10. November 2020 / 20:45 Uhr

Die Bilanz von Sané, Bellingham und Co: Die fünf teuersten Bundesliga-Einkäufe im Transfer-Check

Die Bilanz von Sané, Bellingham und Co: Die fünf teuersten Bundesliga-Einkäufe im Transfer-Check

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Leroy Sané und Jude Bellingham gehören zu den fünf teuersten Bundesliga-Transfers des vergangenen Sommers.
Leroy Sané und Jude Bellingham gehören zu den fünf teuersten Bundesliga-Transfers des vergangenen Sommers. © imago images/Noah Wedel/Montage
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Die fünf teuersten Bundesliga-Einkäufe des zurückliegenden Transfer-Sommers waren Leroy Sané, Patrick Schick, Jude Bellingham, Jhon Cordoba und Alexander Sörloth. Der SPORTBUZZER macht in der Länderspielpause den Check: Wer hat überzeugt, wer noch Luft nach oben?

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Leroy Sané

Als Königstransfer kam er von Manchester City zum FC Bayern München. Als er im Sommer für kolportierte 45 Millionen Euro zur Mannschaft von Trainer Hansi Flick stieß, hatte er seinen Kreuzbandriss aus dem Vorjahr gerade erst vollständig auskuriert. Beim Champions-League-Finalturnier war er noch nicht einsatzbereit. Doch mit Saisonbeginn zeigte er, warum ihn die Münchener unbedingt haben wollten: Beim 8:0-Kantersieg zum Bundesliga-Auftakt gegen Schalke 04 brillierte er mit einem Tor und zwei Vorlagen. Lange hielt das anfängliche Glück allerdings nicht: Nach nur zwei Liga-Spielen jagte er allen Bayern-Fans einen gehörigen Schrecken ein. Sané fiel aus, er hatte sich verletzt – ausgerechnet wieder am Knie.

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Die Blessur stellte sich allerdings nur als Kapselverletzung heraus. Zwar verpasste er damit am Ende insgesamt sechs Pflichtspiele, schlimmere Szenarien konnten aber vermieden werden. Allerdings fand sich der Nationalspieler nach seiner Verletzung in ungewohnter Rolle wieder: Sané trat jüngst als Edeljoker auf. Auf Linksaußen erhielt Kingsley Coman in der Startelf zuletzt meist den Vorzug. Sané kam öfters von der Bank – und lieferte dann immer wieder Argumente für mehr Einsatzzeit. In drei Spielen kam er erst im Laufe der Partie rein, in allen dreien steuerte er ein Tor bei. Zuletzt entschied er so den Bundesliga-Gipfel beim BVB (3:2 für die Bayern) mit dem vorentscheidenden Treffer zum zwischenzeitlichen 3:1 aus FCB-Sicht. Und genau für solche Momente hatte man ihn schließlich geholt. Nach der Länderspielpause wird er wohl auch wieder öfter von Beginn an ran dürfen. "Er ist auf einem guten Weg, aber noch nicht bei 100 Prozent. Daran müssen wir gemeinsam arbeiten", erklärte Trainer Flick jüngst.

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Patrik Schick

Einen deutlich unglücklicheren Verlauf als bei Sané in München nahmen die ersten Monate von Patrik Schick bei Bayer Leverkusen. Der Stürmer war nach seiner Ausleihe an RB Leipzig in der vergangenen Saison für 26,5 Millionen Euro von der AS Rom an den Rhein gewechselt. Nach den Abgängen von Kai Havertz (zum FC Chelsea) und Kevin Volland (nach Monaco) sollte er das neue Gesicht der Bayer-Offensive werden. Doch nach zwei mäßigen Einsätzen in der Liga gelang dem Tschechen im dritten Spiel gegen Stuttgart zwar sein erstes Tor im Werkself-Dress. Allerdings zog er sich auch einen Muskelfaseriss zu. Schick und Bayer – bisher ein Missverständnis. Nach der Länderspielpause soll sich das ändern.

Jude Bellingham

Der junge Engländer erlebt seit einem Jahr einen rasanten Aufstieg. Nachdem der zentrale Mittelfeldspieler letzte Saison bei seinem Heimatklub Birmingham City den Durchbruch zu den Profis schaffte, reißt seine Entwicklung auch bei Borussia Dortmund nicht ab. Der erst 17 Jahre alte (!) Bellingham gehört nach seinem 23 Millionen Euro Ablöse teuren Wechsel zum BVB auf Anhieb zum erweiterten Stammpersonal von Trainer Lucien Favre. In sechs von sieben Liga-Spielen stand er auf dem Platz, dazu in allen drei Champions-League-Partien, im DFB-Pokal gegen Duisburg und im Supercup gegen die Bayern. Englands Nationaltrainer Gareth Southgate belohnte ihn jüngst für den Saison-Start und nominierte ihn erstmals für die "Three Lions". "Ich bin sicher kein Lehrling mehr", gab sich Bellingham im Kicker selbstbewusst. Und in der Tat hat er wohl sämtliche Erwartungen übertroffen.


Jhon Cordoba

Wenige Tage vor dem Bundesliga-Saisonstart wurde Cordobas Wechsel vom 1. FC Köln zu Hertha BSC perfekt. 15 Millionen Euro ließen sich die Berliner die Dienste des Stürmers aus Kolumbien kosten. Damit bewegt sich der 27 Jahre alte Cordoba in einer ähnlichen Preisklasse wie Dodi Lukebakio, den Hertha ein Jahr nach dessen Leihe zu Fortuna Düsseldorf für rund 20 Millionen Euro vom FC Watford losgeeist hatte, und Matheus Cunha. Der Brasilianer hatte bei seinem Transfer vom Ligakonkurrenten RB Leipzig im Winter knapp 18 Millionen Euro gekostet. Und auch leistungsmäßig hielt Cordoba mit den beiden Kontrahenten im Berliner Angriff Schritt. Der Kolumbianer kommt auf drei Treffer bei sieben Bundesliga-Einsätzen für die Hauptstädter, Cunha auf einen Treffer mehr bei genauso vielen Spielen. Lukebakio erzielte bislang erst zwei Tore in der laufenden Spielzeit. Dann aber ereilte Cordoba das Verletzungspech: Beim 3:0 über den FC Augsburg zog er sich einen Bänderriss am Sprunggelenk zu und fällt für den Rest des Jahres aus. Ärgerlich für den Spieler, aber auch für den Klub.

Alexander Sörloth

Der Transfer von Nationalstürmer Timo Werner zum FC Chelsea riss eine Lücke in den Angriff von RB Leipzig. Kurz nach dem Bundesliga-Auftakt schlossen die Sachsen diese Mitte September und verpflichteten den Norweger Alexander Sörloth vom Premier-League-Klub Crystal Palace. So richtig hat der 24-Jährige seine Qualitäten bei RB aber bisher noch nicht gezeigt. Zwar kam Sörloth in allen sechs Punktspielen seit seinem Wechsel zum Einsatz, getroffen hat er aber noch nicht. In der Champions League reichte es nur zu einem Kurzeinsatz - ausgerechnet bei der 0:5-Pleite bei Manchester United. Sowohl Sörloth selbst als auch sein Arbeitgeber werden hoffen, dass der Knoten nach der Länderspielpause platzt, wenn Leipzig am 21. November bei Eintracht Frankfurt gastiert und drei Tage später das Rückspiel in der Königsklasse bei Paris Saint-Germain steigt. Das erste Duell mit Frankreichs Serienmeister hatte die Truppe von Trainer Julian Nagelsmann mit 2:1 für sich entschieden.