06. Juni 2020 / 21:39 Uhr

Der Spieltag der Bundesliga-Rekorde: Wirtz, Darida, Müller & Co. knacken historische Marken

Der Spieltag der Bundesliga-Rekorde: Wirtz, Darida, Müller & Co. knacken historische Marken

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundesliga-Rekorde am laufenden Band: Am 30. Spieltag purzelten diverse Weg- und Bestmarken.
Bundesliga-Rekorde am laufenden Band: Am 30. Spieltag purzelten diverse Weg- und Bestmarken. © Getty/imago images
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So viele Rekorde an einem Spieltag - und drei Spiele stehen noch aus: Die Bundesliga-Spieler und - Teams waren an diesem Samstag auf Rekordjagd. Von Florian Wirtz über Thomas Müller bis Makoto Hasebe: Der SPORTBUZZER bietet eine Übersicht der Bestmarken.

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Die Bundesliga läuft kurz vor dem Ende der Saison nochmal zu Hochform auf: der FC Bayern München schoss sich am 30. Spieltag mit einem überzeugenden 4:2 gegen Bayer Leverkusen einen weiteren Schritt in Richtung der 30. Meisterschaft. Der Abstiegskampf wird so spannend wie lange nicht mehr, nachdem sowohl Mainz 05 als auch Fortuna Düsseldorf punkten konnten. Und auch das Rennen um die Champions League bleibt extrem eng. Ganz nebenbei purzelten am Bundesliga-Samstag auch einige historische Rekorde. Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick.

Florian Wirtz: Jüngster Bundesliga-Torschütze

Noch nie war ein Torschütze in der Bundesliga jünger als Florian Wirtz. Mit 17 Jahren und 34 Tagen traf der Leverkusener zum 2:4 der Werkself gegen den FC Bayern. Der Teenager war erst im Januar vom 1. FC Köln gekommen und ist nochmal 1422 Tage jünger als Bayer-Juwel Kai Havertz, der gegen die Münchner angeschlagen nicht zur Verfügung stand. Bei seinem Tor war der gebürtige Pulheimer 48 Tage jünger als der damalige Dortmunder Nuri Sahin, der den Rekord im November 2005 aufgestellt hatte.

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"Dieser Junge hat heute seine beste Lektion bekommen, seit er Fußball spielt", sagte Bayer-Trainer Peter Bosz, der Wirtz im Mai gegen Bremen zum drittjüngsten Bundesliga-Profi gemacht hatte. "Bei den ersten drei, vier Ballkontakten hat er den Ball immer verloren. Das Tempo in der Bundesliga ist höher als für ihn gewohnt. Aber er ist ein guter Spieler, ein intelligenter Spieler. Er nimmt das an und wird daraus lernen, dass man in der Bundesliga wenig Zeit hat. Er ist ein Riesentalent, deshalb hat er schon vor diesem Spiel gespielt."

TSG Hoffenheim: Torschützen aus den meisten Ländern

Als der Israeli Mounas Dabbur in der 16. Minute das zwischenzeitliche 1:1 für die TSG Hoffenheim im turbulenten Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf erzielt hatte, war die nächste Wegmarke fällig. Denn der Treffer des Winter-Neuzugangs von Red Bull Salzburg war ein weiterer Mosaikstein der "TSG Hoffenheim worldwide": die Kraichgauer können schon Torschützen aus 13 verschiedenen Ländern vorweisen – das gelang noch keinem Team in der Ligahistorie.

Vor dem Israeli Dabbur hatten schon Spieler aus Deutschland (Sebastian Rudy, Benjamin Hübner), Kroatien (Andrej Kramaric), Österreich (Christoph Baumgartner), Armenien (Sargis Adamyan), Togo (Ihlas Bebou), Dänemark (Robert Skov), den Niederlanden (der inzwischen abgewanderte Jürgen Locadia), Bosnien-Herzegowina (Ermin Bicakcic), Tschechien (Pavel Kaderabek), der Schweiz (Steven Zuber), Griechenland (Konstantinos Stafylidis) und Brasilien (Lucas Ribeiro) für die TSG getroffen.

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In der Saison 2008/09 war die TSG Hoffenheim mit Trainer Ralf Rangnick erstmals in die Bundesliga-Saison aufgestiegen - und wurde auf Anhieb Herbstmeister. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt, was aus der Hoffenheimer Erfolgsmannschaft geworden ist! Zur Galerie
In der Saison 2008/09 war die TSG Hoffenheim mit Trainer Ralf Rangnick erstmals in die Bundesliga-Saison aufgestiegen - und wurde auf Anhieb Herbstmeister. Der SPORTBUZZER zeigt, was aus der Hoffenheimer Erfolgsmannschaft geworden ist! ©

Makoto Hasebe: Asiate mit den meisten Einsätzen

Grund zur Freude hatte Makoto Hasebe am Samstag nicht. Der Japaner verlor das Main-Derby gegen den 1. FSV Mainz 05 mit Eintracht Frankfurt 0:2. Die Hessen bleiben zumindest theoretisch noch Teil des Abstiegskampfs. Der 36-Jährige konnte trotz der Niederlage stolz sein. Für Hasebe war es nämlich der 309. Einsatz in der Bundesliga, damit ist er nun der asiatische Spieler mit den meisten Partien in der Bundesliga-Geschichte. Er hatte sich den Rekord zuvor mit dem Südkoreaner Bum-kun Cha geteilt, der in den 1970er und 1980er Jahren für Darmstadt 98, Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen in Deutschland aktiv war. Hasebe kann auf eine wechselvolle Karriere zurückblicken: Er wurde mit dem VfL Wolfsburg Deutscher Meister, stieg mit Nürnberg ab und war mit Frankfurt DFB-Pokalsieger.

