10. März 2019 / 12:00 Uhr

RB Leipzig offenbart gegen Augsburg Angriffsschwäche – Sabitzer kritisiert Aufstellung

RB Leipzig offenbart gegen Augsburg Angriffsschwäche – Sabitzer kritisiert Aufstellung

Anton Zirk
LEIPZIG,GERMANY,09.MAR.19 - SOCCER - 1. DFL, 1. Deutsche Bundesliga, RasenBallsport Leipzig vs FC Augsburg. Image shows Marcel Sabitzer (RB Leipzig). Photo: GEPA pictures/ Sven Sonntag - DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video - For editorial use only. Image is free of charge.
RB Leipzigs Marcel Sabitzer kritisierte die Aufstellung beim torlosen Remis gegen den FC Augsburg. © GEPA pictures
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Aus dem Spiel heraus hat RB Leipzig im Duell mit dem FC Augsburg selten die richtigen Lösungen gefunden – kein neues Problem gegen tiefstehende Gegner. Die Meinungen über die Ursachen gingen nach dem 0:0 auseinander.

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RB Leipzig wartet in der Bundesliga-Rückrunde nach dem bitteren 0:0-Unentschieden gegen den FC Augsburg weiter auf einen Heimsieg. 2019 holte die Mannschaft von Ralf Rangnick in der Red Bull Arena bisher nur drei Zähler. Der Chef-Trainer wollte die Situation jedoch nicht dramatisieren: „Solange wir auswärts unsere Spiele gewinnen und zuhause unentschieden spielen, sind wir immer noch bei einem Zwei-Punkte-Schnitt.“ Die blanken Zahlen geben ihm Recht: RB steht nach dem 25. Spieltag auf einem bemerkenswerten dritten Platz und ist seit der Niederlage zum Rückrundenauftakt gegen Borussia Dortmund ungeschlagen.

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RB Leipzig - FC Augsburg (0:0) Zur Galerie
RB Leipzig - FC Augsburg (0:0) ©
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Die Bilanz vermag jedoch nicht gänzlich über die aktuellen Offensivprobleme hinwegzutäuschen. Vor allem gegen tiefstehende Gegner mangelt es den Roten Bullen an Tempo und Ideen aus dem Spiel heraus, wie auch Marcel Sabitzer feststellen musste: „Irgendwie fehlen uns vorne drin die kreativen Momente.“

Mehr Offensiv-Power gefordert

Sichtlich enttäuscht kritisierte der Österreicher Rangnicks Personalentscheidungen vor dem Spiel gegen den FCA: „Wenn man mal abzählt, waren über lange Strecken nicht allzu viele Offensive auf dem Platz. Es ist schwer, wenn du so einen Block vor dir hast. Da brauchst du Spieler, die mal eins gegen eins gehen können oder ein Überraschungsmoment haben. Vielleicht kam das ein bisschen zu spät heute. Wir haben viele Spieler, die Kreativität mitbringen. Warum die nicht spielen, das muss jemand anderes beantworten.“

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(1) Peter Gulacsi: Verhindert gegen Gregoritsch das sichere 0:1. Sonst ohne Beschäftigung. Note 2. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Verhindert gegen Gregoritsch das sichere 0:1. Sonst ohne Beschäftigung. Note 2. ©

Rangnick sagte hingegen auf der Pressekonferenz im Anschluss an die Partie: „Schauen Sie sich mal an, wer ab der 60. Minute und erst Recht ab der 70. und 80. Minute auf dem Platz war und wer draußen noch auf der Bank saß.“ Der Trainer hatte in seiner Startelf erneut auf Emil Forsberg verzichtet. Nach einer knappen Stunde kam der Schwede für den glücklosen Matheus Cunha aufs Feld. Später folgten mit Bruma für Tyler Adams und Jean-Kevin Augustin für Konrad Laimer zwei weitere Offensivspieler.

