10. April 2021 / 17:30 Uhr

Bundesliga kompakt: Bayern-Rumpftruppe kassiert späten Ausgleich, Frankfurt hält BVB auf Distanz

Bundesliga kompakt: Bayern-Rumpftruppe kassiert späten Ausgleich, Frankfurt hält BVB auf Distanz

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Während Union Berlin einen Punkt aus München entführte, gewann Frankfurt ein spektakuläres Spiel gegen Wolfsburg.
Während Union Berlin einen Punkt aus München entführte, gewann Frankfurt ein spektakuläres Spiel gegen Wolfsburg. © Getty Images/Montage
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Nach vielen Ausfällen ist der FC Bayern im Heimspiel gegen Union Berlin nicht über ein Remis hinaus gekommen - und hat damit als Tabellenführer nach dem 28. Spieltag nur noch fünf Punkte Vorsprung auf RB Leipzig, das souverän in Bremen gewinnt. Eintracht Frankfurt hält Verfolger Borussia Dortmund im Kampf um die Champions-League-Plätze auf Distanz.

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FC Bayern München - 1. FC Union Berlin 1:1 (0:0)

Mit einer angesichts von insgesamt neun Ausfällen eher notdürftig zusammengebastelten Mannschaft hat der FC Bayern München den nächsten Sieg in der Bundesliga verpasst und ist gegen den 1. FC Union Berlin nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus gekommen. Der Vorsprung auf Verfolger RB Leipzig schmilzt damit sechs Spieltage vor dem Ende auf fünf Punkte. Jamal Musiala (68.) traf für den FCB zur Führung, ehe Marcus Ingvartsen (85.) kurz vor Schluss noch ausglich. Bayern-Trainer Hansi Flick, der sich vor dem Anpfiff erneut mit unangenehmen Fragen zu seiner Zukunft konfrontiert sah, brachte unter anderem Mittelfeldspieler Tiago Dantas (20/Startelf-Debüt) und Josip Stanisic (21/Profi-Debüt) und sah eine erste Hälfte, die der Rekordmeister zwar dominierte, gegen eine starke Berliner Abwehr aber nur selten zu Chancen kam.

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Die Köpenicker probierten es ihrerseits mit Nadelstichen und hätten in der 23. Minute beinahe Erfolg gehabt, als Manuel Neuer einen Kopfball von Marius Bülter parieren musste. Bitter für Flick, dass sich noch vor der Pause mit Kingsley Coman ein weiterer wichtiger Spieler verletzte - er musste mit Wiederanpfiff durch Leroy Sané ersetzt werden und ergänzt das ohnehin prominente und vollbesetzte Lazarett der Münchner. Auch bei der Fitness von Jerome Boateng gibt es Fragezeichen, der Weltmeister humpelte nach einem Zweikampf im ersten Durchgang und wurde nach Wiederanpfiff ausgewechselt. Flick verhalf in den zweiten 45 Minuten unter anderem auch Jugendspieler Christopher Scott zum Debüt. Den Siegtreffer erzielte ein anderer Youngster, nämlich Musiala: Der Nationalspieler überwand Union-Keeper Andreas Luthe nach einem überragenden Dribbling auf engstem Raum zum 1:0 (68.), das sich aufgrund des zunehmenden Münchner Dauerdrucks zuvor angebahnt hatte. Aus dem Nichts gelang Union kurz vor Schluss das unverhoffte 1:1: Cedric Teuchert überlistete die umformierte und unerfahrene Bayern-Hintermannschaft mit einem schnellen Einwurf auf Robert Andrich, der den eingewechselten Tanguy Nianzou davon lief und in die Mitte legte, wo Ingvartsen nur noch einschieben musste (85.).

Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg 4:3 (2:1)

Eintracht Frankfurt schlägt nach Borussia Dortmund auch den VfL Wolfsburg - und hat die Champions League weiterhin fest im Visier: Im Duell der etwas überraschenden Aspiranten für die Königsklasse kam es zu einem munteren Schlagabtausch. Beim 4:3 (2:1) spielten beide Mannschaften von Beginn an mit offenem Visier: Bereits nach sechs Minuten lag der Ball erstmals im Tor - die Wölfe stellten durch den starken Ridle Baku auf 1:0, dem ein perfekter Abschluss ins linke Toreck gelang. Die SGE jedoch antwortete sofort in Person von Daichi Kamada - das rasche 1:1 (8.). Auch wenn der Tabellendritte aus Wolfsburg die zahlreicheren Möglichkeiten hatte, stach Frankfurt nochmals: Nach neun torlosen Spielen konnte Real-Leihgabe Luka Jovic mal wieder jubeln - der Serbe wurde nach starker Vorarbeit von Torjäger André Silva bedient und ließ sich die Chance zur Führung aus kurzer Distanz nicht nehmen (27.).

