31. März 2020 / 14:34 Uhr

Offiziell: DFL-Mitglieder beschließen Bundesliga-Pause bis Ende April

Offiziell: DFL-Mitglieder beschließen Bundesliga-Pause bis Ende April

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das Coronavirus lässt weiterhin keinen Spitzenfußball in Deutschland zu.
Das Coronavirus lässt weiterhin keinen Spitzenfußball in Deutschland zu. © imago images/Sven Simon
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Die 1. und 2. Bundesliga werden wegen der Corona-Pandemie weiter pausieren. Die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga stimmte am Dienstag einem entsprechenden Antrag des DFL-Präsidiums zu - und traf weitere Entscheidungen.

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Die Coronavirus-Pandemie lässt weiterhin keinen Profi-Fußball in Deutschland zu. Die 1. und 2. Bundesliga werden weiterhin pausieren - mindestens bis zum 30. April. Darauf verständigten sich die Verantwortlichen der 36 Mitglieder der Deutschen Fußball Liga (DFL) im Rahmen einer Versammlung am Dienstag - und folgten damit dem Vorschlag des DFL-Präsidiums. Zuvor war die Saison der beiden Ligen bis zum 2. April ausgesetzt worden.

Aufgrund der stetigen Verschärfung der Corona-Krise in allen gesellschaftlichen Bereichen, blieb der Liga keine andere Wahl als eine Verlängerung der Unterbrechung. An der Möglichkeit einer Saison-Fortsetzung soll aber definitiv festgehalten werden. Für den Abschluss der Spielzeit haben die Verantwortlichen weiter den 30. Juni im Visier. Unter bestimmten Bedingungen sei eine Verlängerung in den Juli möglich, sagte DFL-Boss Christian Seifert.

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Schon jetzt steht fest, dass eine Fortsetzung des vorerst bis 30. April ausgesetzten Spielbetriebs nur ohne Zuschauer möglich sein wird. Wann der Ball wieder rollt, blieb auch am Dienstag weiter offen. Das trifft die Vereine, die dadurch Millionenverluste erleiden. Diese fielen aber um ein Vielfaches höher aus, würde die Saison komplett abgebrochen werden. In Ermangelung einer entsprechenden Versicherung könnte dies den Klubs bis zu 750 Millionen Euro kosten. Als Geste der Solidarität hatten der FC Bayern, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und RB Leipzig der DFL zuletzt 20 Millionen Euro als Hilfe für finanziell bedrohte Klubs zugesichert.

Wesentliche Entscheidungen der DFL

Neben der weiteren Aussetzung des Ligabetriebs wurden am Dienstag weitere wesentliche Entscheidungen getroffen. So sollen sich an allen 36 Standorte der ersten und zweiten Liga Konzepte für die Durchführbarkeit von Geisterspielen unter geringstmöglichem Personalaufwand entstehen. Dazu entwickelt eine medizinische Task Force ein Konzept, dass die Gesundheit aller Spieler und Verantwortlichen für den Zeitpunkt der Wiederaufnahme sicherstellt. Und: Sämtliche Wettbewerbsplatzierungen sollen sportlich entschieden werden. Im Falle von Insolvenzen wird es in dieser Spielzeit keine Sanktionen geben. Für die kommende Saison werden drei Punkte, statt neun Punkten abgezogen. Die Aufnahme von Mannschaftstrainings soll bis zum 5. April ausbleiben.

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Coronavirus könnte internationalen Fußball in eine tiefe Krise stürzen

Die Corona-Pandemie könnte auch den internationalen Fußball in eine tiefe Krise stürzen: Wie das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungs-Unternehmen KPMG vor kurzem in seiner Studie ermittelte, hätten die Bundesliga, Premier League, La Liga, Serie A und die Ligue 1 insgesamt ein Minus von 3,4 bis 3,95 Milliarden Euro zu beklagen, falls die aktuelle Spielzeit wegen der Coronavirus-Krise nicht zu Ende gespielt werden kann. Die Premier League pausiert wie die Bundesliga vorerst bis zum 30. April, während die Ligen in Spanien und Italien auf unbestimmte Zeit ausgesetzt wurden. Die beiden Länder sind in Europa aktuell am stärksten von der Corona-Krise betroffen.

Ob die Bundesliga tatsächlich bereits im Mai wieder starten kann, ist noch nicht abzusehen. Zuletzt nannte UEFA-Boss Aleksander Ceferin eine Deadline, wann der Ball spätestens wieder rollen müsse, um die Spielzeit 2019/20 noch zu retten. "Wir könnten Mitte Mai, Anfang Juni oder Ende Juni starten. Wenn wir nichts davon schaffen, bringen wir die Saison wahrscheinlich nicht zu Ende“, sagte der Slowene der italienischen Zeitung La Repubblica. Die UEFA hatte zuvor die EM 2020 in das nächste Jahr verschoben (11. Juni bis 11. Juli 2021), um den Ligen in der Coronavirus-Krise mehr Zeit zu verschaffen.