Nachdem am Sonntag ein klärendes Gespräch mit Rangnick stattgefunden habe, relativierte Marcel Sabitzer seine Kritik vom Vortag. „Ich habe die Aussagen sicherlich auch aus der Emotion heraus unmittelbar nach dem Spiel gemacht und sie lassen sich in verschiedene Richtungen interpretieren. Mir ging es vor allem darum, dass wir insgesamt als Mannschaft zu wenig Kreativität auf den Platz gebracht haben - und da schließe ich mich natürlich mit ein. Es gibt keinerlei Differenzen mit dem Trainer, sondern wir haben immer einen ganz offenen Austausch“, ließ der Mittelfeldspieler über einen RB-Pressesprecher ausrichten.

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Gulacsi nimmt Mitspieler in die Pflicht

Bereits direkt nach dem Spiel nahm Keeper Peter Gulacsi die eingesetzten Teamkollegen in die Pflicht: „Wir hätten einfach ein Tor machen müssen. Viel mehr Torchancen kann man gegen einen tiefstehenden Gegner, der richtig gut im Strafraum verteidigt, nicht haben. Diese ein, zwei Chancen muss man nutzen. Wir hatten einmal Pech, aber sonst waren die Abschlüsse nicht so zwingend.“ Ähnlich argumentierte Kapitän und Abwehr-Chef Willi Orban: „Wir müssen schauen, dass wir auf den Positionen im Offensivbereich wieder in Topform kommen, dass jeder einzelne wieder an sich arbeitet und schaut, dass wir am Spieltag einhundert Prozent liefern können.“

Vor allem Timo Werner agierte gegen Augsburg glücklos. Der Nationalspieler traf im ersten Startelf-Einsatz nach seiner hartnäckigen Erkältung häufig die falschen Entscheidungen und vergab unter anderem freistehend per Kopf Leipzigs stärksten Angriff nach Vorlage von Sabitzer. Weil auch Cunha nicht seinen besten Tag erwischte, wurde das Fehlen von Top-Stürmer Yussuf Poulsen besonders deutlich, wie auch Rangnick feststellen musste, ohne mit Kritik an den Vertretern des Dänen hinter dem Berg zu halten: „Natürlich hätte uns die Physis von Yussi heute zusätzlich gutgetan. Wir haben aber trotzdem noch drei andere Stürmer, von denen jeweils immer zwei auf dem Platz standen. Von denen kann schon auch noch mehr Punch und Durchschlagskraft im Abschluss kommen.“

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Willi Orban (RB Leipzig): Ich hätte heute gern gewonnen, weil mehr drin war. Aber es ist dann auch schwer. Wir müssen gegen solche Mannschaften, die mit Mann und Maus verteidigen, bessere Lösungen finden. Zur Galerie
Willi Orban (RB Leipzig): "Ich hätte heute gern gewonnen, weil mehr drin war. Aber es ist dann auch schwer. Wir müssen gegen solche Mannschaften, die mit Mann und Maus verteidigen, bessere Lösungen finden." ©

Dosenöffner fehlt

Dass bei Leipzigs Offensivakteuren – abgesehen von Poulsen – aktuell aus dem Spiel heraus ein wenig Ladehemmung herrscht, wurde in den vergangenen Spielen bereits deutlich. Häufig musste zuletzt ein Verteidiger mit einem verwandelten Standard einspringen, um den Gegner zu mehr Angriffsbemühungen zu nötigen und Räume für den eigenen Spielaufbau zu schaffen. Dass sich Rangnicks Elf darauf nicht immer verlassen kann, hat die Partie gegen Augsburg in aller Deutlichkeit gezeigt, auch weil die Freistöße längst nicht so gefährlich waren wie zuletzt. So oder so müssen die Roten Bullen offensiv neue Wege finden. Die Zahl der Mannschaften, die gegen einen potenziellen Champions-League-Teilnehmer auf eine stabile Defensive setzen, wird künftig nicht kleiner werden – vor allem wenn sich zeigt, dass man mit dieser Spielweise Erfolg haben kann.

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