21. Oktober 2021 / 08:44 Uhr

Bundesliga: Mecklenburger segeln auf Kieler Boot um Meistertitel mit

Bundesliga: Mecklenburger segeln auf Kieler Boot um Meistertitel mit

Christian Lüsch
Ostsee-Zeitung
Am Wochenende steigt das Finale der Segel-Bundesliga – hier ein Rennen in Kiel – auf dem Berliner Wannsee.
Am Wochenende steigt das Finale der Segel-Bundesliga – hier ein Rennen in Kiel – auf dem Berliner Wannsee. © Oliver Michael Maier
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Mit Matti Cipra (Plau am See), Silas Oettinghaus (Rostock) und Ole Nietiedt (Röbel) gehören drei Männer aus MV zur Segel-Crew der „OneKiel“, die am Wochenende in Berlin Meister werden kann. Das Team vom Akademischen Segelverein Warnemünde hat in der 2. Liga Aufstiegschancen.

Matti Cipra wird am kommenden Wochenende zwar nicht selbst segeln. Nach Berlin zum Finale der Segel-Bundesliga wird er aber dennoch reisen. Logisch, denn der junge Mann will sehen, wie sein Team – „OneKiel“ – den Meistertitel einfährt. Und selbstverständlich möchte der Mecklenburger bei der bevorstehenden Feier auf gar keinen Fall fehlen.

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„Ich denke, es wird nicht schiefgehen. Wir müssten Letzte werden – und unser schärfster Widersacher aus Hemelingen (bei Bremen/d. Red.) müsste gewinnen“, erklärt der 28-jährige Cipra vor dem Finale auf dem Berliner Wannsee die Konstellation.

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Der Mann vom Plauer Wassersportverein, der in seinem „normalen“ Seglerleben neuerdings gemeinsam mit Klubkameradin Theres Dahnke im Mixed-470er unterwegs ist, war bei drei der bislang fünf Bundesliga-Regatten mit an Bord der „OneKiel“. Cipra findet es „klasse“, dass mit ihm, dem Rostocker Silas Oettinghaus sowie Ole Nietiedt vom Röbeler Segler Verein in diesem Jahr drei Wassersportler aus MV auf dem Kieler Boot Bundesliga-Champions in der Bootsklasse J70 werden können. Die Konkurrenz in der 1. Liga war groß.

Am Freitag und Sonnabend wollen die Norddeutschen ihre Saison, die im Juni begann, krönen. Besonderes Bonbon: Die Top 3 der Bundesliga qualifizieren sich für die Champions League der europäischen Segler. Geholfen hat den Norddeutschen die Unterstützung von Segel-Legende Jochen Schümann. „Er war häufiger dabei, wenn wir trainiert haben, hat uns mit dem Motorboot begleitet und uns gesagt, was wir besser machen können“, berichtet Cipra, der es „extrem hilfreich“ fand, dass der erfahrene 67-Jährige auf Kleinigkeiten geachtet, sich auch Videos der Mannschaft angeschaut und ausgewertet hat. So gebührt dem früheren America’s-Cup-Gewinner ein Teil des Meistertitels, wenn die Kieler ihn holen.

Dass er am entscheidenden Wochenende zuschauen muss, stört den gebürtigen Wismarer Cipra nicht. „Wir sind ein breit aufgestelltes Team und hatten uns vor der Saison darauf geeinigt, wer wann und wo segelt. Der Wannsee liegt mir ohnehin nicht so sehr. Aber ich feiere danach gerne mit“, sagt er.

In der 2. Bundesliga, die zeitgleich ihr Saisonfinale startet, kann der Akademische Segelverein Warnemünde (ASVW) für Furore sorgen: Zwar liegen der Düsseldorfer Yachtclub, der Hamburger Segel-Club, die Seglervereinigung 1903 aus Berlin und der Kieler Yacht-Club auf den vier Aufstiegsplätzen. Rein rechnerisch könnten aber noch 14 Vereine – darunter der aus Warnemünde – noch aufsteigen. Das Team aus dem Ostseebad ist Tabellenfünfter, punktgleich mit dem Vierten (KYC) und nur vier Zähler schlechter als die Drittplatzierten Berliner.