09. Januar 2021 / 14:00 Uhr

Wird Sead Kolasinac zum Schalker Schlüsselspieler? Andere Bundesliga-Rückkehrer im Check

Wird Sead Kolasinac zum Schalker Schlüsselspieler? Andere Bundesliga-Rückkehrer im Check

Nils Weinert
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Mats Hummels, Sead Kolasinac und Rafael van der Vaart - sie alle sind zu ihrem einstigen Klub zurückgekehrt. 
Mats Hummels, Sead Kolasinac und Rafael van der Vaart - sie alle sind zu ihrem einstigen Klub zurückgekehrt.  © Getty Images/Montage Weinert
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Der FC Schalke 04 hat Sead Kolasinac zurück in den Ruhrpott gelotst. Schon schöpfen die Königsblauen im Abstiegskampf neue Hoffnung. Was ein Rückkehrer bewirken kann, zeigen andere Beispiele aus der Bundesliga. Der SPORTBUZZER blickt auf einige Spieler zurück, die erneut bei ihrem einstigen Arbeitgeber anheuerten.

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Verlorener Sohn, Hoffnungsträger - und Schlüsselspieler? Sead Kolasinac ist zurück an seiner alten Wirkungsstätte. Beim FC Schalke 04 erhofft man sich von der Verpflichtung des gebürtigen Karlsruhers einen Umschwung. Oder zumindest ein Signal in die richtige Richtung. Denn: das große Ziel ist es, den Abstieg in die 2. Bundesliga abzuwenden. Dazu soll auch Kolasinac einen großen Teil beitragen. Der Bosnier ist nicht der erste Spieler, der zu einem einstigen Arbeitgeber zurückkehrt und die Wende bringen soll. Der SPORTBUZZER blickt auf einige Bundesliga-Rückkehrer und wie sie sich bei ihrem "neuen, alten" Verein geschlagen haben.

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Mats Hummels und das Kunststück der doppelten Rückkehr

Einer der bekanntesten aktiven Rückkehrer schnürt sich die Buffer beim Schalker Erzrivalen. Die Rede ist von Mats Hummels, der in seiner Karriere nur beim BVB und dem FC Bayern unter Vertrag stand und sogar schon das Kunststück der doppelten Rückkehr vollbracht hat. Zunächst vom Rekordmeister ausgeliehen, wechselte Hummels 2009 voll und ganz zum Ligakonkurrenten nach Dortmund. Zu dem Zeitpunkt ahnte man in München wohl noch nicht, dass zwei Jahre später die erste Dortmunder Meisterschaft seit neun Jahren folgen sollte - auch dank der defensiven Extraklasse von Hummels. Nach vier weiteren Jahren im schwarz-gelben Dress, einem gewonnenen Double und der WM 2014 kehrte der damals bereits 28-Jährige im Sommer 2016 noch einmal zum FC Bayern zurück - trotz großer Unmutsbekundungen der Dortmunder Fans. Drei Jahre und drei Meisterschaften später steht Hummels nun wieder für den BVB auf dem Feld und avancierte in jüngster Zeit zum absoluten Leader und Leistungsträger - eine geglückte Rückkehr.

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Mario Götze: Vom gefeierten Talent zum ungebetenen Gast

Weniger reibungslos verlief die Rückkehr von Mario Götze zu Borussia Dortmund. Der einstige Shooting-Star des BVB weckte schon früh das Interesse vieler Topklubs in ganz Europa, nachdem er im zarten Alter von 17 Jahren bereits sein Bundesliga-Debüt gefeiert hatte. 2013 folgte der Moment, der die Karriere des gefeierten Talents gänzlich umkrempeln sollte. Nach Bekanntwerden seines Wechsels zum Ligarivalen Bayern München gingen die Dortmund-Fans auf die Barrikaden. Kein Spieler war im Signal-Iduna-Park so ungern gesehen wie Mario Götze - und das, obwohl er Deutschland 2014 zum WM-Titel schoss. Die Karriere des Weltmeisters geriet ins Stocken, in München blieb er hinter den hohen Erwartungen zurück. 2016 kehrte er zum BVB zurück - bei den Anhängern sorgte der Wechsel für gemischte Gefühle. In den vier Jahren beim BVB kam Götze auch aufgrund von gesundheitlichen Problemen nie mehr richtig in Fahrt. 2020 folgte dann der überraschende Wechsel nach Eindhoven, wo es (endlich) wieder besser klappt.

Mario Gomez bleibt Stuttgart auch in Liga zwei treu

Von 2001 bis 2009 durchlief Mario Gomez beim VfB Stuttgart von der U17 bis hin zu den Profis alle Mannschaften. Die Verbundenheit reicht sogar so tief, dass der "Torero" nach dem dramatischen Abstieg 2019 auf die Bundesliga verzichtete und mit den Schwaben den Gang in das Unterhaus antrat. Aber von vorne: Nachdem Gomez acht Jahre lang in Stuttgart zum Profi gereift war, wechselte er 2009 für 30 Millionen Euro zum FC Bayern. Vier Jahre lang sorgte der ehemalige Nationalspieler für die Tore beim Rekordmeister, gewann 2013 sogar das Triple. Nach Stationen beim AC Florenz und dem VfL Wolfsburg kehrte der verlorene Sohn 2018 nach neun Jahren zum VfB zurück, stieg ab und beendete 2020 seine Karriere.

