30. Mai 2020 / 17:26 Uhr

Bundesliga kompakt: Bittencourt verschlimmert Schalke-Krise, Hertha nimmt Europa ins Visier

Bundesliga kompakt: Bittencourt verschlimmert Schalke-Krise, Hertha nimmt Europa ins Visier

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Werder Bremen hat Schalke 04 die nächste Enttäuschung zugefügt.
Werder Bremen hat Schalke 04 die nächste Enttäuschung zugefügt. © Getty/Pool
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Der FC Schalke 04 bleibt am 29. Bundesliga-Spieltag nach einer desaströsen ersten Halbzeit in der elften Partie in Folge ohne Sieg, verliert auch sein Heimspiel gegen Abstiegskandidat Werder Bremen. Der neue Hertha-Trainer Bruno Labbadia bleibt mit den Berlinern nach einem Sieg gegen den FC Augsburg weiter ungeschlagen.

FC Schalke 04 - Werder Bremen 0:1 (0:1)

Schalke schlingert immer weiter! Im Duell der beiden wahrscheinlich größten Krisen-Klubs der Bundesliga offenbarte sich in den ersten Minuten die Verunsicherung beider Mannschaften - insbesondere Schalke fehlte zunächst jeglicher Schwung. Vor dem Spiel hatte S04-Trainer Wagner zum bereits vierten Mal in dieser Spielzeit seinen Torwart getauscht - Nübel kam für den zuletzt enttäuschenden Schubert wieder zwischen die Pfosten. Nach zehn sieglosen Spielen in Serie agierten die Gastgeber merkwürdig ängstlich.

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Im ersten Durchgang hatten die Schalker gegen den Tabellenvorletzten nur 29 Prozent Ballbesitz und nur einen Torschuss. Werder war die mutigere Mannschaft. Eine Möglichkeit gab es aber erst nach 32 Minuten - nach einen katastrophalen Fehler von Todibo, der an der Mittellinie ins Dribbling ging, sich aber hoffnungslos verzettelte und den Ball an Klaassen verlor. Der schickte Rashica, der wiederum Bittencourt fand. Der Bremer schlenzte den Ball sehenswert ins lange Eck - Nübel war chancenlos.

Die Schalker steigerten sich in der zweiten Spielhälfte und investierten mit vier frischen Kräften (Oczipka, Raman, Boujellab und Kutucu kamen bis zur 60 Minute) mehr in die eigenen Angriffsbemühungen. McKennie (46.), Raman (53.) und Gregoritsch (57.) versuchten es mit Abschlüssen. Bremer Entlastung wurde immer seltener, die Abwehr hielt gegen zunehmend verzweifelter angreifende Gastgeber jedoch Stand. Die Bremer hatten sogar die Riesenchance zum 2:0, Osako (88.) wollte jedoch freistehend quer legen, anstatt gegen Nübel selbst den Abschluss zu forcieren.

Hertha BSC - FC Augsburg 2:0 (1:0)

Seit Labbadia die Herthaner übernahm, spielt der einstige Krisenklub wie verändert und bleibt unter dem neuen Trainer ungeschlagen. Die starken Leistungen der vergangenen Wochen gegen Hoffenheim (3:0), Union (4:0) und Leipzig (2:2) setzten sich auch gegen den FCA fort, der im ersten Durchgang trotz eines bemühten Starts klar die schwächere Mannschaft war. Die erste echte Chance brachte auch gleich die Führung: Dilrosun (23.) staubte ab, nachdem Augsburgs Schlussmann Luthe einen Pekarik-Schuss zwar unter Bedrängnis von Lukebakio parieren konnte - jedoch nur in den Lauf des jungen Holländers. Einziges Manko des Berliner Spiels im ersten Durchgang: der Mangel an Toren. Ibisevic (36.) scheiterte am stark reagierenden Luthe. Erst nach Wiederbeginn hatte Augsburg die erste Chance - und wurde zunehmend aggressiver: Sarenren Bazee (47.) scheiterte jedoch an Hertha-Keeper Jarstein, Niederlechner (60.) köpfte knapp drüber. Augsburg blieb bemüht, aber im Endspurt der Partie ohne große Möglichkeiten. In der Nachspielzeit machten die Berliner alles klar: Der eingewechselte Piatek (90.+3) vollendete einen Konter zum 2:0.

Hertha BSC in Noten: Die Einzelkritik zum 2:0-Sieg gegen den FC Augsburg.

