27. April 2019 / 17:25 Uhr

Bundesliga kompakt: Schalke schockt BVB im Derby - Hannover hofft wieder

Bundesliga kompakt: Schalke schockt BVB im Derby - Hannover hofft wieder

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Schalke jubelt, Dortmund trauert: Das Revierderby hat vermutlich den Meisterschaftskampf entschieden.
Schalke jubelt, Dortmund trauert: Das Revierderby hat vermutlich den Meisterschaftskampf entschieden. © imago images / Uwe Kraft
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Borussia Dortmund wird nach einem phasenweise peinlichen Auftritt im Revierderby gegen Schalke 04 wohl nicht mehr Deutscher Meister. RB Leipzig sichert sich mit einem Pflichtsieg gegen Freiburg die Champions-League-Qualifikation und Hannover 96 sammelt einen überlebenswichtigen Sieg gegen Mainz.

Borussia Dortmund - FC Schalke 04 2:4 (1:2)

Dieses Derby wird vielen Fans beider Seiten noch lange in Erinnerung bleiben. Ausgerechnet die in dieser Saison arg gerupften Schalker sind es, die dem BVB in einem in jeder Hinsicht emotionalen Revierderby den Zahn ziehen. Allerdings trug auch Dortmund selbst maßgeblich zu diesem Debakel bei - mit zwei hochverdienten Roten Karten nach groben Fouls von Marco Reus und Marius Wolf, jeweils am Schalker Mittelfeldspieler Suat Serdar.

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Dabei lief zunächst alles nach Plan für den BVB: Nach einem traumhaften Zuspiel von Jadon Sancho köpfte Mario Götze in der 14. Minute das 1:0 für Dortmund. Beim anschließenden Torjubel wurde Sancho von einem Feuerzeug getroffen und musste behandelt werden - es war eine Art Vorbote für den anschließenden Untergang der Dortmunder.

Der begann nur wenige Minuten später mit einer brisanten Elfmeter-Entscheidung: Weigl wurde nach einem Schuss von Embolo aus kürzester Distanz an der Hand getroffen, Schiedsrichter Felix Zwayer entschied auf Strafstoß. Den versenkte Daniel Caligiuri locker. Zehn Minuten später erhöhte Salif Sané nach einem Standard per Kopf auf 2:1. Das Derby wurde auf den Kopf gestellt. Die defensive Ausrichtung von Interimstrainer Huub Stevens ging voll auf.

Die brisantesten Revierderbys der letzten Jahre

Der SPORTBUZZER blickt auf die brisantesten Revierderbys der letzten Jahre zurück. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER blickt auf die brisantesten Revierderbys der letzten Jahre zurück. ©

Nach der Pause war es dann der BVB, der kräftig an seiner eigenen Zerstörung mitwirkte. Erst sah Kapitän Marco Reus Rot, als er nach einer Stunde vogelwild Suat Serdar von hinten abgrätschte und völlig zurecht vom Platz gestellt wurde. Schalke bekam einen Freistoß zugesprochen, den Caligiuri direkt verwandelte - der BVB war doppelt bestraft! Und nur drei Minuten nach dem 3:1 verlor auch Marius Wolf die Nerven. Wieder war es Serdar, der vom Ex-Frankfurter rüde gelegt wurde. Zwayer entschied ebenfalls auf den Feldverweis - erneut die richtige Entscheidung. Dortmund kam durch Axel Witsel (85.) mit neun Spielern noch zum Anschlusstor, doch Embolo (86.) machte mit einem Traumtor alles klar.

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RB Leipzig - SC Freiburg 2:1 (1:0)

Die Leipziger leisteten sich auch im Heimspiel gegen die Freiburger keinen Ausrutscher und bauten ihre Siegesserie auf sechs Erfolge aus. Positiver Nebeneffekt: Die Sachsen machten die Qualifikation für die Champions League vorzeitig perfekt - das wird auch den künftigen Trainer Julian Nagelsmann freuen, der RB in der kommenden Saison von Ralf Rangnick übernimmt.

DURCHKLICKEN: Die Einzelkritik zum Spiel gegen Freiburg

(1) Peter Gulacsi: Rettet zweimal grandios gegen Lucas Höler, dirigiert bei Grifos Tor noch seine Mauer, verhindert danach gegen Höfer und Grifo das 1:2. Note 2. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Rettet zweimal grandios gegen Lucas Höler, dirigiert bei Grifos Tor noch seine Mauer, verhindert danach gegen Höfer und Grifo das 1:2. Note 2. ©

Die Leipziger traten vom Anpfiff weg dominant auf und gingen folgerichtig in der 19. Minute in Führung. Der in den vergangenen Wochen überragende Yussuf Poulsen legte den Ball für Sturmpartner Timo Werner auf, der mit einem starken Torabschluss in die linke Ecke das 1:0 markierte. Freiburg versuchte es im Laufe der ersten Halbzeit mit mehr Ballbesitz, die größeren Chancen hatte aber RB. Das setzte sich im zweiten Durchgang fort, auch wenn Freiburg immer wieder mutige Situationen hatte.

