21. März 2020 / 16:31 Uhr

Bericht: DFL berät am Dienstag über weiteres Vorgehen - Längere Bundesliga-Pause wahrscheinlich

Bericht: DFL berät am Dienstag über weiteres Vorgehen - Längere Bundesliga-Pause wahrscheinlich

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das DFL-Präsidium um Christian Seifert (l.) berät über die Fortführung der Bundesliga-Saison. Gladbach-Sportdirektor Max Eberl (r., mit Wolfsburgs Jörg Schmadtke) hatte sich zuletzt für Geisterspiele stark gemacht.
Das DFL-Präsidium um Christian Seifert (l.) berät über die Fortführung der Bundesliga-Saison. Gladbach-Sportdirektor Max Eberl (r., mit Wolfsburgs Jörg Schmadtke) hatte sich zuletzt für Geisterspiele stark gemacht. © imago images/Montage
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Nach einem Bericht des "Kicker" berät das DFL-Präsidium am kommenden Dienstag über das weitere Vorgehen mit Blick auf die derzeit ausgesetzte Bundesliga-Saison. Eine Verlängerung der Pause scheint unausweichlich.

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Das Präsidium der Deutschen Fußball Liga (DFL) kommt offenbar am kommenden Dienstag zu erneuten Beratungen zusammen, um mit Blick auf die derzeit bis zum 2. April ausgesetzte Bundesliga-Saison das weitere Vorgehen zu diskutieren. Dies berichtet der Kicker. Dem Fachmagazin zufolge sei es wahrscheinlich, dass das neunköpfige Gremium seinen Mitgliedern die Empfehlung aussprechen wird, die Pause weiter auszudehnen. Zumal sich die Corona-Krise in allen gesellschaftlichen Bereichen weiter verschärft und in zahlreichen Bundesländern bereits Ausgangsbeschränkungen unterschiedlicher Ausprägung verhängt wurden.

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Zudem sind einige Vereine unmittelbar von der Pandemie betroffen. So befinden sich die Profis von Hertha BSC und Eintracht Frankfurt nach positiven Corona-Tests innerhalb ihrer Mannschaften in Quarantäne. DFL-Boss Christian Seifert hatte bereits nach der Versammlung der 36 deutschen Profivereine am vergangenen Montag erklärt, dass nicht davon auszugehen sei, dass der Spielbetrieb am 3. April wieder aufgenommen werden könne. Und: Selbst wenn der Ball irgendwann wieder rollt, dürfte es allenfalls zu Geisterspielen kommen.

Virologe Drosten: Volle Bundesliga-Stadien noch monatelang nicht zu erwarten

Für den renommierten Virologen Christian Drosten steht sogar fest: In deutschen Stadien wird es wegen der Coronavirus-Pandemie für lange Zeit keine vollbesetzten Tribünen mehr geben. Das sagte der Chef der Virologie der Berliner Charité dem Magazin Stern. Er glaube "überhaupt nicht daran, dass wir in irgendeiner absehbaren Zeit wieder Fußballstadien voll machen. Das ist überflüssig. Das wird es bis nächstes Jahr um diese Zeit nicht geben", sagte Drosten, der einer der profiliertesten Manager der aktuellen Coronavirus-Krise ist. Er sagt außerdem: "Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten."

Geisterspiele: Diese Partien wurden bereits ohne Zuschauer ausgetragen

Wegen Fan-Ausschreitungen und dem Coronavirus wurden bereits Geisterspiele in Europa ausgetragen. Der SPORTBUZZER zeigt eine Auswahl.  Zur Galerie
Wegen Fan-Ausschreitungen und dem Coronavirus wurden bereits Geisterspiele in Europa ausgetragen. Der SPORTBUZZER zeigt eine Auswahl.  ©

Um den immensen wirtschaftlichen Schaden für die Liga zu begrenzen, scheinen somit Geisterspiele die einzige derzeit noch denkbare Lösung. Gladbach-Sportdirektor Max Eberl sagte der Rheinischen Post: "Wir hoffen ja, dass wir diese Spiele ohne Zuschauer machen können, um die Saison halbwegs vernünftig zu Ende zu bringen und den wirtschaftlichen Schaden für die Klubs und für alle anderen Branchen, die wirtschaftlich und gesellschaftlich am Fußball hängen, einigermaßen zu begrenzen." Auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke machte sich für Spiele ohne Zuschauer stark.


Drei mögliche Modelle für Bundesliga-Fortsetzung

Der von Eberl erwähnte finanzielle Schaden ist selbst bei Geisterspielen immens. Wie Borussia Dortmund zu Beginn der Krise meldete, drohen pro Partie, die ohne Zuschauer ausgetragen wird, Verluste in Höhe von 2,5 bis 3 Millionen Euro. Immerhin: Durch die Verlegung der für diesen Sommer geplanten EM in das nächste Jahr hat die Liga ein wenig Zeit gewonnen. Um die Saison vielleicht doch noch fortzusetzen, werden nach SPORTBUZZER-Informationen bei der DFL derzeit drei Modelle diskutiert - Voraussetzung für die Umsetzung jedes dieser Szenarien ist natürlich die Zustimmung von Politik und Behörden.

So könnte die Bundesliga den Meister in einer Art EM-Modus, in einem Eil-Verfahren oder in Englischen Wochen ausspielen. Zuschauer könnten die Partien einzig vor dem Fernseher verfolgen.