Thomas Müller: Meiste Torvorlagen in einer Saison

Auch Weltmeister Thomas Müller hat einen Bestwert eingestellt. Gegen Leverkusen gab der 30-Jährige seine Torvorlagen 19 und 20 und zog damit mit Kevin de Bruyne gleich. Der Belgier stellte den Rekord in der Saison 2014/15 für den VfL Wolfsburg auf. Ausbauen kann Müller die Bestmarke vorerst nicht – der formstarke Bayern-Star sah gegen Leverkusen seine fünfte Gelbe Karte und fehlt gegen Borussia Mönchengladbach gesperrt.

Der FC Bayern in Noten: Die Einzelkritik zum Spiel gegen Bayer Leverkusen

Der FC Bayern hat sich nach Rückstand bei Bayer 04 Leverkusen durchgesetzt. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Münchner Spieler in der Einzelkritik. Zur Galerie
Der FC Bayern hat sich nach Rückstand bei Bayer 04 Leverkusen durchgesetzt. Der SPORTBUZZER zeigt die Münchner Spieler in der Einzelkritik. ©

FC Bayern: Mehr Tore hatte nach 30 Spielen niemand

Die Bayern sind ganz allgemein einfach nicht zu stoppen – auch nicht von Leverkusen. Die Werkself ging zwar früh in Führung, der Rekordmeister aber drehte die Partie schon in der ersten Halbzeit auf eindrucksvolle Art und Weise. Selten hat man die Bayern so stark und dominant wie in der aktuellen Phase gesehen. "Besser kann man nicht spielen – wie aus einem Guss", meinte der Sky-Experte, der einzig in der Anfangsphase einige Probleme bei den Bayern ausgemacht hatte und das Team schlussendlich als "beste Mannschaft in Europa" adelte.

Anschließend ging er noch weiter: "Das sind die besten Bayern, die wir in den letzten 10, 15 Jahren gesehen haben." Unter Hansi Flick sind die Münchner auf Rekordjagd – und stellten zum 30. Spieltag eine Wegmarke ein: noch nie schoss ein Team zu diesem Zeitpunkt so viele Tore wie der wohl designierte Meister, nämlich 90. Die bisherige Bestmarke stellte mit 89 Treffern auch der FC Bayern auf – in der Triple-Saison 2012/13. Am Ende waren es damals 98, 71/72 waren es sogar 101. Damals schossen die Münchner an den letzten vier Spieltagen allerdings noch 16 Tore.

Klaus Gjasula: Die meisten Gelben Karten

Im Grunde arbeitet Klaus Gjasula schon lange auf diesen Rekord hin – nun hat der Mittelfeldspieler des SC Paderborn die 22 Jahre alte Negativ-Wegmarke von Tomasz Hajto eingestellt. Noch nie sammelte ein Spieler mehr Gelbe Karten als der 30-Jährige. Gegen Leipzig wurde er beim 1:1 in der 22. Minute verwarnt, damit zog er mit dem bisherigen Rekordhalter Tomasz Hajto gleich.

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Der Pole hatte in der Saison 1998/99 im Trikot des MSV Duisburg ebenfalls 16 Gelbe Karten gesehen. Gjasula hatte dem Tabellenletzten zuletzt bei der 1:6-Niederlage gegen Borussia Dortmund wegen seiner 15. Gelben Karte gefehlt und wurde nun bei seiner Rückkehr zum 16. Mal in dieser Saison vom Referee verwarnt. "Es ist mein Spiel. Ich bekomme halt öfter mal Gelbe Karten. Natürlich sind das auch heute 50:50-Entscheidungen. Es ist, wie es ist, man kann es nicht ändern", sagte er nach dem Spiel bei Sky. Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann hatte den albanischen Nationalspieler zuletzt in Schutz genommen. "Er ist kein brutaler Treter finde ich, es ist jetzt nicht so, dass er die Leute aus den Schuhen raus tritt, da sind auch viele taktische Fouls dabei", sagte Nagelsmann vor der Partie in Leipzig. Gjasula spiele nicht unfair.

Vladimir Darida: Beste Laufleistung seit Beginn der Datenaufzeichung

Dauerläufer Vladimir Darida von Hertha BSC hatte schon in der vergangenen Woche einen neuen Laufrekord aufgestellt: 14,3 Kilometer war der Tscheche beim 2:0-Sieg gegen den FC Augsburg gelaufen. Mehr Distanz hatte kein Spieler seit Beginn der detaillierten Datenerfassung in der Saison 2013/14 während eines Spiels zurückgelegt. Verrückt: nur eine Woche später überbot der 29-Jährige seinen eigenen Rekord. Bei der 0:1-Niederlage gegen Borussia Dortmund lief er über die 90 Minuten plus Nachspielzeit 14,7 Kilometer. "Das ist eine schöne Statistik, aber ich hätte lieber ein Tor in der Statistik gehabt", sagte Darida, dessen 2021 auslaufender Vertrag in Kürze verlängert werden soll.