14. Januar 2020 / 06:51 Uhr

Wolff Fuss: Die Meister-Chancen von Leipzig bis Bayern - Diese Teams müssen im Abstiegskampf zittern

Wolff Fuss: Die Meister-Chancen von Leipzig bis Bayern - Diese Teams müssen im Abstiegskampf zittern

Wolff-Christoph Fuss
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kolumnist Wolff Fuss checkt für den <b>SPORT</b>BUZZER in der Reihe Viererkette die Anwärter auf Meisterschaft und Abstieg in der Bundesliga.
Kolumnist Wolff Fuss checkt für den SPORTBUZZER in der Reihe "Viererkette" die Anwärter auf Meisterschaft und Abstieg in der Bundesliga. © imago images/Lacy Perenyi/Jan Huebner/Montage
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Wenn die Bundesliga 2019/20 in die Rückrunde startet, ist das Rennen um den Titel spannend wie lange nicht. Auch im Abstiegskampf finden sich zahlreiche Teams, die eigentlich große Ambitionen haben. In der "Viererkette" lotet SPORTBUZZER-Kolumnist Wolff Fuss die Chancen der einzelnen Klubs aus.

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Herrlich, dass die Bundesliga am Wochenende wieder loslegt - Spannung an beiden Polen der Tabelle. So viel Meister-Rennen war zur Halbserie selten und zudem winkt noch ein heißer Abstiegskampf. Hier die Kandidatenauswahl für beide Enden der Tabelle:

Das enge Rennen um die Schale

Leipzig: Der amtierende Tabellenführer ist als Herbstmeister der natürliche Favorit auf den Titel. Trotz des berechtigten Lobes, von dem es während der Winterpause mehr als genug gab, werden sie jetzt feststellen, dass das Rennen ab jetzt auch Steigungen enthält. Steigungen, die man bislang in Leipzig nur vom Hörensagen kennt. Das direkte Duell gegen die Bayern Anfang Februar wird richtungsweisenden Charakter haben.

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Gladbach: Der Überraschungs-Zweite, hat den unschätzbaren Vorteil im Vergleich zu den vier Kollegen, sich ausschließlich auf die Liga konzentrieren zu können. Er habt allerdings einen Kader, der auf mehrere Wettbewerbe ausgelegt ist. In diesem Spannungsfeld muss Marco Rose ein guter Moderator sein, insbesondere für all die Enttäuschten auf der Bank.

Zuversicht bei Bayern - BVB braucht Lösungen

Bayern: Noch nie hat ein Bayern-Kader trotz Platz 3 im Winter so viel Zuversicht, Euphorie und Harmonie ausgestrahlt, wie der aktuelle. Selbst das 2:5 im letzten Test in Nürnberg rang den Bayern maximal ein 'Hoppla' ab. Der Kader und der Verein sind auf maximalen Erfolg in jedem Wettbewerb ausgelegt und durch die Erfajrungen der vergangenen Saison auf eine Aufholjagd vorbereitet. Für mich sind die Münchner nach wie vor der Top-Favorit auf den Titel.

Dortmund: Wie die Bayern, so blieb auch der BVB in der Hinrunde hinter den eigenen Möglichkeiten zurück. Mit Erling Haaland haben sie im Winter eines der Top-Sturmtalente im Weltfußball verpflichtet. Das wird einige Probleme entspannen, einige andere lassen sich nicht so einfach durch einen Transfer lösen.

Schalke: Im Meister-Konzert maximal ein Aussenseiter. Die bösen Geister des Vorjahres sind aus den Knochen, so dass "Königsblau" ein Platz unter den ersten sechs unbedingt zuzutrauen ist.

Fazit: Auch wenn sowohl den Bayern, als auch Dortmund eine fulminante Siegesserie zuzutrauen ist, halte ich beide nach den Ergebnissen der Hinrunde für so schwankend, dass in diesem Jahr analog zu 2007 und 2009 ein anderer Meister durchaus im Bereich des Möglichen liegt. Das verspricht Spannung bis zuletzt.

