05. April 2020 / 12:51 Uhr

FDP-Chef Christian Lindner konkretisiert Aussagen zur Bundesliga: "Nur eine realistische Prognose"

FDP-Chef Christian Lindner konkretisiert Aussagen zur Bundesliga: "Nur eine realistische Prognose"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 FDP-Chef Christian Lindner hat zu seiner Aussage über die Wiederaufnahme des Bundesliga-Spielbetriebs Stellung bezogen.
FDP-Chef Christian Lindner hat zu seiner Aussage über die Wiederaufnahme des Bundesliga-Spielbetriebs Stellung bezogen. © imago images/Christian Spicker/Montage
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Mit einer Einschätzung zur Wiederkehr des Bundesliga-Alltags hatte Christian Lindner zuletzt für Unruhe bei manchen Fans gesorgt. Nun führte der FDP-Chef seine Aussagen weiter aus.

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Nach seinen für die Fans wenig ermutigenden Aussagen über die Fortführung der Bundesliga-Saison hat FDP-Chef Christian Lindner seine Einschätzungen weiter konkretisiert. Der Politiker hatte der Bild zuletzt gesagt "Ich bin selber ja Mitglied und Anhänger des BVB. Und trotzdem muss ich sagen: Bundesliga mit Publikum und Fans - das wird mit das Letzte sein, das wir öffnen." Von diesem Standpunkt wich der 41-Jährige auch am Sonntag im "Doppelpass" des TV-Senders Sport1 nicht ab, betonte aber: "Es war nicht meine Absicht, die Fans zu erschrecken."

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Seine Aussagen seien zudem "gar keine Forderung, sondern nur eine realistische Prognose" gewesen. Lindner weiter: "Großveranstaltungen mit viel Publikum - egal, ob dies ein Konzert ist oder eine Bundesliga-Begegnung - werden erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich sein. Wir werden stufenweise erleben, wie das öffentliche Leben wieder möglich wird: Zuerst die Produktion, dann öffnen die Geschäfte wieder, dann die Restaurants und dann auch irgendwann die Bundesliga. Realistischerweise allerdings nicht als erste Maßnahme."

Lindner: Dann kann man über Bundesliga-Wiederbeginn nachdenken

Mit Blick auf die derzeit geltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens ergänzte der FDP-Fraktionsvorsitzende: "Für mich ist nicht vorstellbar, dass man noch eine Strafe zahlt, wenn man als Hobbysportler auf den Bolzplatz geht - und andererseits findet der Profi-Fußball wieder statt. Aber: Wenn wir zu ersten Lockerungen kommen - und im April müssen wir eine Öffnungsperspektive auch für die Wirtschaft haben - dann kann und muss man darüber nachdenken, wann der Ball wieder rollen und man die Liga hochfahren kann." Es wäre aber "nicht seriös" über "ein konkretes Datum" zu reden.

Fortsetzung oder Abbruch: So ist der Stand in den internationalen Topligen

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Die Deutsche Fußball Liga (DFL) und ihre 36 Mitgliedsklubs hatten am vergangenen Dienstag beschlossen, den Spielbetrieb vorerst bis zum 30. April weiter auszusetzen. Für die Zeit danach gibt es innerhalb der Liga die Hoffnung, die Saison bis zum 30. Juni zu Ende zu bringen. Einen Bericht darüber, dass man für den Fall der Fälle bereits einen möglichen Spielplan erstellt und etwaige Terminierungen vorgenommen habe, dementierte die DFL am Samstag allerdings. Klar ist: Die Bundesliga wird nur mit Zustimmung der Politik und der Gesundheitsbehörden wieder aufgenommen. Einzige potenzielle Möglichkeit wäre dann wohl die Austragung von Geisterspielen.

Bericht: Zahlreichen Profi-Klubs droht Insolvenz

Lindner: "Ich vermute, wir werden als einen ersten Schritt Spiele ohne Publikum sehen." Der Politiker weiter: "Dann ist es auch möglich, Einnahmen aus Fernsehrechten zu generieren - und wir haben auch wieder andere Themen außer Corona." Wirtschaftlich wäre eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs für zahlreiche Profi-Klubs überlebenswichtig. Der Kicker hatte zuletzt beichtet, dass 13 Vereinen bei weiter ausbleibenden TV-Einnahmen die Insolvenz drohe.