Eine davon nutzten die Breisgauer: Der ehemalige Hoffenheimer Vincenzo Grifo (67.) belohnte seine Mannschaft mit dem Ausgleichstreffer mit einem direkten Freistoß, der allerdings umstritten war. RB-Keeper Gulacsi stellte noch seine Mauer, als Grifo den Ball ins Tor schoss. Der Treffer zählte trotz Leipziger Proteste. Leipzig war geschockt - aber nicht besiegt. Denn die Sachsen schlugen zurück: Nach einem Handelfmeter gegen den Freiburger Keven Schlotterbeck verwandelte Emil Forsberg (78.) sicher.

Hannover 96 - 1. FSV Mainz 05 1:0 (0:0)

Die akut abstiegsbedrohten Hannoveraner sind plötzlich wieder im Spiel um den Klassenerhalt! Die Niedersachsen lagen nach einem Treffer des Mainzers Quaison (28.) bereits hinten, doch Schiedsrichter Storks erhielt einen Wink des Kölner Videoschiedsrichters und nahm den Treffer wegen eines Fouls des Torschützen an Schwegler wieder zurück. Glück für 96.

Das setzte sich im weiteren Spielverlauf fort. Mainz hätte durch Mateta (44.) kurz vor der Pause erneut in Front gehen können, nachdem Hannovers Torwart Esser einen Kopfball von Mateta in den Lauf von Quaison hatte prallen lassen. Der Schwede konnte Esser aber nicht überwinden. Die Mainzer agierten auch im zweiten Durchgang vor Minuskulisse zunächst deutlich besser als die Gastgeber

Bilder zum Spiel: Hannover 96 gegen FSV Mainz 05

Linton Maina (rechts) spielt den Ball, verfolgt von Daniel Brosinski.  Zur Galerie
Linton Maina (rechts) spielt den Ball, verfolgt von Daniel Brosinski.  ©

Einmal patzten die Mainzer aber entscheidend - und das nutzte 96 zum Lucky Punch: Henrik Weydandt (66.) nutzte eine konfuse Deckungsarbeit und ein Missverständnis von Niakhaté mit Keeper Müller zur 96-Führung. Plötzlich ist Hannover, das eine Mainzer Großchance von Onisiwo (90.+3) überlebte, nur noch drei Punkte hinter dem Relegationsrang - geht da noch was?


Fortuna Düsseldorf - Werder Bremen 4:1 (2:1)

Fortuna Düsseldorf hat die Chancen von Werder Bremen auf die Europa League geschmälert. Das Team von Trainer Florian Kohfeldt verlor beim längst gesicherten Aufsteiger mit 1:4. Benito Raman in der 1. Minute, Kenan Karaman (22.), Rouwen Hennings (56.) und Markus Suttner (73.) trafen für Düsseldorf. Max Kruse (28.) verkürzte am Samstag für Bremen per Foulelfmeter auf 1:2.

Damit bleibt es für Werder bei 46 Punkten. Und die kommenden Aufgaben in der Fußball-Bundesliga sind schwer: Die Kohfeldt-Mannschaft muss noch gegen Borussia Dortmund, bei 1899 Hoffenheim und zum Kehraus am 18. Mai gegen RB Leipzig antreten.

Eintracht Frankfurt - Hertha BSC 0:0

Pokalsieger Eintracht Frankfurt hat einen großen Schritt in Richtung erstmalige Champions-League-Teilnahme verpasst. Bei der Generalprobe für das Halbfinal-Duell der Europa League mit dem FC Chelsea kamen die Hessen nicht über ein 0:0 gegen Hertha BSC hinaus. Das torlose Unentschieden am 31. Spieltag war für den Tabellenvierten von Trainer Adi Hütter bereits die dritte sieglose Liga-Partie in Serie.

Angesichts eines harten Restprogramms mit Gastspielen in Leverkusen und beim FC Bayern wird der Kampf um das Königsklassen-Ticket für Frankfurt wohl zur Zitterpartie bis zum letzten Moment. Für Hertha und den im Sommer scheidenden Trainer Pal Dardai war es das siebte sieglose Spiel am Stück. Für die Berliner, die ab der 80. Minute nach Gelb-Rot für Lukas Klünter zu Zehnt zu Ende spielten, geht es in den restlichen Spielen im Tabellenmittelfeld nur noch um die Platzierung.

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