt erstes Hertha-Spiel deutlich

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Erling Haaland schoss im Revierderby gegen Schalke das erste Tor nach dem Bundesliga-Restart. Der neue Hertha-Trainer Bruno Labbadia feierte einen klaren Sieg.
Erling Haaland schoss im Revierderby gegen Schalke das erste Tor nach dem Bundesliga-Restart. Der neue Hertha-Trainer Bruno Labbadia feierte einen klaren Sieg. © Pool
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Borussia Dortmund ist nach der Corona-Zwangspause überzeugend in den Rest der Bundesliga-Saison gestartet. Im Revierderby gegen Schalke 04 gab es im leeren Signal-Iduna-Park vor Geisterkulisse einen Kantersieg. Freuen konnte sich auch Trainer-Rückkehrer Bruno Labbadia. RB Leipzig dagegen patzte.

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Borussia Dortmund - FC Schalke 04 4:0 (2:0)

Die Bundesliga ist nach 65 Tagen wieder zurück - und der BVB sorgte nach der langen Corona-Zwangspause für das erste Ausrufezeichen. Genau 96.174 Minuten nach dem letzten Torjubel schoss Erling Haaland die Dortmunder in der 29. Minute zum 1:0 gegen die Schalker. Vor allem das Revierderby war von Fans auf der ganzen Welt mit Spannung erwartet worden. S04, das durch die Krise in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten geraten war, enttäuschte im Derby, das von Trainer David Wagner als "ganz großes Spiel" bezeichnet wurde.

Dabei hatten die Schalker kurz vor dem 1:0 eine seltene eigene Möglichkeit: Caligiuri (26.) scheiterte aus einer Nahdistanz an Bürki. Drei Minuten später spielte der BVB einen Angriff stark aus: Brandt setzte per Hacke Hazard in Szene, der wiederum Haaland in der Mitte fand. Der Norweger vollendete sicher mit links. Noch vor der Pause sorgten die Dortmunder für die Vorentscheidung: Brandt passte zu Guerreiro, nachdem die Dortmunder aus einem schwachen Abspiel von Schalke-Keeper Schubert Kapital schlagen konnten. Der Portugiese schoss unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff das 2:0.

Der BVB in der Einzelkritik: Die Noten gegen Schalke 04

Borussia Dortmund hat deutlich gegen Schalke 04 gewonnen. Alle BVB-Spieler hier in der Einzelkritik. Zur Galerie
Borussia Dortmund hat deutlich gegen Schalke 04 gewonnen. Alle BVB-Spieler hier in der Einzelkritik. ©

Schalke machte dem Gegner das Leben überraschend einfach: Nachdem die "Knappen" den Ball in der gegnerischen Hälfte leichtfertig vertändelten, konterte der BVB über Brandt und Haaland schnell. Der Deutsche bediente Hazard, der den erneut schwach reagierenden Schubert allzu leicht überwinden konnte und mit dem 3:0 bereits in der 48. Minute alles klar machten. Guerreiro schoss per Außenrist (63.) das vierte BVB-Tor - diesmal nach Haaland-Vorlage.

RB Leipzig - SC Freiburg 1:1 (0:1)

Während der BVB im Titelrennen an Tabellenführer FC Bayern dran blieben, offenbarte Herbstmeister RB Leipzig beim Restart Probleme. Zwar hatten die Sachsen durch Nkunku (8.) und Werner (16.) zu Beginn gute Möglichkeiten, das Tor aber schoss der Gast aus dem Breisgau: eine Ecke von Grifo landete am ersten Pfosten. Gulde (30.) legte den Ball mit der Wade eher unfreiwillig zum 1:0 ins Netz. Günter verpasste vor der Pause sogar das mögliche 2:0. Leipzig brauchte lange, um auf Touren zu kommen. Nach einer langen Kampl-Flanke war Poulsen (77.) per Kopf mit dem Ausgleichstreffer zur Stelle. Freiburgs Nationalspieler Koch (90.+3) schoss in der Nachspielzeit das vermeintliche 2:1 für die Gäste, dem Treffer ging aber eine Abseitsposition voraus.

TSG Hoffenheim - Hertha BSC 0:3 (0:0)

Im ersten Spiel des neuen Hertha-Trainers Bruno Labbadia kamen die Berliner nur schleppend in die Partie, bestimmten dann im Kraichgau aber weitgehend das Spielgeschehen. Ibisevic und Cunha verpassten jedoch das 1:0. Auf der Gegenseite hatte Baumgartner (28.) die beste Chance. Die TSG enttäuschte im eigenen Angriff, brachte erst in der 54. Minute etwas zustande: Beier verzog aber völlig frei.

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Tore fielen dann plötzlich für die Hertha - und das ging in Ordnung: Hoffenheims Akpoguma (58.) fälschte einen harmlosen Pekarik-Schuss zum 1:0 ab. Nur eine Minute später legte der Ex-Hoffenheimer Ibisevic (59.) den zweiten Treffer für die Gäste nach. Die endgültige Entscheidung in der Schlussphase: Cunha (74.) machte mit dem dritten Berliner Tor alles klar.

FC Augsburg - VfL Wolfsburg 1:2 (0:1)

Augsburgs Trainer Heiko Herrlich verfolgte sein erstes Spiel für den FCA nicht an der Linie, sondern in einer Loge, nachdem er gegen die Quarantäne-Regeln verstoßen hatte. Er sah zunächst einen enttäuschenden Auftritt seiner Mannschaft, die kurz vor der Pause ins Hintertreffen geriet. Nach einer Otavio-Flanke köpfte Steffen das 1:0. Im zweiten Durchgang steigerte sich der Gastgeber, kam nach einem Eigentor von Brooks (54.) zum 1:1 und dann zum vermeintlichen 2:1 durch Wolfsburgs Leihgabe Uduokhai (67.). Der Treffer wurde allerdings wegen einer Abseitsstellung wieder aberkannt. Auf der Gegenseite klingelte es dann doch noch. Ginczek (90.+1) schob eine Flanke von Mbabu elegant ins FCA-Tor. Ein Lucky Punch!

Fortuna Düsseldorf - SC Paderborn 07 0:0

Das Keller-Duell war kein Duell für neutrale Fußball-Feinschmecker. Düsseldorf war insgesamt überlegen und hatte durch Berisha die beste Chance, der allerdings nur den Pfosten traf. Nach Wiederanpfiff wiederholte sich das Schauspiel. Per Kopf traf der Kosovare in der 66. Minute nur die Latte. Kurz vor Schluss hatte Antwei-Adjej die Riesen-Chance zum Lucky Punch, der Paderborner Angreifer verpasste in der 87. Minute aber aus kurzer Distanz. SCP-Trainer Steffen Baumgart sorgte für ein Novum: als erster Trainer der Ligageschichte nahm er fünf Wechsel vor.