02. Juli 2020 / 14:00 Uhr

Pro und Contra zur Bundesliga-Relegation: Gelingt Heidenheim der Aufstieg gegen Werder Bremen?

Pro und Contra zur Bundesliga-Relegation: Gelingt Heidenheim der Aufstieg gegen Werder Bremen?

Roman Gerth und Christian Müller
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Aufstieg 1. FC Heidenheim oder Klassenerhalt Werder Bremen? Der SPORTBUZZER wägt ab, wer in der Bundesliga-Relegation die Nase vorn haben könnte.
Aufstieg 1. FC Heidenheim oder Klassenerhalt Werder Bremen? Der SPORTBUZZER wägt ab, wer in der Bundesliga-Relegation die Nase vorn haben könnte. © Imago Images/Montage
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Zwei Spiele trennen den 1. FC Heidenheim noch von der Bundesliga. Gegner Werder Bremen geht allerdings mit viel Rückenwind in die Relegation gegen den Drittplatzierten der 2. Liga. Gelingt Heidenheim trotzdem der Coup? Die SPORTBUZZER-Redakteure Christian Müller und Roman Gerth debattieren.

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PRO: Heidenheim schafft den Sensations-Aufstieg

Von SPORTBUZZER-Redakteur Christian Müller

Nach Union Berlin im Vorjahr wird auch 2020 wird mit dem 1. FC Heidenheim der Außenseiter in der Relegation die Nase vorn haben. Gründe dafür gibt es mindestens drei: Euphorie, Disziplin und Nervenstärke. Denn die Mannen von Trainer Frank Schmidt, der seit 2007 im Amt und damit dienstältester Coach der beiden höchsten deutschen Spielklassen ist, können von dem Last-Minute-Sieg gegen den Hamburger SV zehren, der sie am vorletzten Zweitliga-Spieltag auf den dritten Platz gespült und eine Welle der Emotionen ausgelöst hatte. Werder Bremen dagegen durfte sich nach einer chaotischen, von Rückschlägen gekennzeichneten Saison vor allem beim 1. FC Köln bedanken, dass der Klub als Bundesliga-Vorletzter nicht direkt abstieg. Denn mit dem bereits sicheren Klassenerhalt in der Tasche irrlichterten die Rheinländer mit angezogener Handbremse und im Rückwärtsgang durch das Weserstadion - und kamen folgerichtig mit 1:6 unter die Räder.

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Bei allen Emotionen rund um den Coup gegen den HSV haben die Heidenheimer trotzdem zu Genüge nachgewiesen, dass sie im richtigen Moment kühlen Kopf bewahren können. Beleg: Gleich siebenmal feierten die Baden-Württemberger in dieser Spielzeit einen 1:0-Erfolg - fast die Hälfte der insgesamt 15 Saisonsiege. Ohnehin zeugen 45 Tore in 34 Spielen davon, dass die für ihre Geschlossenheit bekannte Schmidt-Elf in der Lage ist, aus wenig viel zu machen. Werder dagegen bekam seine Baustelle in der Defensive nie geschlossen, kassierte mit 69 die zweitmeisten Gegentreffer der Liga, ist zudem mit nur neun Punkten und 15 eigenen Toren erschreckend heimschwach. So könnte Heidenheim schon an der Weser den Grundstein für den erstmaligen Bundesliga-Aufstieg legen. Hinzu kommt: Anders als Bremen, für das auch wirtschaftlich eine ganze Menge auf dem Spiel steht, hat der FCH wenig zu verlieren.

CONTRA: Nein, Werder nimmt den Schwung mit

Von SPORTBUZZER-Redakteur Roman Gerth

Wer dem Absturz vorerst gerade so entronnen ist, der wird den Kampf um die endgültige Rettung besonders beflügelt angehen. Genau das gilt im Fall von Werder Bremen für die Relegation gegen das Zweitliga-Überraschungsteam aus Heidenheim. Sicher hätte man sich an der Weser ein Nord-Derby gegen den Hamburger SV gut vorstellen können – doch wer nach dem fulminanten Finale am 34. Spieltag nun auf der anderen Seite des Platzes steht, spielt für das Team von Trainer Florian Kohfeldt ohnehin keine Rolle. 6:1-Kantersieg gegen Köln im Rücken, Klassenverbleib unbedingt gewollt, Gegner egal – so einfach lautet das Gesuch der Hanseaten.

2009 wurde die Bundesliga-Relegation wieder eingeführt. Alle bisherigen Begegnungen im Überblick:

Der <b<SPORT</b>BUZZER blickt in der Galerie auf alle Relegationsduelle seit 2009. Zur Galerie
Der BUZZER blickt in der Galerie auf alle Relegationsduelle seit 2009. ©

Der deutliche Erfolg vor fünf Tagen liefert zahlreiche gute Argumente für das Gelingen der Bremer Befreiung. Erstens: Besonders großer Druck wie in diesem Endspurt scheint Werder nichts auszumachen. Zweitens: nominell schwächere Gegner wie Paderborn (5:1) oder eben Köln liegen den Norddeutschen ganz offensichtlich gut. Drittens: spielerisch mangelt es dem Team nicht an einem wirksamen Konzept – vor allem, weil das Offensivtrio aus Niclas Füllkrug, Milot Rashica und Yuya Osako endlich zusammen auflaufen kann. Viertens: Coach Kohfeldt vermittelt genau die richtige Einstellung mit einer Mischung aus Euphorie und Optimismus durch den gelungenen Sprung auf Platz 16, aber auch der nötigen Demut.