Die Berliner können sich über den nächsten Sieg unter Bruno Labbadia freuen. Der SPORTBUZZER schaut sich die Leistung der Hertha-Kicker beim 2:0-Erfolg gegen den FC Augsburg genauer an. Zur Galerie
Die Berliner können sich über den nächsten Sieg unter Bruno Labbadia freuen. Der SPORTBUZZER schaut sich die Leistung der Hertha-Kicker beim 2:0-Erfolg gegen den FC Augsburg genauer an. ©

Mit dem Sieg sind für Hertha BSC die Europa-League-Plätze wieder in Sichtweise. Mit nun 38 Punkten liegt die Hertha nun auf Rang neun und überholt Krisen-Klub Schalke 04. Der Rückstand auf Europa-Rang sechs beträgt fünf Spieltage vor Schluss nur noch vier Zähler.

VfL Wolfsburg - Eintracht Frankfurt 1:2 (0:1)

Die SGE verschafft sich Luft im Keller! Die Hessen hatten im ersten Durchgang aber Dusel, dass Wolfsburg keine seiner Möglichkeiten in Zählbares ummünzen konnte. Zur Pause standen 14:4 Schüsse für die Gastgeber, die im letzten Angriffsdrittel aber viel zu unpräzise agierten. Die beste Chance des VfL hatte Brekalo (20.), der vollkommen frei am glänzend reagierenden Trapp scheiterte. Ein derartiger Chancenwucher musste sich rächen. Und so kam es auch: Pongracic klammerte gegen Silva, der den fälligen Elfmeter souverän verwandelte (27.). Kurz vor dem Seitenwechsel hatte Gacinovic sogar das zweite Frankfurter Tor auf dem Fuß, er verpasste letztlich aber klar. Das 2:0 wäre des Guten allerdings auch zu viel gewesen.


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So blieb Wolfsburg im Spiel - und kam durch Mbabu (58.) zum verdienten Ausgleichstreffer. Nach einem Freistoß von Arnold köpfte der Schweizer den Ball vom kurzen Pfosten auf das Frankfurter Tor, wo Trapp schlecht aussah - 1:1. Nur selten waren die Niedersachsen so zwingend. Pongracic (63.) schoss knapp drüber, nachdem Hinteregger etwas zu wild im eigenen Strafraum zu Werke gegangen war. Nach dem Ausgleich war die SGE ebenbürtig, Gacinovic (74.) scheiterte aber an Casteels. Letztlich setzte Frankfurt den Lucky Punch. Der eingewechselte Dost spielte den Ball zu Kamada (85.), der Wolfsburgs Torwart überwand und der SGE die wichtigen drei Punkte bescherte. In der Nachspielzeit sah Frankfurts Torro (90.+5) Gelb-Rot.

FSV Mainz 05 - TSG Hoffenheim 0:1 (0:1)

In einer umkämpften ersten Halbzeit hätte die TSG schon alles klar machen können, doch Zuber (27.) verschoss einen Foulelfmeter gegen Mainz-Torwart Müller, der einen starken Reflex zeigte. Gegen die abstiegsbedrohten und zuletzt alles andere als gut aufgelegten Rheinhessen scheiterte Skov (42.), der nur knapp links vorbei schoss. Dass es doch mit einer Hoffenheimer Führung in die Kabinen ging, lag an Bebou, der sich gegen mehrere Mainzer durchsetzte und Müller überwand.

Sinsheim sensationell: Das wurde aus Hoffenheims Herbstmeistern der Saison 2008/2009

In der Saison 2008/09 war die TSG Hoffenheim mit Trainer Ralf Rangnick erstmals in die Bundesliga-Saison aufgestiegen - und wurde auf Anhieb Herbstmeister. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt, was aus der Hoffenheimer Erfolgsmannschaft geworden ist! Zur Galerie
In der Saison 2008/09 war die TSG Hoffenheim mit Trainer Ralf Rangnick erstmals in die Bundesliga-Saison aufgestiegen - und wurde auf Anhieb Herbstmeister. Der SPORTBUZZER zeigt, was aus der Hoffenheimer Erfolgsmannschaft geworden ist! ©

Bitter für die Gastgeber, die keinesfalls schlechter waren und insgesamt sogar druckvoller agierten. Die beste FSV-Möglichkeit hatte Quaison (34.), der mit einem starken Freistoß aber nur den Innenpfosten traf. Die Mainzer blieben dran: Niakhaté (57.) verpasste den Ausgleich nur, weil vier Hoffenheimer auf der Linie klären konnen. Mainz warf in den Schlussminuten fast alles nach vorn, blieb aber glücklos.