Claudio Pizarro: Der Vater aller Rückkehrer

Im selben Jahr beendete auch Claudio Pizarro seine aktive Karriere. Doch der Peruaner hat sowohl Gomez, als auch allen anderen Akteuren der Bundesliga eines voraus. Kein Spieler kehrte so oft zu einem Verein zurück, wie Pizarro. Angefangen hat alles noch vor der Jahrtausendwende. 1999 kam "Pizza" erstmals aus Peru zu Werder Bremen. Dort überzeugte der Stürmer auf Anhieb und schloss sich zur Saison 2001/02 dem FC Bayern an. Nach einem kurzen Intermezzo beim FC Chelsea spielte Pizarro 2008 per Leihe wieder in Bremen, gewann mit den Bremern 2009 prompt den DFB-Pokal und wechselte schließlich fest in seine zweite Heimat am Osterdeich. 2012 holte ihn der FC Bayern zurück, ließ seinen Vertrag drei Jahre später auslaufen - und schon krallte sich der SVW wieder seinen verlorenen Sohn. Nach einem Jahr in Köln wechselte er 2018 ein fünftes und letztes Mal nach Bremen, bis er 2020 seine Laufbahn beendete.

Erst Champions League, dann Abstiegskampf für Rafael van der Vaart

Rafael van der Vaart gelang das Kunststück der Rückkehr nicht ganz so oft wie seinem Bremer Kollegen. Dennoch wurde der Niederländer beim Hamburger SV zumindest in seiner ersten Zeit an der Elbe mindestens genau so verehrt wie Pizarro beim Erzrivalen. Als er 2005 von Ajax Amsterdam nach Hamburg wechselte, schaffte es der HSV prompt auf Platz drei in der Liga, nachdem man sich mit dem SV Werder ein knappes Rennen um Rang zwei lieferte. In den darauffolgenden Jahren verlief es eher wechselhaft, 2008 verließ van der Vaart Hamburg dann in Richtung Real Madrid. Zuvor hatte er mit allen Mitteln versucht, einen Transfer zum FC Valencia zu erzwingen und sich den Unmut der HSV-Fans auf sich zu ziehen. Nach jeweils zwei Jahren bei den Königlichen und Tottenham Hotspur feierte der Niederländer 2012 ein Comeback in Hamburg- co-finanziert von Investor Klaus-Michael Kühne. Jedoch stand dann nicht mehr die Champions League, sondern Abstiegskampf auf dem Programm. 2015 verließ er den HSV wieder gen Betis Sevilla.

Die jüngsten Bundesliga-Debütanten der Geschichte

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Jamal Musiala (von links), Youssoufa Moukoko und Florian Wirtz zählen zu den jüngsten Bundesliga-Spielern der Geschichte. ©

Lukas Podolski und seine Rückkehr an den Rhein

Wer an den 1. FC Köln denkt, der kommt an einem Namen nicht vorbei. Lukas Podolski ist spätestens seit der Weltmeisterschaft 2006 über die Grenzen der Domstadt hinaus bekannt. Im selben Jahr verließ er seinen Heimatverein, bei dem er alle Jugend-Mannschaften durchlaufen hatte, für zehn Millionen Euro in Richtung München. Beim FC Bayern angekommen, konnte Podolski jedoch nie richtig überzeugen, wechselte nach immerhin drei Jahren beim Rekordmeister zurück an den Rhein. Die Rückkehr brachte dem Kölner Prinzen einen neuen Aufschwung. Nach drei Spielzeiten stand "Prinz Poldi" bei internationalen Größen auf dem Zettel, wechselte 2012 für 15 Millionen Euro zum FC Arsenal. Seinen größten Karriereerfolg feierte er dann zu Gunners-Zeiten, allerdings im Dress des DFB - die Weltmeisterschaft 2014. GegenEnde seiner Karriere kokettierte der Stürmer immer wieder mit einem neuerlichen Comeback, das jedoch nie zustande kam.

Ballacks Rückkehr als Star des deutschen Fußballs

Als Michael Ballack im Jahr 2010 zum zweiten Mal in Leverkusen vorgestellt wurde, mussten die meisten Fans wohl zwei Mal hinsehen. Ganze acht Jahre hat es gedauert - und doch kam die Rückkehr des gebürtigen Sachsen zu seinem ehemaligen Klub überraschend. In der Zwischenzeit war Ballack nämlich zu einer historischen Größe des deutschen Fußballs gereift. Langjähriger "Capitano" der Nationalmannschaft, dreifacher Double-Sieger mit dem FC Bayern und Initiator des Premier-League-Titels 2010 beim FC Chelsea. Als frischgebackener englischer Meister wurde Ballack nach seiner Rückkehr zu Bayer Leverkusen allerdings immer wieder von Verletzungen geplagt. 2012 hing er seine Schuhe dann bei der Werkself endgültig an den Nagel.