Nach der Pause ging es mit einem Knalleffekt weiter: Nicht mal eine Minute war im zweiten Durchgang gespielt, da stand es 2:2. Hatte beim Wolfsburger 1:0 noch Wout Weghorst die Vorlage für Baku gegeben, revanchierte sich der deutsche Nationalspieler nun beim Niederländer, dessen Abschluss noch von einem Frankfurter abgefälscht wurde (46.). Die Gäste aus Niedersachsen waren nun gut im Spiel, doch die Eintracht war so effizient wie nur irgend möglich. André Silva mit seinem 23. Saisontor (54.) und Weltmeister Erik Durm nach Silva-Zuspiel (61.) erhöhten mit den Frankfurter Torschüssen 3 und 4 auf 4:2 und setzten damit Dortmund im Kampf um die Qualifikation für die Champions League weiter unter Druck - sechs Spieltage vor dem Ende beträgt der Vorsprung im schlechtesten Fall weiter sieben Punkte, der Rückstand auf den VfL, für den Maximilian Philipp den späten Anschluss herstellte (85.), noch ein Zähler.

Werder Bremen - RB Leipzig 1:4 (0:3)

Verfolger RB Leipzig bleibt am Rekordmeister dran. Nach der bitteren Niederlage im direkten Duell zeigte die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann beim 4:1 (3:0) gegen Werder Bremen eine starke Reaktion. Im Weserstadion zeigten sich die Sachsen anders als beim 0:1 gegen die Bayern hocheffizient und auch spielerisch dominant. Binnen 18 Minuten kam RB zudem zu drei schnellen Treffern, nachdem Bremen sich zunächst defensiv stabil präsentiert hatte. Nach einem tollen Spielzug über Kevin Kampl, der nach einer Gelbsperre wieder dabei war, Marcel Sabitzer und Dani Olmo überwand der Spanier SVW-Schlussmann Jiri Pavlenka zum Leipziger 1:0 (23.) - das 150. Bundesliga-Auswärtstor des Klubs.

Werder war um eine schnelle Reaktion bemüht, der frühere Leipziger Davie Selke köpfte nach einer Ecke jedoch knapp am Tor vorbei (27.). Es war einer der seltenen Momente, in denen sich Bremen aus dem Druck der Gäste befreien konnte, der auch nach der Führung stark blieb. Nach Flanke von Christopher Nkunku köpfte der in diesem Jahr oft glücklose Alexander Sörloth zum vorentscheidenden 2:0 ein (32.) und erhöhte noch vor der Pause weiter, nachdem Willi Orban einen Ballverlust von Marco Friedl ausgenutzt und den Norweger bedient hatte (41.). Den Gastgebern drohte nun eine Blamage, die SVW-Trainer Florian Kohfeldt mit einem Dreifach-Wechsel verhindern wollte. Unter anderem kam Milot Rashica, der zunächst mit einem Freistoß aus Ferndistanz einen Warnschuss abgab (52.) und per Handelfmeter in der 61. Minute verkürzte. Der Hoffnungsschimmer währte ganze zwei Minuten, dann machte RB alles klar: Kapitän Marcel Sabitzer (63.) ließ Pavlenka keine Chance.

Hertha BSC - Borussia Mönchengladbach 2:2 (1:2)

Hertha BSC hamstert sich weiter Punkt für Punkt in Richtung Klassenerhalt - offenbart aber im Torabschluss große Probleme. In Überzahl spielten die Berliner im Olympiastadion 2:2 (1:2) gegen ein aufopferungsvoll kämpfendes Borussia Mönchengladbach und schoben sich damit wieder an Arminia Bielefeld vorbei auf den 14. Platz. Früh hatte Gladbach-Torwart Yann Sommer die Rote Karte gesehen (13.), nachdem er Cordoba vor dem Strafraum von den Beinen geholt hatte. Er wurde durch Tobias Sippel ersetzt, für den Oscar Wendt weichen musste.

Die Überzahl schien Hertha zunächst zu beflügeln, Santiago Ascacibar gelang mit einem abgefälschten Schuss der Treffer zum 1:0 (23.). Allerdings verpasste es die Mannschaft von Pal Dardai, gegen dezimierte Gladbacher weiter Kapital aus der Situation zu schlagen. Sippel verhinderte den möglichen Doppelschlag, als er mit seiner ersten Aktion einen Kopfball von Cordoba parierte (26.). Borussia schüttelte sich nur kurz, kam nur wenige Sekunden später zum Ausgleich durch Alassane Plea, der einen perfekten Pass von Marcus Thuram in die Schnittstelle vollendete (27.). Für Hertha kam es noch vor der Pause knüppeldick, als Lars Stindl vom Elfmeterpunkt das Spiel sogar drehte (38.). Nach Wiederanpfiff reagierten die nun dominanten Gastgeber in Person von Jhon Cordoba, der das 2:2 erzielte (49.), das nach Überprüfung wegen Abseits durch den Videoschiedsrichter Bestand hatte.