27. April 2020 / 07:41 Uhr

Sportphilosoph Gebauer: Bundesliga wird Vorbildrolle nicht gerecht - "Hinterlässt einen schlechten Eindruck"

Sportphilosoph Gebauer: Bundesliga wird Vorbildrolle nicht gerecht - "Hinterlässt einen schlechten Eindruck"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Sportphilosoph Gunter Gebauer findet, dass der Fußball im Falle der Wiederaufnahme des Bundesliga-Spielbetriebs verantwortungslos handeln würde.
Der Sportphilosoph Gunter Gebauer findet, dass der Fußball im Falle der Wiederaufnahme des Bundesliga-Spielbetriebs verantwortungslos handeln würde. © (c) Copyright 2020, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Der Sportphilosoph Gunter Gebauer findet, dass der Fußball im Falle der Wiederaufnahme des Bundesliga-Spielbetriebs verantwortungslos handeln würde. Er glaubt auch nicht, dass die angedachten Geisterspiele als Stimmungsaufheller dienen. 

Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Bundesliga mit Geisterspielen wäre für Sportphilosoph Gunter Gebauer „ein falsches Signal“. Zugleich übte er Kritik an den Fußball-Verantwortlichen. „Der Fußball sieht sich ja sonst gerne als Vorbild. Dieser Rolle wird er aber gerade nicht gerecht und bestätigt damit all diejenigen, die ihm ohnehin skeptisch gegenüber stehen“, sagte Gebauer im Interview der „Augsburger Allgemeinen“.

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Fußballspiele in der jetzigen Situation seien verantwortungslos. „Gesang, Theater, Schauspiel, im Wirtshaus zusammensitzen – alles, wo es zu Nähe und Körperkontakt kommt, ist strikt verboten. Und dann wird ein Vollkontaktsport wie Fußball ausgeübt? Bei anderen Sportarten wie Rudern, Gewichtheben oder Golf, wo man Abstand halten kann, wird über Wettkämpfe gar nicht erst nachgedacht“, betonte der 76 Jahre alte Wissenschaftler.

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Geisterspiele taugen laut Gebauer auch kaum als Stimmungsaufheller für die Gesellschaft. „Ich bin da sehr skeptisch, dass da echter Spaß aufkommt, wenn 22 Profis in einem menschenleeren Stadion, das 40 000 oder 50 000 Zuschauer fasst, dem Ball hinterherjagen. Das hat was von Gefängnisspielen.“

Gebauer: "Sonderbehandlung hinterlässt einfach einen schlechten Eindruck"

Gebauer kritisiert auch, dass die DFL rund 20 000 Tests auf das Coronavirus bei den Spielern zur Durchführung der restlichen Spieltage durchführen lassen will. „Wenn man bedenkt, dass in Alten- und Pflegeheimen definitiv zu wenig getestet wird und an manchen Stellen Mangel herrscht, hinterlässt diese Sonderbehandlung für den Fußball einfach einen schlechten Eindruck“, sagte er.

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Demgegenüber hatte DFL-Boss Christian Seifert erst am Donnerstag wiederholt betont, keine Sonderrolle für den Fußball zu beanspruchen. Auch hatte es in den vergangenen Tagen wiederholt Berichte gegeben, dass die Labore gar nicht ausgelastet sind. Die DFL hatte dazu eine Kooperationsvereinbarung mit insgesamt fünf Laborverbänden abgeschlossen, die versichert hatten, dass die derzeitigen Kapazitäten ausreichend sind und durch Covid-19 keine Limitierung der Testkapazitäten auftreten.