29. April 2021 / 10:12 Uhr

Nicht nur Nagelsmann! Das skurrile Trainer-Domino in der Bundesliga im Überblick

Nicht nur Nagelsmann! Das skurrile Trainer-Domino in der Bundesliga im Überblick

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Über die Trainer Julian Nagelsmann (von links), Oliver Glasner, Jesse Marsch, Hannes Wolf und Urs Fischer wird in diesen Wochen viel diskutiert.
Über die Trainer Julian Nagelsmann (von links), Oliver Glasner, Jesse Marsch, Hannes Wolf und Urs Fischer wird in diesen Wochen viel diskutiert. © Getty Images (Montage)
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Wohl noch nie in der Bundesliga-Geschichte war derart viel Bewegung. Es wird gewechselt und geworben, mit Ausstiegsklausel hantiert und Ablöse gezahlt. Da kann man den Überblick verlieren. Der SPORTBUZZER  beleuchtet die Lage bei den Teams aus der oberen Tabellenhälfte.

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Es geht um Millionen, Ausstiegsklauseln und Begehrlichkeiten - also das zum jetzigen Zeitpunkt eines Jahres übliche Geschacher im Fußball-Geschäft. Doch während bisher um Abwehr-Kanten, Mittelfeld-Strategen oder Top-Stürmer gekämpft wurde, ist 2021 vieles anders. Spieler-Transfers rücken derzeit in den Hintergrund, die neue heiße "Ware" auf dem Markt: Trainer. Es wird fleißig gewechselt und geworben. Beim Blick auf die Bundesliga bedeutet dies zum Beispiel: Möglicherweise werden die momentan ersten sieben (!) Klubs der Tabelle mit einem neuen Mann auf der Bank in die kommende Saison starten. Betrachtet man die unteren Regionen des Klassements sieht es kaum anders aus.

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Den dicksten Fisch zog am Dienstag der FC Bayern an Land. Julian Nagelsmann kommt vom Tabellenzweiten RB Leipzig und kostet den designierten Meister wohl bis zu 25 Millionen Euro an Ablöse. Mehr wurde im Weltfußball noch nie für einen Coach hingeblättert. Die Sachsen bedienten sich anschließend wieder in ihrer Salzburger "Filiale" und machten Jesse Marsch zum Nagelsmann-Nachfolger. So weit, so klar. Schaut man auf die im Klassement hinter dem Spitzenduo platzierten Teams, wird es dann aber zuweilen etwas unübersichtlich.

Beim Tabellendritten VfL Wolfsburg steht Oliver Glasner zwar noch bis 2022 unter Vertrag, mag sich aber nicht so recht zu seinem Klub bekennen. Der Österreicher verfügt über eine Ausstiegsklausel und wird von der Konkurrenz gelockt. Zum Beispiel vom Vierten Eintracht Frankfurt. Hier steht Adi Hütter vor seinen letzten Spielen als SGE-Trainer. Er wechselt – dank einer Ausstiegsklausel – zum Siebten Borussia Mönchengladbach. Bei den Rheinländern wiederum räumt Marco Rose zum Saisonende sein Büro. Der 44-Jährige geht zur kommenden Saison – dank einer Ausstiegsklausel – zum Fünften Borussia Dortmund. Beim BVB soll der derzeitige Cheftrainer Edin Terzic, dann zum Rose-Assistenten werden. Aber: Terzic wurde auch schon in Wolfsburg als potenzieller Glasner-Nachfolger gehandelt. Eben für den Fall, dass Glasner nach Frankfurt oder vielleicht doch nach Leverkusen geht.

Unter anderem Mark van Bommel beim VfL Wolfsburg im Gespräch

Apropos Bayer: Bei der Werkself hat man eine ganz besondere Konstellation im Trainer-Portfolio. Hannes Wolf wurde nach der Entlassung von Peter Bosz im vergangenen März vom DFB, wo er zuletzt als Jugendtrainer arbeitete, ausgeliehen. Wolf erledigt seine Arbeit in Leverkusen bisher durchaus erfolgreich – bleibt er also bei Bayer? Offen. Denn angeblich beschäftigen sich Geschäftsführer Rudi Völler & Co. auch mit anderen Namen. Da wären Erik ten Hag (Ajax Amsterdam), der einst auch bei den Bayern gehandelt wurde, und Gerardo Seoane (Young Boys Bern). Der Schweizer wäre vor dem Rose-Deal schon fast in Gladbach gelandet und soll nun auch in Frankfurt und Wolfsburg zu den Kandidaten zählen. Weitere Ergänzung zum VfL: Neben Terzic (siehe oben) und Seoane (siehe weiter unten) sollen die Niedersachsen laut Sport Bild auch ein Auge auf Mark van Bommel (vereinslos) geworfen haben.

Lange Rede, kurzer Sinn: Das erste Septett der Bundesliga sortiert sich neu. Und der Achte? Nun ja, bei Union Berlin und Urs Fischer sieht eigentlich alles nach einer Traumehe aus. Aber auch die Köpenicker haben offenbar Nebenbuhler. Eintracht Frankfurt beschäftigt sich angeblich neben Glasner und Seoane auch mit Fischer. Beim Tabellenneunten kam man dann einmal tief durchatmen: Der SC Freiburg und Christian Streich – da passiert nichts. Also eigentlich. Ganz sicher darf man ja nie sein.

Man könnte das Klassement jetzt weiter durchgehen - von Werder Bremen über den 1. FC Köln bis zu Schalke 04 springen. Oder einfach abwarten. Klar ist: Der Transfer-Sommer hat noch nicht einmal angefangen. Und über Spielerwechsel haben wir bislang fast gar nicht gesprochen.