Transfers: Die Winter-Zugänge der Bundesliga-Klubs 2019/20

Erling Haaland, Emre Can, Krzysztof Piatek und Dani Olmo (v.l.) spielen künftig in der Bundesliga. Der <b>SPORT</b>BUZZER wirft einen Blick auf die Wintertransfers der Vereine. Zur Galerie
Erling Haaland, Emre Can, Krzysztof Piatek und Dani Olmo (v.l.) spielen künftig in der Bundesliga. Der SPORTBUZZER wirft einen Blick auf die Wintertransfers der Vereine. ©

Der harte Kampf im Keller

Union: Fürs erste aus dem Gröbsten raus. Wobei dem Aufsteiger niemand etwas Neues erzählen wird, wenn er sagt: der Abstiegskampf bleibt bis zur rechnerischen Sicherheit ein stetiger Begleiter.

Hertha: Dank des Schlussspurts in der Hinserie besteht jetzt die Hoffnung auf einen erfolgreichen Abstiegskampf. Der Rückrundenauftakt hat es für die Klinnsmänner allerdings in sich. Wie sehr der Abstiegskampf noch mal Thema wird, hängt sehr stark vom Rückrundenstart ab.

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Frankfurt: Eigentlich zu stark für diese Tabellenregionen. Die Skalps von Kovac und Emery hingen unter dem Weihnachtsbaum, es scheint nur eine Frage der Zeit, wann die Eintracht sich wieder entspannteren Tabellenregionen zuwenden kann.

Mainz: Was Achim Beierlorzer in Köln nicht mehr zugetraut wurde, setzt er in Mainz aktiv um: Den Klassenerhalt.

Bundesliga-Transfers: Die Tops und Flops der Hinrunde

Der <b>SPORT</b>BUZZER hat die Tops und Flops der Bundesliga-Zugänge zusammengestellt. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER hat die Tops und Flops der Bundesliga-Zugänge zusammengestellt. ©

Köln: Beim FC hat man sich mittlerweile aneinander gewöhnt: die Mannschaft an Gisdol, der Verein an die Tabellenregion. Das ist eine gute Nachricht im Abstiegskampf, der den FC bis zum Schluss begleiten wird.

Düsseldorf: Der Sieg gegen Union am letzten Hinrundenspieltag besitzt eine ungeheure Bedeutung. Nicht auf einem direkten Abstiegsplatz überwintern zu müssen, hilft. Die Ruhe und Gelassenheit von Friedhelm Funkel, helfen ebenso.

Werder ungewiss - Hoffnung in Paderborn

Bremen: Werder steckt in einer hoch komplexen Situation - besitzt einen Kader, der nicht für den Abstiegskampf zusammengestellt wurde. Besitzt zudem einen Trainer, der noch bis zum vergangenen Sommer als das heißeste Eisen der deutschen Trainergilde gehandelt wurde und ist jetzt trotzdem Vorletzter. Es gibt dafür keinen seriösen Erklärungsansatz und genau da liegt das Problem.

Paderborn: Die Tabellenregion, in der sich der SC befindet, überrascht niemanden - am wenigsten die Paderborner selbst. Solange es rechnerisch möglich ist, lebt hier die Hoffnung und es werden sämtliche Kräfte mobilisiert.

Fazit: Die Lage am Südpol der Tabelle ist noch komplexer als an der Spitze. Paderborn scheint zu leicht für die Liga, versucht allerdings bis zum Schluss das Gegenteil zu beweisen. Der Rest ist grundsätzlich stark genug für den Klassenerhalt. Das garantiert allerdings absolut gar nichts.

Die SPORTBUZZER-Elf des Jahrzehnts in der Bundesliga

Die <b>SPORT</b>BUZZER-Leser hatten die Qual der Wahl und haben ihre Bundesliga-Elf des Jahrzehnts gevotet (In den Kategorien Innenverteidigung, defensives Mittelfeld und offensives Mittelfeld waren jeweils Mehrfachabstimmungen möglich). Zur Galerie
Die SPORTBUZZER-Leser hatten die Qual der Wahl und haben ihre Bundesliga-Elf des Jahrzehnts gevotet (In den Kategorien "Innenverteidigung, "defensives Mittelfeld" und "offensives Mittelfeld" waren jeweils Mehrfachabstimmungen möglich). ©

Immer dienstags wechseln sich an dieser Stelle Bestseller-Autor Ronald Reng, der Ex-Schiedsrichter und heutige Motivationscoach Babak Rafati, Sky-Kommentator Wolff Fuss und Jochen Breyer, Moderator des ZDF-„Sportstudios“, mit Meinungsbeiträgen ab. Sie sind alle Kolum­nisten des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), zu dem auch der SPORTBUZZER gehört.