19. März 2022 / 12:03 Uhr

Zweimal Becherwurf: Die Spielabbrüche der Bundesliga-Geschichte und ihre Gründe

Zweimal Becherwurf: Die Spielabbrüche der Bundesliga-Geschichte und ihre Gründe

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wie beim Spiel zwischen dem VfL Bochum und Borussia Mönchengladbach (r.), kam es auch 2011 bei der Partie St. Pauli gegen den FC Schalke 04 zu einem Becherwurf.
Wie beim Spiel zwischen dem VfL Bochum und Borussia Mönchengladbach (r.), kam es auch 2011 bei der Partie St. Pauli gegen den FC Schalke 04 zu einem Becherwurf. © IMAGO/Norbert Schmidt/MIS (Montage)
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Am Freitagabend sorgte in Becherwurf im Bochumer Ruhrstadion für einen Spielabbruch in der Bundesliga. 2011 gab es in St. Pauli bereits einen ähnlichen Fall. Doch es gab in den vergangenen Jahrzehnten bereits Spielabbrüche mit anderen Ursachen - der SPORTBUZZER gibt einen Überblick.

Am Freitagabend wurde Linienrichter Christian Gittelmann im Bundesliga-Spiel zwischen dem VfL Bochum und Borussia Mönchengladbach von einem Bierbecher am Hinterkopf getroffen. Zu diesem Zeitpunkt führte die Borussia mit 2:0 durch Treffer von Alassane Pléa und Breel Embolo. Nach kurzer Spielunterbrechung hat sich das Schiedsrichtergespann dazu entschlossen, die Partie abzubrechen. Es war der achte Spielabbruch der Bundesliga-Geschichte. Verantwortliche der Klubs und auch Spieler wie Bochums Simon Zoller verurteilten den Eklat aufs Schärfste.

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Zuletzt wurde eine Bundesliga-Begegnung am 1. April 2011 abgebrochen. Tabellenschlusslicht St. Pauli empfing Schalke 04. Die Geschehnisse ähnelten den Abläufen vom Freitagabend. Die Gastmannschaft, Schalke 04, führte 2:0, als der Schiedsrichter-Assistent Thorsten Schiffner von einem Bierbecher am Kopf getroffen wurde. Die Partie wurde im Nachhinein mit 2:0 für Schalke gewertet. Möglicherweise ein Hinweis auf die Entscheidung bezüglich des aktuellen Vorfalls, denn: In Paragraf 14, Absatz 4 der Spielordnung der Deutschen Fußball Liga ist mit Verweis auf die DFB-Ordnung geregelt, dass bei einem Verschulden des Abbruchs durch ein Team die Partie mindestens mit 2:0 für die unschuldige Mannschaft zu werten ist. Die Entscheidung treffen die Rechtsorgane des DFB.

Weitere Spiel-Abbrüche im Überblick:

7. Dezember 1963: Hamburger SV - Borussia Dortmund: Dichter Nebel im Hamburger Volksparkstadion sorgt nach 61 Minuten für das vorzeitige Ende der Begegnung HSV - Borussia Dortmund beim Stand von 1:2. In der Neuauflage gewinnen die Hamburger mit 2:1.

2. Dezember 1967: VfB Stuttgart - Borussia Neuenkirchen: Auch bei der Partie VfB Stuttgart - Borussia Neunkirchen lässt die immer schlechter werdende Sicht ein Weiterspielen nicht zu. Abbruch beim Stand von 0:0. Die Wiederholung gewinnen die Stuttgarter mit 2:1.

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3. April 1971: Borussia Mönchengladbach - Werder Bremen: Der wohl kurioseste Spielabbruch der Liga. Weil bei der Partie Borussia Mönchengladbach - Werder Bremen in der 88. Minute ein Torpfosten bricht, ist beim Stand von 1:1 vorzeitig Schluss. Das Spiel wird mit 2:0 Punkten und Toren für die Bremer gewertet, weil Gladbach nicht rechtzeitig für Ersatz sorgen kann.

31. Oktober 1972: Eintracht Braunschweig - Eintracht Frankfurt: Zum dritten Mal erzwingt starker Nebel beim Spiel Eintracht Braunschweig - Eintracht Frankfurt einen Abbruch. Nach 45 Minuten ist beim Stand von 3:0 Schluss. Die Neuauflage gewinnt Braunschweig 2:1.

27. November 1976: 1. FC Kaiserslautern - Fortuna Düsseldorf: In Kaiserslautern wird die Begegnung FCK - Fortuna Düsseldorf bei 0:1 in der 76. Minute nach Flaschenwürfen abgebrochen. Schiedsrichter Rudolf Frickel sieht die Sicherheit der Spieler nicht mehr gewährleistet. Die Partie wird mit 2:0 für Düsseldorf gewertet.

11. April 2008: 1. FC Nürnberg - VfL Wolfsburg: Nach sintflutartigen Regenfällen wird die Partie des 1. FC Nürnberg gegen den VfL Wolfsburg vor Beginn der zweiten Halbzeit beim Stand von 1:0 beendet. Im zweiten Anlauf auf trockenem Boden siegen die Nürnberger mit 1:0.

1. April 2011: FC St. Pauli - FC Schalke 04: Schiedsrichterassistent Thorsten Schiffner wird zwei Minuten vor Ende des Spiels FC St. Pauli - FC Schalke 04 von einem vollen Bierbecher im Nacken getroffen. Referee Deniz Aytekin bricht die Partie beim Stande von 0:2 ab. So wird das Spiel am Ende auch gewertet.

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